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Endlich! Lilien punkten dreifach in Dresden

Nach fünf Unentschieden in Folge hat sich der SV 98 wieder die maximale Ausbeute gekrallt. Bei Dynamo Dresden siegten die Lilien mit 3:2 (3:1). Seung-ho Paik (8.), Tobias Kempe (12.) und Serdar Dursun (43.) erzielten die Treffer für die Gäste. Damit sind die Südhessen ungeschlagen sowie mit fünf Zählern ins neue Jahr gestartet.

Foto: Huebner

Beide Mannschaften legten bereits wenige Minuten nach dem Anpfiff so richtig los. Dynamo Dresden ging mit dem ersten Angriff direkt in Führung: Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld tauchte Linus Wahlqvist frei vor Marcel Schuhen auf, der dessen Abschluss noch parieren konnte. Beim Nachschuss der Hausherren war der Lilien-Keeper allerdings machtlos, Josef Husbauer (5.) traf per Volleyabnahme zur 1:0-Führung der Dresdner. Doch die Lilien schüttelten sich nur kurz und konnten im direkten Gegenzug ausgleichen. Victor Palsson bediente den gestarteten Seung-ho Paik mit einem schönen Chipball in die Tiefe. Der Südkoreaner blieb eiskalt vor dem Tor und erzielte den Ausgleich per Flachschuss ins lange Eck (8.).

Dann drehten die Lilien so richtig auf: Ein verunglückter Abschlag von Torhüter Kevin Broll landete direkt auf dem Fuß von Mathias Honsak, der schnell schaltete und auf Serdar Dursun ablegte. Dynamos Abwehr konnte zunächst klären, allerdings genau auf den starken rechten Fuß von Tobias Kempe. Der Darmstädter fackelte nicht lange und nagelte den Ball aus der Distanz zur 2:1-Führung des SV 98 (12.) – Spiel gedreht. Vom frühen Rückstand ließen sich die Südhessen überhaupt nicht beeindrucken. Stattdessen hätte Dario Dumic (20.) fast auf 3:1 für den SV 98 gestellt: Sein Gewaltschuss aus dem Dynamo-Sechzehner nach einem Kempe-Eckball zischte nur knapp über den Querbalken.

Die Lilien agierten selbstbewusst und mutig, Dynamo wirkte dagegen fahrig und nervös. Immer wieder konnten sich die Darmstädter über ihr Kombinationsspiel in der gegnerischen Hälfte festsetzen und die Dresdner Defensive vor Probleme stellen – so wie in der 35. Minute. Nach einem starken Ballgewinn von Yannick Stark schickte dieser Serdar Dursun auf die Reise. Doch im Sechszehner scheiterte der Lilien-Stürmer an der guten Parade von Broll. Kurz vor der Pause ließ Dursun (43.) dem Dynamo-Keeper dann keine Chance: Nach einem überlegten Pass von Honsak in die Schnittstelle blieb Dursun cool und schob mit seinem zehnten Saisontreffer zur 3:1-Pausenführung der Südhessen ein.

Im zweiten Durchgang verzeichnete Dynamo den ersten Abschluss. Doch die Husbauer-Chance (48.) aus Distanz vereitelte Lilien-Torhüter Schuhen in gewohnt sicherer Manier. Die Sachsen kamen insgesamt mit mehr Schwung aus der Halbzeitpause. In der 56. Minute konnten die Dresdner den Anschlusstreffer erzielen. Nach einer Flanke von Sascha Horvath stieg Patrick Schmidt am höchsten, verschaffte sich gerade gegen Matthias Bader – nach Meinung des Unparteiischen regelkonform - einen Vorteil und traf per Kopf aus kurzer Distanz zum 3:2 (57.). Danach hätte die SGD fast das 3:3 erzielt. Doch Marcel Schuhen präsentierte sich in Top-Form und verhinderte gegen Horvath (60.), der allein auf den Darmstädter Kasten zulief, den Ausgleich.

Die Lilien waren zunehmend in der Defensive gefordert, konnten aber gefährlich für Entlastung sorgen: Nach einem Eckball von Kempe in den Rücken der Dynamo-Abwehr hämmerte Fabian Holland (65.) die Kugel an die Latte. Doch Dresden gab sich nicht auf. Nach einem langen Freistoß aus dem Halbfeld prallte der Ball unglücklich von Honsak auf den Fuß von Schmidt, der vermeintlich zum Ausgleich traf (72.). Schiedsrichter Markus Bacher schaute sich die Szene nach Rücksprache mit dem VAR noch einmal auf dem Monitor an und entschied auf Abseits – es blieb beim 3:2 für den SV 98, weil Jannis Nikolaou zuvor einen Schritt zu weit eingerückt war.

Danach wurde es hektisch und hitzig. Simon Makienok rauschte in Schuhen hinein und traf den Lilien-Keeper, der den Ball komplett unter Kontrolle hatte, mit gestrecktem Bein. Schiedsrichter Bacher zeigte dem Dresdner folgerichtig die Rote Karte (77.). Mit einem Mann mehr auf dem Feld konnten die Lilien wieder Sicherheit ins eigene Spiel bringen und erspielten sich über die linke Seite eine gefährliche Möglichkeit. Holland marschierte bis zur Grundlinie und bediente Dursun (86.), der mit einem Flugkopfball aber an Broll scheiterte. Dynamo warf im Anschluss noch einmal alles nach vorne. Doch die Nachspielzeit von fünf Minuten überstanden die Lilien schadlos, trafen sogar noch einmal durch Honsak (90.+3) den Innenpfosten und feierten schlussendlich einen langersehnten Auswärtssieg in Dresden, weil Schuhen eine Minute vor Schluss mit einer sensationellen Parade gegen Nikolaou den Dreier festhielt.

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