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"Es ist Wahnsinn"

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Ein spektakuläre zweite Halbzeit mit dem glücklichen Ende für die Gastgeber. In wilden zweiten 45 Minuten egalisierten die Lilien zunächst binnen 120 Sekunden einen 0:2-Rückstand - weitere Darmstädter Tore hätten folgen müssen. Doch aufgrund von drei Lattentreffern und einer unzureichenden Chancenauswertung sowie dem dritten Gegentor musste der SV 98 das Stadion am Millerntor als Verlierer verlassen. Anerkennung für gezeigte Moral, aber auch der Frust über fehlende Konsequenz in beiden Strafräumen bestimmen die Aussagen der Blau-Weißen. sv98.de fasst alle Stimmen zum Spiel zusammen.

Foto: Holtzem

Markus Anfang:
"Es war heute ein sehr interessantes Zweitligaspiel – gut und leidenschaftlich von beiden Mannschaften. Im ersten Durchgang ist nicht viel passiert, ohne dass das Spiel unattraktiv war. Beim Gegentor fälschen wir den Ball noch selbst ab und kriegen ihn nicht weg. In der zweiten Halbzeit war nur Darmstadt 98 am Drücker. Wir haben nach der Pause ein richtig gutes Spiel gemacht und richtig viel Moral gezeigt, in dem wir nach dem 0:2 zurückgekommen sind. Wir treffen vorne aber dreimal Aluminium und kriegen dann hinten Tore, die wir besser verteidigen können. Die Treffer zeigen aber auch die enorme Qualität von St. Pauli im vorderen Bereich. Nach dem Ausgleich waren wir ganz klar am Zug, das Spiel für uns zu entscheiden. Wir waren in allen Statistiken besser, nur in der entscheidenden nicht. Die letzte Aktion beschreibt dann nochmal unsere Situation: Der Ball wollte einfach nicht reingehen. Gut war, dass wir in unsere Abschlusssituationen reingekommen sind. Schlecht war, dass wir sie nicht machen. Bis auf die Chancenverwertung kann ich meiner Mannschaft aber nichts vorwerfen, auch wenn wir die entscheidenden Aktionen hätten besser verteidigen können."

Timo Schultz:
"Es war ein glücklicher, aber kein unverdienter Sieg. Es war ein permanentes Hin und Her, das auch 2:2 oder 3:3 hätte ausgehen können. Wir hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff und sind verdient in Führung gegangen. Nach der Pause ist Darmstadt mehr Risiko gegangen. Uns fehlte dagegen der Zugriff. Wir waren zu passiv, schießen trotzdem das 2:0 und haben danach noch eine richtig gute Chance. Die Mannschaft hat sich reingebrettert, die Darmstädter haben uns ordentlich gefordert. Sie sind eine der spielstärksten Teams der 2. Bundesliga."

Serdar Dursun:
"Ich habe schon viele Spiele gemacht, aber so etwas habe ich selten erlebt. Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gezeigt, bei St. Pauli nach einem 0:2 zurückzukommen, das ist alles andere als einfach. Nach dem 2:2 haben wir selbst die Riesenchance auf die Führung, dann macht St. Pauli das 3:2. Wenig später treffe ich die Latte, wir drücken immer weiter und die letzte Aktion ist verrückt. Der Spieler sitzt auf der Linie und klärt den Ball, dann treffen wir zum dritten Mal die Latte. Es ist Wahnsinn. Aber Wahnsinn passt zu Darmstadt 98 in dieser Saison. So sitzen wir enttäuscht in der Kabine, geht der letzte Ball rein, liegen wir uns in den Armen. Das ist Fußball, das sind die Emotionen. Wir wollen nicht mehr von Pech reden, sondern wir müssen mutig bleiben und am Freitag die Punkte gegen den KSC holen."

Tim Skarke:
"Es ist extrem bitter für uns. Wir kommen nach dem 0:2 zurück, arbeiten uns zurück ins Spiel, spielen sehr guten Fußball. Leider haben wir damit erst nach der Pause und insbesondere dem Rückstand so richtig angefangen. Dann steht es 2:2 und wir haben die große Chance auf das 3:2, nutzen sie nicht und verlieren schlussendlich das Spiel. Das tut einfach weh. Uns hat leider wieder ein wenig die Konsequenz in beiden Strafräumen gefehlt, da müssen wir noch mehr als Team zusammenstehen, um alles zu verhindern und vorne die Dinger zu machen. Trotzdem hat man gesehen, was wir können. Da müssen wir dranbleiben. Wir behalten die Köpfe oben und bleiben positiv, aber heute ist es wirklich bitter."
 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel

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