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Spiel gedreht! Heimdreier zum Abschluss

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Die Lilien beenden die Saison 2019/20 mit einem Heimsieg! Gegen den SV Wehen Wiesbaden dreht der SV 98 einen Pausenrückstand in ein 3:1 (0:1). Serdar Dursun (63.), Seung-ho Paik (77.) und Marcel Heller (86.) belohnten die große Moral der Hausherren.

Foto: Huebner / Ulrich

Ohne großes Abtasten startete die Partie am Böllenfalltor – zum Nachteil für den SV Darmstadt 98. Denn gleich mit dem ersten Angriff gingen die Gäste in Führung. Nach einer flachen Hereingabe von Dominik Franke war Manuel Schäffler (5.) im Fünfmeterraum einen Schritt vor Nicolai Rapp am Ball und bugsierte die Kugel aus kurzer Distanz ins Tor – 0:1 für den SV Wehen. Die Lilien brauchten im Anschluss einen Moment, um den ersten Schock zu verdauen. Doch dann schalteten die Hausherren in den Offensivmodus und übernahmen mehr und mehr die Spielkontrolle. Den ersten Abschluss von Seung-ho Paik blockten die Wiesbadener. Die anschließende Ecke sorgte schließlich für Gefahr, weil Tobias Kempe den Kopf von Serdar Dursun (14.) fand. Doch dieser setzte den Ball neben den Kasten.

Der Gast aus der hessischen Landeshauptstadt zog sich in der Folge zurück. Auch das frühe Gegenpressing, das der SVWW noch in den Anfangsminuten zeigte und damit ein geordnetes Aufbauspiel der Lilien verhinderte, stellten die Gäste ein. Stattdessen überließ Wiesbaden dem SV 98 den Ball. Dieser näherte sich Schritt für Schritt in die gefährlichen Bereiche an. So hatte Dursun (22. und 26.) gleich zwei dicke Gelegenheiten, als er Wehen-Keeper Heinz Lindner sowohl aus 16 Metern als auch aus kürzerer Distanz im Strafraum zu guten Paraden zwang.

Die größte Chance auf den Ausgleich hatte nur eine Minute später Tobias Kempe auf dem Fuß. Nach einer Ecke riss Maximilian Dittgen im Strafraum Rapp zu Boden. Schiedsrichter Markus Schmidt zeigte folgerichtig auf den Elfmeterpunkt. Doch Kempe scheiterte mit seinem Flachschuss in die linke Ecke am Wiesbadener Torhüter. Der SV Darmstadt 98 hätte sich den Treffer zum 1:1 zu diesem Zeitpunkt nach seiner Überlegenheit und aufgrund der Anzahl von hochkarätigen Torchancen längst verdient. Doch auch Seung-ho Paik (29.) traf aus guter Position nur das Außennetz.

Wiesbaden setzte dagegen auf Konter und wurde mit dem ersten Angriff dieser Art direkt gefährlich. Nach Vorarbeit von Stefan Aigner schloss Dittgen (40.) per Flachschuss ab. Doch der aufmerksame Marcel Schuhen war zur Stelle und parierte sicher. Mehr passierte in den ersten 45 Minuten nicht.

Nach Wiederanpfiff gehörte den Gästen wieder die erste nennenswerte Szene. Aigner passte einen Ball flach in den Sechzehner. Dort stand der eingewechselte Tobias Schwede (49.) schon parat. Doch Matthias Bader klärte im letzten Moment mit der Fußspitze. Im Anschluss verlagerte sich das Spielgeschehen zunehmend ins Mittelfeld. Zwar hatte der SV 98 mehr Spielanteile, allerdings fanden die Lilien gegen kompakt- und tiefstehende Gäste aus Wiesbaden zu selten die Mittel, sich gefährlich in das letzte Drittel zu kombinieren.

Das änderte sich mit der Einwechslung von Mathias Honsak (60.). Der Österreicher zog mit seiner ersten Aktion von der linken Seite in den Strafraum und bediente Dursun (61.). Im letzten Moment bekam die Wehen-Defensive aber noch ein Bein dazwischen. Der anschließende Eckball sorgte direkt wieder für Gefahr: Felix Platte verlängerte per Kopf an den zweiten Pfosten, wo Dursun (62.) nur um Zentimeter verpasste. Wenige Augenblicke war es dann aber endlich geschehen: Nach einer Paik-Flanke von der rechten Außenbahn schraubte sich Dursun (63.) im Sechzehner in die Höhe, nutzte den großen Freiraum und köpfte den verdienten Ausgleich für die feldüberlegenden Lilien.

Der Ausgleich reichte den Darmstädtern jedoch bei weitem nicht. Stattdessen machte der SV 98 weiter Druck und war gewillt, das Spiel komplett zu drehen. Beim Volleyversuch von Fabian Holland (68.) fehlte dem Kapitän allerdings die nötige Präzision. Diese hatte in der 77. Minute dann aber Seung-ho Paik bei seinem Gewaltschuss zur Führung des SV Darmstadt 98: Der Südkoreaner bekam nach einer Ecke den verunglückten Klärungsversuch der Gäste auf den Fuß, fackelte nicht lange und schoss mit einem regelrechten Strahl die Lilien in Front.

Wehen Wiesbaden gab sich aber nicht auf. Denn der SV Darmstadt 98 hatte nach einem Eckstoß der Gäste mächtig Glück, nicht noch die Ausgleich kassiert zu haben. So verlängerte Jeremias Lorch (80.) die Kugel mit dem Fuß an den Innenpfosten. Vor dort aus sprang der Ball direkt in die Arme von Schuhen. Auf der Gegenseite machten die Darmstädter dann den Deckel drauf. Wunderschön spielte sich Ensar Arslan per Doppelpass mit Dursun in den Sechzehner. Frei vor Keeper Lindner behielt der Nachwuchsmann die Ruhe und legte noch einmal rüber auf Marcel Heller (86.), der ohne Mühe zum 3:1 für die Südhessen einschob. Es war die Entscheidung in einem Spiel, in dem die Lilien trotz des frühen Rückstandes nie aufgaben. Stattdessen vertraute der SV 98 auf seine eigenen Stärken und feierte im letzten Heimspiel der Saison einen Sieg des Willens am Böllenfalltor.

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