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Serie beendet, Serie fortgesetzt

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Es liegt in der Natur der Sache, dass viele Dinge zwei Seiten besitzen. Der Münzwurf zu Spielbeginn, ein Fußballfeld, ein Trikot. Und auch Begegnungen wie am Samstagnachmittag in Bochum. Zum einen das reine Ergebnis: Ja, die Lilien warten weiter auf den zweiten Saisonsieg. Aber: Nach zuletzt drei sieglosen Auswärtsspielen belohnten sich die Südhessen für ihren Aufwand auch endlich wieder mit einem Punkt. Die eine Serie hält an, die andere Serie wurde gestoppt.

Foto: Holtzem

Diese Betrachtungsweise lässt sich aber auch auf die 90 Minuten im Vonovia Ruhrstadion übertragen. Vor allem in Durchgang eins war die Partie von viel Tempo, vielen Zweikämpfen und viel Hektik geprägt. Insgesamt ein laut Dimitrios Grammozis „ein brutal intensives Spiel“. Vor allem nach dem erneuten Gegentreffer zum 1:2 taten sich die Gäste schwer, einen Fuß in die Partie zu bekommen.

Doch nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein anderes Bild: Die Mannschaft war vom ersten Moment an in der Partie drin, wurde fast minütlich offensiver und druckvoller. Die Bemühungen mündeten im verdienten Ausgleichstreffer durch Marcel Heller. Schon zuvor hatte Ognjen Ozegovic das 2:2 auf dem Fuß gehabt, in der Schlussphase hatte Serdar Dursun mit etwas Glück per Kopf das 3:2 erzielen können. „In der Halbzeit haben wir einige Sachen angesprochen und meine Mannschaft hat dann das Gesicht gezeigt, was ich mir von Beginn an gewünscht hatte. Wir waren viel engagierter, viel griffiger und haben viele Zweikämpfe gewonnen“ bilanzierte Grammozis: „Daher ein Kompliment für die Moral, aber wir müssen diese Performance von Beginn an zeigen.“

Mentalität, Moral, Leidenschaft war seinem Team auch am Samstag nicht abzusprechen gewesen. Die Entwicklung der Mannschaft ist erkennbar, seit Wochen findet das Team offensive Lösungen, auch in Bochum zog man im zweiten Durchgang ein dominantes Spiel auf. Ein Punkt brachte die Leistung nach längerer Auswärts-Durststrecke zumindest wieder ein, aber beim SV 98 lechzen sie wieder nach einem Dreier. „Wir hätten gerne die drei Punkte mitgenommen, aber ein Auswärtspunkt ist in Ordnung“, fasste Immanuel Höhn die Gefühlslage nach Spielende zusammen: „Insgesamt haben wir aber zu wenig Punkte, um mit dem einen Zähler vollends zufrieden zu sein.“ Sah auch sein Kapitän so. Holland: „Immerhin nehmen wir einen Zähler mit, wir wollen uns aber auch endlich mit einem Dreier belohnen.“

Die Chance dazu bietet sich am Freitag, wenn die heimstarken Lilien – auch das ist ein so ein Gegensatz – den Karlsruher SC empfangen. "Die Mannschaft funktioniert, das hat man gesehen", erklärte am Sonntag Heller angesichts zweier aufgeholter Rückstände am Vortag. Aber am kommenden Freitag wolle man sich dann auch endlich mit drei Punkten belohnen und den ersehnten Sieg einfahren. Damit es dann heißt: Heimserie fortgesetzt, Sieglos-Serie beendet.

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