Details

Die Bremer Brücke ruft

Fans

"Die Bremer Brücke ist seit Ewigkeit, für alle hier ein Stück Geborgenheit." So lautet die erste Textzeile des Osnabrücker Fansongs "Wir sind alle verrückt nach dir". Ein Satz, der die Liebe der Fans zu ihrem Heimstadion, ihrem lila-weißen Wohnzimmer, ausdrückt und insbesondere die Tradition der Spielstätte unterstreicht. Seit 1938 spielt der VfL an der Bremer Brücke, die Heimbegegnungen sind dementsprechend vereinseigene "Brückentage". Viele unvergessene Spiele hat es in mehr als 80 Jahren dort gegeben und speziell unter Flutlicht entsteht immer wieder eine ganz besondere Atmosphäre.

Foto: ©DFL/Getty Images/Schueler

Mitten im Wohngebiet Schinkel ragen die insgesamt sechs Flutlichtmasten der Bremer Brücke in den Himmel und weisen bereits aus der Entfernung den Weg zur Pilgerstätte für alle Fans des VfL. Doch auch für die Supporter der Gastmannschaft hat dieser Ort eine gewisse Anziehungskraft, wie Alex Lehné, Fanbeauftragter bei den Lilien, erklärt: "Die Osnabrücker werden sicherlich von einer Kultstätte sprechen und es ist definitiv ein geiles Fußballstadion. Die innerstädtische Lage, die Nähe zum Spielfeld, das ist schon speziell und für viele Fans eine Reise wert."

Das letzte Duell war 2014

Zumal der letzte Brückentag mit Lilien-Beteiligung schon mehr als fünfeinhalb Jahre zurückliegt. Im Darmstädter Aufstiegsjahr trennten sich beide Teams im Januar 2014 in Liga drei mit einem 1:1 voneinander, allein Marcel Heller war als heutiger Darmstädter an dieser Partie beteiligt.

Als damaliger Stadionname ist allerdings nicht die Bremer Brücke vermerkt, offiziell nannte sich das heute 16.667 Zuschauer fassende Rund von 2004 bis 2016 „osnatel ARENA“. Seit Beginn des Jahres 2017 laufen die Lila-Weißen wieder an ihrer Bremer Brücke ein – für die Fans hatte dieser Name sowieso stets Bestand. Unvergessen sind bis heute die Spiele der Nachkriegszeit, als sich der VfL jahrelang in der Oberliga Nord und damit in der höchsten Spielklasse des deutschen Fußballs wiederfand. Seit Einführung der Bundesliga 1963 tummelten sich die Osnabrücker allerdings stets unterhalb des Oberhauses, zum Aufeinandertreffen mit den Lilien an der Bremer Brücke kam es seitdem 14-mal.

Für jahrelange Lilien-Anhänger unvergessen ist dabei der 2:1-Auswärtssieg des SV 98 im Mai 1988, der den Südhessen den Einzug in die denkwürdigen Bundesliga-Aufstiegsspiele gegen Waldhof Mannheim sicherte. Einer von nur zwei Darmstädter Siegen in Osnabrück, während der VfL gleich in acht Partien die Nase vorne hatte. Wie so häufig vor eigenem Publikum. In der vergangenen Spielzeit sammelte Osnabrück satte 43 Zähler (klarer Ligabestwert vor Zwickau mit 35 Punkten) an der Bremer Brücke, die ihren Namen der angrenzenden Eisenbahnbrücke Richtung Bremen verdankt.

In besonderer Erinnerung ist den Anhängern der Lila-weißen zudem eine ganz besondere Serie geblieben, die einen großen Teil zum besonderen Flair bei Flutlichtspielen an der Bremer Brücke beigetragen hat. Zwischen April 2005 und November 2011 blieb Osnabrück in 42 (!) Abend-Punktspiel-Heimbegegnungen in Folge ungeschlagen, besiegte in diesem Zeitraum zudem die Bundesligisten aus Hamburg und Dortmund im DFB-Pokal.

"Dort wird der Fußball gelebt"

Eine Serie, die zwar längst gebrochen ist, am speziellen Erlebniswert eines Flutlichtabends in Osnabrück hat sich aber nichts geändert. Zumal die Scheinwerfer an der Brücke seit dieser Saison heller strahlen. Durch den Zweitliga-Aufstieg musste der VfL einige Auflagen seitens der DFL erfüllen, um auch in dieser Saison an der geliebten Spielstätte einlaufen zu dürfen. Dazu gehörte unter anderem auch die Aufrüstung der Flutlichtanlage.

Unabhängig von der Luxzahl dürfte es ein spezielles Duell zweier Traditionsmannschaften werden, wenn die 22 Akteure am Montagabend den angestrahlten Rasen betreten. Ein besonderes Kribbeln, das auch Lilien-Verteidiger Patrick Herrmann bestätigen kann, der zwei Jahre beim VfL unter Vertrag stand. "An der Bremer Brücke herrscht immer eine besondere Atmosphäre, die Zuschauer gehen voll mit, dort wird der Fußball gelebt. Unter Flutlicht kann ich mich speziell an das Pokal-Viertelfinale gegen Schalke 04 erinnern, das wir damals zwar mit 0:1 verloren haben, die Stimmung aber wirklich extrem gewesen ist. Dementsprechend groß ist auch meine Vorfreude auf den kommenden Montag. Auf das Stadion und darauf, dort möglichst drei Punkte entführen zu können."

Tageskasse geöffnet

Vorfreude, die Herrmann mit den Lilienfans teilt. Trotz der Ansetzung am Montagabend und der weiten Entfernung zwischen Darmstadt und Osnabrück haben sich bereits 300 Lilienfans mit Karten für die Partie eingedeckt. Vor Ort wird es zudem eine Tageskasse für Steh- und Sitzplatzbereich geben.

 

Soziales Engagement