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"Ich bin selbstbewusster geworden"

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Sechs Jahre lang trug Patric Pfeiffer das Trikot des Hamburger SV. Ein Pflichtspiel im Volksparkstadion hat der Innenverteidiger bislang aber noch nicht absolviert. Das könnte sich am Freitagabend (9.4./18.30 Uhr) ändern, wenn Pfeiffer mit den Lilien bei seinem ehemaligen Verein gastiert. Vor dem Aufeinandertreffen mit dem HSV haben wir mit unserer Nummer fünf gesprochen.

Foto: Holtzem

sv98.de: Patric, am Freitag geht es für dich zurück an die alte Wirkungsstätte. Zurück zum HSV. Sicherlich ein besonderes Spiel, oder?

Pfeiffer: Natürlich ist es speziell, wenn es gegen den Verein geht, für den man viele Jahre lang gespielt hat und bei dem weiterhin noch viele Freunde und bekannte Gesichter aktiv sind. Insofern fiebere ich dem Freitag schon entgegen.

sv98.de: Nach zuletzt vier Spielen in der Startelf dürftest du dir sicherlich erneut Chancen ausrechnen. Kannst du dir schon ungefähr vorstellen, wie es wäre, im Volksparkstadion zu spielen?

Pfeiffer: Es wäre dann mein erstes Pflichtspiel überhaupt auf dem Rasen im Stadion. Ich habe für Hamburg zwar schon Testspiele dort gemacht und war letztes Jahr bei unserem Spiel im Kader, aber ein Einsatz wäre nochmal etwas anderes. Davon habe ich die komplette Jugendzeit geträumt. Natürlich habe ich nicht unbedingt daran gedacht, dass ich als Spieler eines anderen Teams dort auflaufen könnte, aber darüber würde ich mich jetzt genauso freuen. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass ich wieder spielen darf.

sv98.de: Der Saisonauftakt 2019/20 fand beim HSV statt, es waren deine ersten Wochen in Darmstadt, das Auswärtsspiel in Hamburg dein erstes Pflichtspiel im Spieltagskader der Lilien. Das war am 28. Juli 2019. Nun haben wir April 2021. Wie siehst du deine Entwicklung seither?

Pfeiffer: Ich kann schon zufrieden sein. Ich habe mich immer mehr an das Niveau der Liga gewöhnt, mittlerweile auch einige Spiele absolviert. Natürlich muss ich weiterhin an mir arbeiten. Aber der bisherige Weg stimmt mich absolut zuversichtlich.

sv98.de: Allein an den Zahlen lässt sich das festmachen. Sieben Einsätze in der Liga und 221 Minuten waren es 2019/20, nun sind es bereits 17 bei 1034 Minuten…

Pfeiffer: Das macht mich schon ein wenig stolz. Ich habe mir immer wieder kleine Ziele gesetzt und wollte mich stetig entwickeln, das ist mir bis dato ganz gut gelungen. Aber ich weiß auch, dass vieles noch besser werden kann.

sv98.de: Zum Beispiel?

Pfeiffer: Ich muss manchmal ein wenig schlauer sein und Situationen cleverer lösen. Und ganz oben auf meiner Liste steht der Offensivkopfball. Mit meiner Größe muss ich bei Standards noch deutlich gefährlicher werden, daran arbeite ich auch gezielt. Speziell das Timing kann ich da noch verbessern.

sv98.de: Beim Auswärtsspiel in Braunschweig gab es Gelb für dich, weil du dich etwas zu energisch vor einem Gegenspieler aufgebaut hast und ein „paar nette Worte“ für ihn übrig hattest. Auch wenn die Gelbe Karte nicht unbedingt nötig war, zeigt auch das einen Entwicklungsschritt?

Pfeiffer: (lacht) Das stimmt, die Karte hätte ich mich sparen können. Aber ja, ich bin selbstbewusster geworden und traue mir deutlich mehr zu als noch zu Beginn meiner Zeit hier. Und ich brauche das manchmal einfach. Dem Gegner zeigen, dass ich da bin. Aber auch das kann ich vielleicht noch cleverer machen, damit es eben keine Karte gibt.

sv98.de: Bist du dir deiner körperlichen Präsenz und Wirkung bewusst?

Ich glaube schon, dass ich einschüchternd wirken kann. Aber wirklich nachempfinden kann ich es natürlich nicht, weil niemand größer ist als ich. (lacht) Mir wird aber schon gesagt, dass ich meine körperlichen Vorrausetzungen nutzen soll und auch eine gewisse Ausstrahlung habe. Und ich spüre durchaus den Respekt der Gegenspieler.

sv98.de: Wie sehen deine ehemaligen Mitspieler deinen Weg, du hast ja noch mit vielen Jungs aus Hamburg Kontakt…

Pfeiffer: Da habe ich schon oft die Rückmeldung bekommen, dass ich eine gute Entwicklung genommen habe und sie sich darüber freuen. Ich durfte ja auch im Hinspiel durchspielen, da haben sie mich auch für die Leistung gelobt.

sv98.de: Mit wem hast du den meisten Kontakt?

Pfeiffer: Mit Josha Vagnoman. Wir spielen sehr oft gemeinsam Playstation, also Online. Allerdings kein FIFA, sondern eher Fortnite. Leider ist Josha besser (lacht)

sv98.de: Persönlich eher weniger Kontakt hast du wahrscheinlich mit Simon Terodde, dafür gab es schon im Hinspiel viele direkte Duelle auf dem Platz mit ihm. Stellst du dich auf so einen Spieler nochmal speziell ein?

Pfeiffer: In der Vorbereitung macht das keinen großen Unterschied. Aber bei ihm weiß ich umso mehr, dass ich ihn keine Sekunde aus den Augen lassen darf. Im Hinspiel hatten wir ihn eigentlich auch im Griff, trotzdem hat er dann das 2:1 gemacht. Aber das sind die Gegenspieler und Erfahrungen, die mich extrem weiterbringen.

sv98.de: Hilft es in dieser Hinsicht auch, jeden Tag mit Serdar Dursun zu trainieren?

Pfeiffer: Auf jeden Fall. In den Zweikämpfen mit Serdar knallt es immer. (schmunzelt) Er arbeitet viel mit dem Körper und den Armen, da muss ich jedes Mal alles reinwerfen.

sv98.de: Leider wird auch das Spiel am Freitag ohne Zuschauer stattfinden. Für dich besonders bitter?

Pfeiffer: Das tut schon richtig weh. Familie und Freunde hätte ich natürlich sehr gerne im Stadion gesehen, beim letzten Mal habe ich noch einige Karten besorgt. Leider ist es nicht zu ändern und sie können ja zumindest am Fernseher dabei sein. Und ich bin optimistisch, dass sie sehen, wie wir im Volksparkstadion punkten werden.

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