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"Jeder ist mit vollem Herzen dabei"

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Emir Karic blieben nur wenige Augenblicke, um auf individuelle Art seinen Treffer zu feiern, bevor der Österreicher von der blau-weißen Jubeltraube verschluckt wurde. Ähnlich war es zuvor auch Phillip Tietz, Luca Pfeiffer und Benjamin Goller ergangen. Das gemeinsame Feiern, die Freude für den Mitspieler, die kollektive Glückseligkeit – die Szenen nach allen Toren zeigten einmal mehr: Die Lilien sind eine geschlossene Einheit.

Foto: Eibner

"Es macht einfach Spaß, mit dieser Mannschaft zu spielen. Es sind alles geile Typen“, schwärmte Luca Pfeiffer nach Abpfiff von seinen Teamkollegen und ergänzte: "Ich habe mich über jedes Tor genauso gefreut, als wäre es mein eigenes gewesen.“ Pfeiffer selbst hatte mit seinen beiden Treffern einen großen Teil zum ersten Auswärtssieg der Saison beigesteuert, viel lieber wollte der hochgewachsene Angreifer aber über andere sprechen: "Es macht mich glücklich, dass es bei allen so gut funktioniert. Für Benni und Emir freut es mich heute besonders."

Sowohl Benjamin Goller als auch Emir Karic hatten in Sandhausen ihre Torpremiere für den SV 98 gefeiert und mit ihren Treffern den fulminanten zweiten Durchgang eröffnet bzw. abgeschlossen. "Wir haben uns in einen Rausch gespielt", resümierte Torsten Lieberknecht mit Blick auf die Leistung nach dem Seitenwechsel. Zu einem funktionierenden Kollektiv gehört aber auch, im Erfolgsfall keine rosarote Brille aufzuziehen und ausschließlich das Positive zu betrachten. Entsprechend zog der Lilien-Coach natürlich auch die erste Halbzeit in sein Gesamtfazit mit ein: "Da hat nichts darauf hingedeutet, dass wir so hoch gewinnen werden. Die Jungs waren zu sehr damit beschäftigt, unbedingt auswärts diesen Dreier einzufahren. Dabei haben sie vergessen, Ruhe und Sicherheit auszustrahlen."

Gefühltes Heimspiel

Zwar machte der SV 98 auch vor der Pause ein ordentliches Spiel am Hardtwald und lag mit 2:1 in Front, die Explosion folgte aber erst, nachdem in der Halbzeit "das eine oder andere angesprochen", worden war, wie Lieberknecht verriet. Mit Wiederanpfiff entwickelte sich dann ein Sturmlauf der mit 21 Saisontoren nunmehr besten Offensive der 2. Liga, angetrieben von rund 1000 lautstarken Auswärtsfans, die das Team am Tag der Deutschen Einheit in die Kurpfalz begleitet hatten. "Es hat sich heute wie ein Heimspiel angefühlt", so Pfeiffer mit Blick auf die Unterstützung, die auch Sturmpartner Tietz hervorhob: "Es ist schön, dass wir ihnen so ein Spiel zurückgeben konnten. Die Unterstützung hat uns einen großen Push gegeben, da hat es einfach Bock gemacht, Fußball zu spielen."

Eine Einheit auf dem Platz. Eine Einheit auf den Rängen. Eine Symbiose zwischen Spielern und Supporten. Der mehrfache kollektive Jubel direkt vor dem ausverkauften Gästeblock stand symbolisch für den geschlossen Auftritt aller Heiner in Sandhausen. Gekrönt von drei Punkten auf fremden Platz, sechs Toren und einer Menge Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben." Jeder in der Mannschaft ist mit vollem Herzen dabei", erklärte Lieberknecht am Sonntagnachmittag. Die perfekte Überschrift für das, was die Lilien schon im gesamten Saisonverlauf demonstrieren.   

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