Das gute Gefühl

S-V-D, Allez les bleus! Im Dresdner DDV-Stadion lief die vierminütige Nachspielzeit und in der sonst so stimmungsvollen Arena waren nur noch die Gesänge des blau-weißen Gästeblocks zu hören. Der Grund für Stille auf der einen und freudige Akustik auf der anderen Seite prangte auf der Anzeigetafel. Nach einer beeindruckenden Leistung führte der SV 98 mit 2:0 und fuhr wenige Sekunden später die verdiente Belohnung ein. Drei immens wichtige Punkte, die ein gutes Gefühl geben, das auf dem weiterhin langen Weg zum Klassenerhalt gebraucht wird.

Foto: Huebner/Ulrich

Die positiven Emotionen des Vortages waren auch am Samstagmorgen allgegenwärtig. „Wenn man gewinnt, fühlt sich der Tag danach natürlich gut an“, erklärte Fabian Holland und sprach damit wohl für alle, die es mit dem SV 98 halten. Bereits nach Abpfiff hatten die Akteure mit der Lilie auf der Brust unisono betont, welche Bedeutung die drei Zähler auch abseits der Tabelle besitzen. „Wir sind auch in der vergangenen Wochen positiv geblieben, aber so ein Sieg gibt natürlich viel Selbstvertrauen. Das tut uns allen gut, das sieht man der Mannschaft auch an“, diktierte beispielsweise Felix Platte in die Notizblöcke der Journalisten, bevor er den Blick schon nach vorne richtete: „Wir werden uns darauf nicht ausruhen. Wir sehen ja, wie viel Bock ein Sieg macht, dafür werden wir weiter Gas geben.“

"Bewegen uns in die richtige Richtung"

An der Herangehensweise der Lilien wird sich durch den Erfolg in Dresden nichts ändern. Mit Ruhe und Akribie wurden die Niederlagen der letzten Wochen aufgearbeitet, der eigene Weg nie verlassen. Dasselbe gilt nun auch für die Einordnung des erzielten Erfolgserlebnisses: „Wir haben noch nichts erreicht“, machte Holland deutlich, dass sich rund um das Böllenfalltor jeder der weiterhin schwierigen Tabellensituation bewusst ist: „Wir müssen dranbleiben und noch einen Schritt mehr machen.“

Den Schritt mehr als der Gegner hatten die Lilien auch in Dresden gemacht, darüber hinaus kompakt und diszipliniert verteidigt und durchaus spielfreudig und effektiv nach vorne agiert. „Wir haben mehr investiert, als es Dresden getan hat“, fasste Aytac Sulu zusammen, der sich über ein „sehr gutes Auswärtsspiel“ freute. Aber auch der Kapitän wollte nicht in Euphorie verfallen und ordnete den Sieg lieber im Gesamtkontext der jüngeren Vergangenheit ein: „Die Tendenz ging seit Wochen nach oben, jetzt haben wir uns endlich belohnt. Wir bewegen uns in die richtige Richtung.“

"Wissen, dass es noch ein langer Weg ist"

Damit griff Sulu ein wenig den Worten seines Cheftrainers voraus, der auf der Pressekonferenz nach Spielende eine vergleichbare Ansicht geltend machte: „Die Mannschaft macht es von Spiel zu Spiel besser und hat verinnerlicht, wie man im Kampf um den Klassenerhalt auftreten muss. Trotzdem haben keinen Grund irgendetwas zu feiern oder abzuheben. Wir müssen weiter hart und akribisch arbeiten. Nur so können wir unser Ziel erreichen.“

Zumal sich mit dem FC Ingolstadt am kommenden Samstag ein Schwergewicht in den Weg zu ebendiesem Ziel stellt. „Die Gegner werden nicht einfacher“, resümierte daher auch Fabian Holland, bevor er anfügte: „Wir wissen, dass es noch ein langer Weg ist. Aber dass wir es können, haben wir gestern gesehen.“

Und zumindest am Samstag durften die Lilien dieses Gefühl auch genießen.