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"Es könnte schlechter laufen"

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Fünf Treffer hat Luca Pfeiffer in dieser Saison bereits erzielt, dazu kommen zwei Torvorlagen. Wir haben mit dem Angreifer über diese Ausbeute, sein Zusammenspiel mit Phillip Tietz und den Spaß am Fußball gesprochen.

Foto: Eibner

sv98.de: 7 Scorerpunkte in 8 Einsätzen, wie zufrieden bist du bislang mit deiner Ausbeute?

Luca Pfeiffer: Es könnte schlechter laufen. Die Statistik ist ganz ordentlich, wichtig ist mir natürlich, dass ich damit auch der Mannschaft dabei helfen konnte, ein paar Spiele zu gewinnen.

sv98.de: Zumal du bislang nicht wirklich viele Chancen ausgelassen hast. Im Schnitt landet jeder dritte deiner Versuche im Netz…

Pfeiffer: Sicherlich hat ein Stürmer immer Phasen, in denen es läuft und dann auch wieder Phasen, wo der Ball einmal öfter an den Pfosten geht. Ich weiß, dass ich die Qualität habe, um das eine oder andere Tor zu machen, wichtig ist mir, dass ich in die Abschlusssituationen komme.

sv98.de: Du hast schon mit rechts, links und dem Kopf getroffen. Klingt nach kompletten Stürmer…

Pfeiffer: (lacht) Daraus kann ich zumindest ableiten, dass ich nicht nur auf einen Fuß oder den Kopf beschränkt bin. Egal, wie oder wo der Ball im Strafraum runterkommt, es gibt die Möglichkeit, dass ich daraus ein Tor machen könnte. Das gibt einem schon ein besseres Gefühl für die Spiele.

sv98.de: Nach deinem Treffer in Sandhausen zum 4:1 bist du sofort vor den Gästeblock gelaufen. Wie war das Gefühl, kurzzeitig alleine vor den mitgereisten Fans zu feiern, bevor dich alle Mitspieler angesprungen sind?

Pfeiffer: Wir haben schon vor dem Spiel aus dieser Ecke gehört, welche Fans die lautesten sein werden. Dementsprechend wusste ich natürlich genau, wo unser Block ist. (grinst) Es war schön, genau dort zu treffen und dann haben es sich die Fans auch verdient, dass wir direkt vor ihnen jubeln. Phillip und Emir sind nach ihren Treffern dann auch dorthin gelaufen, das war schon emotional, als gesamte Truppe dort feiern zu können. Es war schön, dass wir unsere Anhänger für den Auswärtssupport belohnen konnten.

sv98.de: Generell dürfte es großen Spaß gemacht haben, mit einem solchen Spiel den ersten Auswärtssieg der Saison einzufahren…

Pfeiffer: In der ersten Halbzeit hat sich unser Spiel noch ein wenig behäbig angefühlt. Wir haben zwar nicht wirklich große Chancen zugelassen, aber speziell nach der frühen Führung hätten wir souveräner auftreten können. Ich war dann wirklich froh, dass wir noch vor der Pause das 2:1 erzielt haben und in der zweiten Halbzeit ist es dann einfach gelaufen. Es hat riesigen Spaß gemacht, bei jedem Spieler hat vieles funktioniert. Für Benni und Emir hat es mich besonders gefreut, zumal es der ganzen Mannschaft hilft, wenn wir unberechenbarer sind, weil so viele Spieler Tore erzielen können.

sv98.de: Über die Verbindung zu Phillip Tietz wurde schon häufiger gesprochen, jetzt steht ihr zusammen bei 13 Toren. Musstet ihr euch schon mal kneifen, wie gut es läuft?

Pfeiffer: Bei uns passt einfach vieles. Wir wissen schon beide, dass es unwahrscheinlich ist, dass wir diesen Schnitt über eine komplette Saison halten können, aber aktuell läuft es. Wir ergänzen uns gut, wir freuen uns für den anderen und legen uns die Dinger auch gerne gegenseitig auf. Es hilft einfach, dass wir uns auch als Typen neben dem Platz so gut verstehen und natürlich wäre es schön, wenn solche Quoten irgendwann Normalität für uns werden würden. (lacht) Noch wichtiger ist mir aber, dass wir uns als gesamte Mannschaft diesen Spaß und die Spielfreude beibehalten. Es wird häufig und oftmals auch zu viel über die Stürmer geredet, am Sonntag hat in der zweiten Halbzeit generell alles gepasst. Ich will da auch die Defensive herausheben, die überhaupt nichts zugelassen hat. Für Offensivspieler ist es viel einfacher, wenn man genau weiß, dass man sich auf die Jungs hintendran verlassen kann.

sv98.de: Vor deinem Wechsel nach Darmstadt hattest du zwei Spiele in der 2. Liga absolviert, bei Phillip waren es genau 30. Ist eure Lust auf diese Spielklasse dadurch automatisch vielleicht noch höher als bei anderen?

Pfeiffer: Wir haben einfach Bock, für diesen Verein und diese Mannschaft zu spielen. Über die Spielklasse selbst habe ich mir nie große Gedanken gemacht, ich habe mich vor der Saison auch nicht gefragt, ob ich auf diesem Niveau mithalten kann. Ich freue mich einfach darauf, Woche für Woche auf dem Platz zu stehen. Deswegen glaube ich eher, dass wir alle einfach Spaß am Fußball haben und heiß auf die Spiele sind. Unabhängig von der Liga.

sv98.de: Ist es bei aller Harmonie zwischen Phillip und dir trotzdem automatisch auch ein Anreiz, wenn man sieht, dass der jeweils andere gute Leistungen bringt?

Pfeiffer: Auf jeden Fall. In Sandhausen macht er das erste Tor, dann ziehe ich nach, erziele später auch das 4:1 und ein paar Minuten später schnürt dann Tietzer ebenfalls den Doppelpack. Es pusht einen schon, wenn der Sturmkollege trifft. Aber wenn wir eine verbitterte Konkurrenz leben würden, in der keiner dem anderen etwas gönnt, dann hätten wir beide deutlich weniger Tore auf dem Konto. Unser gutes Verhältnis hilft uns beiden dabei, diese Leistungen abzurufen.

sv98.de: Interessant ist auch, dass Phillip schon acht Mal im Abseits stand, du noch nicht einmal. Zeigt das, dass sich eure Laufwege schon deutlich unterscheiden bzw. auch ergänzen?

Pfeiffer: Vielleicht ist er auch zu schnell und ich bin zu langsam. (lacht) Nein, es ist schon so, dass er häufiger den Weg in die Tiefe macht, während ich die Bälle gerne in den Fuß bekomme und mich nicht immer in der letzten Kette aufhalte. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein.

sv98.de: Generell stellt ihr nun mit 21 Toren die beste Offensive der Liga. Welche Begründung hast du dafür und für wie realistisch hättest du so etwas nach den ersten beiden Spieltagen gehalten?

Pfeiffer: Das ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft. In Sandhausen schlägt Tobi zwei Bälle Tietzer genau auf den Schädel, Matze Bader sammelt als Rechtsverteidiger schon seinen dritten Assist. Für so einen Wert ist jeder Spieler mitverantwortlich, jeder trägt seinen Teil dazu bei, unabhängig davon, wer schlussendlich den Treffer macht. Nach zwei Spieltagen standen wir bei 0:5 Toren und natürlich ist es dann nicht so einfach, den Kopf oben zu behalten und an die eigenen Qualitäten zu glauben. Aber wir haben es geschafft, uns aus dieser Situation herauszuziehen und nun auch mit zahlreichen Treffern zu belohnen.

sv98.de: Generell ist nun ein gutes Viertel der Saison gespielt. Ihr dürftet angesichts der Probleme zu Saisonbeginn mit 13 Punkten durchaus zufrieden sein…

Pfeiffer: Die Ausbeute ist ordentlich, wobei wir eher Punkte haben liegenlassen als sie glücklich einzusammeln. Unsere Siege waren alle verdient, während wir speziell in Heidenheim eigentlich ein Unentschieden hätten mitnehmen müssen. Wichtiger als die reine Punktzahl ist aber ohnehin, dass wir es geschafft haben, gemeinsam und als Team aus der schwierigen Phase zum Start  herauszukämpfen. In den ersten beiden Spielen war es nahezu unmöglich, Zähler einzusammeln, da ist es doppelt schön, dass wir es geschafft haben, seit dem vier Spiele zu gewinnen.

sv98.de: Nun habt ihr etwas mehr Zeit, euch auf das Heimspiel gegen Bremen vorzubereiten. Knapp 13.600 Fans dürfen dann ans Bölle, es kommt ein Bundesliga-Absteiger. Kribbelt es da jetzt schon?

Pfeiffer: Allgemein machen die Heimspiele extrem viel Spaß und wenn jetzt fast doppelt so viele Leute im Stadion dürfen, dann ist die Vorfreude noch einmal größer. Die Zeitspanne zwischen dem Spiel gegen Dresden und dem nächsten Heimspiel gegen Bremen ist schon wirklich groß, da ist jeder heiß darauf, wieder am Bölle auflaufen zu dürfen. Die freien Tage jetzt am Wochenende tun auch gut, aber spätestens ab der nächsten Woche wird das Kribbeln stetig zunehmen.

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