Darmstadt 98 - zur Startseite
Wir Lilien. Aus Tradition anders
Menue

Angestrebte Punkte gegen einen guten Bekannten

Partien gegen den 1. FC Heidenheim bedeuten für Dirk Schuster stets ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Auf keinen Verein traf der 51-Jährige in seiner gesamten Trainerkarriere so häufig wie auf die Brenzstädter, bei allen acht Vergleichen coachte Frank Schmidt die Gegenseite. Vor dem erneuten Kräftemessen zollte Schuster seinem Trainerkollegen großen Respekt, verdeutlichte aber auch, dass er sich für den Sonntag einiges ausrechnet.

Foto: Huebner/Ulrich

Zumindest die Statistik spricht dabei knapp für den gebürtigen Chemnitzer, der in seiner Verantwortung als Lilien-Chefcoach bisher nur eine Niederlage gegen den FCH einstecken musste. Zwei Siege und vier Unentschieden stehen zudem in der persönlichen Bilanz, die Schuster gerne weiter ausbauen möchte. "Mit der Unterstützung unserer Fans wird etwas möglich sein. Unser Ziel werden die drei Punkte sein", erklärte der Übungsleiter, der allerdings genau um den Grad der Herausforderung weiß: "Wir müssen alles aufbieten."

"Er lässt sich immer etwas Besonderes einfallen" 

Zusätzlich erschweren könnte die Aufgabe zudem Schmidts angesammeltes Wissen über die Lilien, wie Schuster mit einem leichten Schmunzeln verriet: "Er lässt sich immer etwas Besonderes einfallen für die Spiele bei uns, da hat er uns schon ein paar Mal überrascht."

Überhaupt war Schuster auf der Pressekonferenz der Respekt anzumerken, den er für seinen langjährigen Wegbegleiter und dessen Mannschaft besitzt: "Frank macht einen sehr guten Job und wir haben Hochachtung davor, wie sich der ganze Verein entwickelt hat."

Diese Entwicklung hat den seit sechs Spielen ungeschlagenen FCH in dieser Saison in die Spitzengruppe der Liga geführt, aufgrund der bereits gesammelten 34 Punkte sprach auch Schuster mit Blick auf den Gegner von "einem Brett, was wir zu bohren haben."

An St. Pauli anknüpfen

Doch im bisherigen Saisonverlauf fanden die Lilien im Merck-Stadion am Böllenfalltor oftmals das richtige Werkzeug, um die Kontrahenten vor große Herausforderungen zu stellen, so auch zuletzt gegen Aufstiegsanwärter St. Pauli: "Wir wollen an die Leistung anknüpfen", erklärte Schuster mit Blick auf das vergangene Heimspiel, das der Trainer im Nachgang als "eines der besten Saisonspiele" bezeichnet hatte.

Eine Leistung auf diesem Niveau wird es nun auch brauchen, um den frischgebackenen Pokal-Viertelfinalisten von der Ostalb in die Schranken zu weisen. Einen Gegner, den Schuster beim Überraschungssieg über Leverkusen am Dienstag selbst in Augenschein nahm und dabei eine "laufstarke, kampfstarke und sehr disziplinierte Mannschaft" beobachten konnte.

Personelle Fragezeichen

Hinsichtlich der optimalen Formation für das Wochenende stellen sich dem früheren Nationalspieler aktuell noch einige "personelle Fragezeichen" in den Weg. Denn: Neben den sicheren Ausfällen von Felix Platte, Slobodan Medojevic und Max Grün konnten auch Sandro Sirigu, Patrick Herrmann, Immanuel Höhn und Sören Bertram noch nicht oder nur teilweise mit der Mannschaft trainieren. "Wir wissen noch nicht, mit welcher Aufstellung wir spielen können", so Schuster angesichts der angespannten Personallage, von der sich der Sachse allerdings keine Kopfschmerzen bereiten lässt: "Wir haben mehrere Möglichkeiten."

Zudem gab der Cheftrainer zu, dass einem Spieler eine kleine Sonderrolle in der Spielvorbereitung zugekommen sei. "Es wäre fahrlässig, wenn wir Mathias Wittek nicht befragen würden", erklärte Schuster angesichts der langjährigen Heidenheimer Vergangenheit seines Neuzuganges, ohne dabei alles allein auf diese Karte setzen zu wollen: "Ich denke, dass mein Kollege die ein oder andere Situation verändern wird, weil er auch weiß, dass Matze mit uns im Austausch ist."

Es sind also viele Gedankenspiele, die auf beiden Seiten im Vorfeld des Wiedersehens in den Köpfen herumkreisen dürften. Und es könnte erneut eine Partie werden, in der Nuancen über den Spielausgang entscheiden. So wie es in der Vergangenheit immer der Fall war.