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Partie gedreht – Lilien stehen in zweiter Pokalrunde

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Aus 0:2 mach 3:2: In einem packenden Pokalduell hat der SV 98 das Weiterkommen klargemacht. Mit einem starken zweiten Durchgang und Toren von Mehlem (53.) sowie Kempe (66.) meldeten sich die Lilien in der Partie zurück, ehe Honsak (100.) in der Verlängerung der entscheidende Treffer gelang.

Foto: Stefan Holtzem

Ein nach den vergangenen Monaten ungewohntes Bild zu Beginn der Partie: Beide Mannschaften liefen vor knapp 4.800 Fans in die MDCC-Arena ein. Echte Vorteile konnten sich in den von harten Zweikämpfen geprägten Anfangsminuten aber weder die Heimelf noch die Lilien erspielen. Es dauerte bis zur 14. Minute, ehe es erstmals gefährlich wurde – allerdings vor dem Tor des SV 98. Nach einem kurzausgeführtem Eckstoß brachte Jürgen Gjasula den Ball in die Mitte. Dort stieg Tobias Müller am höchsten und köpfte zur 1:0-Führung der Magdeburger ein.

Die Lilien mussten den Schock erst einmal verdauen, konnten sich aber auch im Anschluss nur schwer in die Partie beißen. Gegen die kompakte Defensive der Hausherren fanden die Südhessen keine Mittel. Stattdessen nutzte der FCM seine zweite echte Torchance für den zweiten Treffer eiskalt aus. Nach einem Steckpass von Daniel Steininger tauchte Christian Beck (26.) frei vor Lilien-Keeper Carl Klaus auf und schob zur 2:0-Führung des 1. FC Magdeburg ein. Es war ein Weckruf für die Darmstädter, die direkt nach Wiederanpfiff nun endlich die erste Möglichkeit verbuchten. Jedoch scheiterte Tobias Kempe (28.) am Reflex von FCM-Torhüter Morten Behrens.

Die Südhessen versuchten in der Folge über längere Ballbesitzphasen, Sicherheit in ihr Spiel zu bringen. Doch gelang es ihnen nicht, sich ordentlich ins letzte Drittel zu kombinieren. Vor dem Kasten der Magdeburger tauchten die Lilien vor der Pause dann nur noch einmal auf: Nach einer Kempe-Ecke (43.) verpasste Serdar Dursun im Sechzehner knapp. Es war die letzte Szene im ersten Durchgang.

Kempe-Hammer sorgt für Ausgleich

Den Lilien blieben also noch 45 Minuten, um das Pokalaus in der ersten Runde abzuwenden. Dementsprechend gewillt kamen die Darmstädter aus der Kabine. Und fast hätte es direkt geklingelt. Mit viel Geduld spielte sich der SV 98 in der gegnerischen Hälfte fest. Nach einen langen Ballbesitzphase kam schließlich Dursun (51.) zum Abschluss, traf aber nur den Querbalken. Danach war es dann endlich geschehen – der Anschlusstreffer. Nach einem wunderschönen langen Ball von Braydon Manu in den Lauf von Marvin Mehlem sprintete die Nummer sechs der Lilien allein auf den Kasten des FCM zu und knipste zum 1:2 aus Darmstädter Sicht (53.). Im Anschluss nahm die Partie richtig an Fahrt auf. Denn auch die Hausherren spielten mit und wagten sich immer wieder gefährlich nach vorne. So musste Klaus gegen Beck (55.) eine richtig starke Parade auspacken.

Doch auch die Lilien machten weiter Druck, drängten auf den Ausgleichstreffer und agierten deutlich griffiger als noch in der ersten Halbzeit. Das zahlte sich aus – und wie. Nach der Ablage von Dursun zimmerte Tobias Kempe (66.) den Ball unhaltbar in den Knick – der verdiente Ausgleich zum 2:2. In der MDCC-Arena entwickelte sich im Anschluss ein heißer Pokalfight, weil sich der SV 98 nun endlich für seinen Aufwand in den zweiten 45 Minuten belohnte. Immer wieder kamen die Südhessen gefährlich vor das Magdeburger Tor. Den Schuss von Braydon Manu (78.) konnte FCM-Keeper Behrens nur abtropfen lassen. Glück für ihn, dass Dursun bei seinem Nachschuss im Abseits stand. Weil aber beide Mannschaften zum Ende der intensiven regulären Spielzeit nicht mehr gefährlich vors Tor kamen, ging es es in die Verlängerung.

Verlängerung: Honsak entscheidet die Partie

Den Schwung und die starke Leistung aus der zweiten Halbzeit versuchten die Darmstädter mit in die Verlängerung zu nehmen. So hatten die Lilien auch die erste dicke Möglichkeit in der Extra-Schicht. Dursun (94.) knallte den Ball im Sechzehner aus dem Getümmel auf den Kasten des FCM. Behrens riss gerade noch so die Arme hoch und parierte. Der SV Darmstadt 98 war die spielbestimmende und tonangebende Mannschaft in der Verlängerung – und belohnte sich für seine mutige und offensive Spielweise. Mathias Honsak (100.) verarbeitete einen überragend getimten Ball von Lars Lukas Mai mit der Brust und vollendete den Angriff mit einem überlegten Flachschuss in die lange Ecke – Spiel gedreht, die Führung für die Lilien.

Doch Schluss war noch lange nicht. Der SVD musste bis zum Ende hellwach sein. Denn der 1. FC Magdeburg gab sich nicht auf. So kamen die Blau-Weißen gleich doppelt brandgefährlich vor den Kasten von Carl Klaus. Während der Lilien-Keeper die erste Chance durch Sirlord Conteh (112.) noch stark vereitelte, zischte der Abschluss von Kai Brünker (114.) nur knapp am langen Pfosten vorbei. In den letzten fünf Minuten der Partie verteidigte und kämpfte die Mannschaft von Cheftrainer Markus Anfang aufopferungsvoll. Mit Erfolg. Große Erleichterung machte sich breit, als Schiedsrichter Manuel Gräfe nach 120 nervenaufreibenden Minuten abpfiff und die Lilien in die zweite DFB-Pokalrunde einzogen.

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