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Erinnerung an verstorbene Mitglieder, Solidarität mit den Trauernden

Allgemeines

"Aufgrund der aktuellen Situation findet die Trauerfeier in kleinstem Kreise statt" - Dieser Satz findet sich in diesem Jahr häufig in Traueranzeigen und Karten. Dahinter steht oft eine besonders bittere Erfahrung: Ist der Tod eines geliebten Menschen doch schon traurig, ja oft schrecklich genug, so war und ist vielen Angehörigen in diesem Jahr auch noch die Möglichkeit genommen, auf eine Weise Abschied nehmen zu können, wie man es dem verstorbenen Menschen gewünscht - und wie man es viele Trauernde brauchen, um ihren Schmerz überwinden zu können. Die spürbare Gewissheit, getragen zu sein von einer Gemeinschaft, die sich am Grab versammelt, den Weg mitgeht, den Moment des Loslassen Müssens mit aushält, das freundliche Wort, der warme Blick in diesem Augenblick - und wo möglich auch das Beisammensein nach der Trauerfeier, wenn es gilt, sich zu stärken für den Weg der vor einem liegt. Das Fehlen all dessen verbirgt sich hinter dieser kleinen Zeile.

Gerade in diese Erfahrung hinein möchten wir, die Lilienfamilie, zum Ausdruck bringen, dass wir auch unter den besonderen Umständen dieses Jahres aneinander denken, dass wir solidarisch mit denen sind die trauern und dass wir die, die gegangen sind, in unseren Herzen und unserer gemeinschaftlichen Erinnerung bewahren werden. Und so haben wir uns in kleinstem Kreise an unserem Lilien-Gedenkstein getroffen, haben für jedes gestorbene Mitglied unserer Lilienfamilie ein Licht angezündet und sind einen Moment still geworden im Gedanken oder auch im Gebet für die Verstorbenen und die Trauernden. Und wir möchten alle, diese Zeilen lesen oder das Bild anschauen dazu einzuladen, das selbe zu tun.

Als Sportlerinnen und Sportler wissen wir, dass wir schwere Zeiten nur im Geist der Gemeinschaft überwinden können, und dass man in einer Gemeinschaft immer mal derjenige ist, der andere trägt oder derjenige, der von anderen getragen wird. In diesem Geist wollen wir weitergehen, auch wenn es "aufgrund der aktuellen Situation2 auf andere Weise geschehen muss als wir alle es uns wünschen.

Von Pfarrer Hanno Wille-Boysen, Paulusgemeinde Darmstadt

Soziales Engagement