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Zu viele Schwankungen

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Drei Spiele, drei Siege. 2:0 gegen Würzburg, 4:0 in Fürth und 3:0 in Dresden. So lautete sie, die Bilanz der Lilien zum Jahresabschluss. Das Ziel nach der nur kurzen Weihnachtspause: Den Schwung mitnehmen, genau daran anknüpfen, einfach weitermachen. Und dann zaubert Tobias Kempe im Bochumer Ruhrstadion auch noch einen direkten Freistoß in die Maschen – großer Jubel bricht aus. Das war nach 80 Zeigerumdrehungen. Geht die Serie weiter? Startet der SV 98 genau so ins neue Jahr, wie er das alte beendete? Zusammengerechnet 100 Minuten später herrscht leider Gewissheit: Nein, lautet die Antwort.

Foto: Holtzem

Einer 1:2-Niederlage beim VfL Bochum folgte das gleiche Ergebnis auch im Heimspiel gegen Hannover 96. "Zwei unglückliche Niederlage, die wir hätten verhindern können", weiß Markus Anfang, als er am Montagvormittag (11.1.) mit den via Zoom zugeschalteten Medienvertretern spricht. "Aber wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht immer damit begnügen, dass wir die Spiele auch hätten gewinnen oder zumindest ein Unentschieden holen können. Wir müssen festhalten, dass wir sie eben nicht gewonnen und auch nicht mit einem Remis beendet haben", fügt der Cheftrainer des SV 98 hinzu.

"So stabil sind wir noch nicht"

Viel zu schwankend seien die Leistungen innerhalb der Spiele und schlussendlich auch die Ergebnisse. Dabei machte sich nach dem Kempe-Freistoß in Bochum für einen kurzen Moment das Gefühl breit, den Darmstädtern würde es gelingen, nun auch endlich die langersehnte Konstanz reinzubekommen. Doch dieser Eindruck nach kurzem Jubelmoment täuschte. "Die Kontinuität und Stabilität haben wir noch nicht in der Mannschaft – das ist während des Spiels so, aber auch während der ganzen Saison. Das ist aktuell unser größtes Problem", erklärte Anfang. Der Wunsch, die Leistung konstant abzurufen und in keiner Spielphase auch nur einen Augenblick nachzulassen, noch bleibt es ein Wunsch. "So stabil sind wir noch nicht", betonte der Liliencoach.

So standen die Südhessen auch nach der Partie gegen Hannover 96 mit null Punkten auf der Habenseite da. Ein Spiel, das mit mehr südhessischer Konsequenz im letzten Drittel auch Remis hätte enden können. "Doch insgesamt war es von der Zielstrebigkeit zu wenig", monierte Anfang. Der Angriff, den Aaron Seydel mit seinem Premierentor im Liliendress verwertete, reichte nicht aus, um gegen selbstbewusste Niedersachsen nach 0:2-Rückstand zumindest einen Zähler mitzunehmen.

Enttäuschung nach Schlusspfiff, 35 Minuten reichen nicht aus

35 druckvolle Minuten zeigten die Lilien im zweiten Durchgang. Eine Phase, in der der SV 98 den Ton angab und die Kugel immer wieder in den Sechzehner des Gegner bugsierte – Torabschlüsse inklusive. Die Leidenschaft, die die Blau-Weißen an den Tag legte, stimmte. "Schade, dass es nicht mehr zu einem Punkt gereicht hat", sprach Marcel Schuhen nach dem Schlusspfiff enttäuscht ins Mikrofon. "In der Phase nach dem Anschlusstreffer müssen wir den Ausgleich erzielen, welcher sogar verdient gewesen wäre", ergänzte der Darmstädter Cheftrainer.

Doch diese 35 Minuten genügten nicht, um die zweitbeste Defensive der 2. Bundesliga ein weiteres Mal ernsthaft in Gefahr zu bringen. Allein das Gefühl, einer Top-Mannschaft wie Hannover 96, die mit reichlich Bundesliga-Erfahrung gespickt am Bölle auflief, auf Augenhöhe begegnen und gegen sie Zähler mitnehmen zu können, sei "nicht befriedigend", wie Anfang verriet. "Wir haben einfach zu viele Punkte liegen gelassen. Das macht uns nicht glücklich", sagte er.

"Wir haben sieben Spiele verloren und fünf gewonnen. Da müssen wir uns definitiv stabilisieren und uns weiterentwickeln. Nur muss das auch mal passieren", fordert Anfang. Die Chance dazu bieten die nächsten, intensiven sowie anstrengenden Wochen. Schon am kommenden Sonntag (17.1., 13.30 Uhr) reisen die Lilien nach Heidenheim. Dort soll nach zwei Niederlagen in Folge der erste Dreier des neuen Jahres gelingen. Dort will der SV Darmstadt 98 seine Leistungsschwankungen beenden. Konstanz und Stabilität, sie sind es, der Schlüssel zum Erfolg.

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