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"Der erste Schritt auf einem langen Weg"

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und manchmal braucht es sehr viele Schritte, um überhaupt das erste Zwischenziel zu erreichen. 119,65 Kilometer spulten die Lilien am Millerntor ab, bis es endlich geschafft war: Der erste Sieg seit September, das erste zu Null seit dem Hinspiel gegen St. Pauli und die erste gemeisterte Etappe auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Foto: Stefan Holtzem

Allein 11,89 Kilometer der Gesamtstrecke des SV 98 hatte Peter Niemeyer in den Beinen, als er nach Abpfiff davon sprach, dass die Lilien heute "einen kleinen Schritt in die richtige Richtung" gemacht hatten. Mit seiner Einschätzung kam der 34-Jährige seinem Cheftrainer zuvor, der nur wenig später auf der Pressekonferenz ganz ähnliche Worte wählte, um den Auswärtssieg seiner Mannschaft einzuordnen: "Wir haben auf einem langen steinigen Weg den ersten Schritt gemacht."

Eine Beschreibung der Gesamtsituation, die durchaus auch auf den Spielverlauf am Millerntor gepasst hätte. Denn der Weg, den die Lilien nach dem Führungstreffer von Joevin Jones hin zum Gefühl des Sieges beschritten, erforderte starke Nerven bis zur letzten Sekunde.

Das Ego hinten angestellt

"Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt und um jeden Quadratmeter Platz gekämpft", brachte Dirk Schuster auf den Punkt, was knapp 30.000 Zuschauer zuvor über 94 Minuten gesehen hatten. Ebenso wie einige Momente, in denen die Gastgeber einem möglichen Ausgleichstreffer extrem nah kamen. "Es war noch nicht alles Gold, was glänzt", gab dann auch Peter Niemeyer unumwunden zu, stellte aber auch klar: "Wir sind einfach glücklich über den Dreier. Für die Moral war das extrem wichtig. Jeder hat sein Ego hintenangestellt, weil es für uns nur gemeinsam geht."

Auch Niemeyer hatte gesehen, wie das gesamte Team mit "Mann und Maus" verteidigte, unzählige Schüsse blockte und mit Daniel Heuer Fernandes einen Torwart besaß, der die Heimmannschaft zur Verzweiflung brachte. "Es ist die Aufgabe des Torwarts, auch mal einen Unhaltbaren zu halten", blieb Fernandes selbst bescheiden und freute sich viel eher über "das geile Gefühl" des Sieges.

Auch Schuster betonte, wie schön es sei "nach langer Zeit wieder das Gefühl zu haben, wie sich ein Sieg anfühlt." Der 50-Jährige wusste aber auch, was es braucht, um eben diese Empfindung auch in den nächsten Wochen zu verspüren: "Wir dürfen in keiner Weise nachlassen und müssen auch die nächsten Spiele mit derselben Einstellung, Willenskraft und Bereitschaft angehen."

"Durch das Feuer gehen"

Überhaupt verloren die Lilien bei all der Freude und Erleichterung über das Ende der Sieglos-Serie nicht den Blick auf die Gesamtsituation, die den SV 98 nach wie vor auf Platz 16 ausweist: "Wer auf die Tabelle guckt, weiß, wie wichtig der Sieg heute war", erklärte Niemeyer stellvertretend und gab auch sofort die Marschroute für die nächsten Wochen vor: "Es gilt, Kräfte zu bündeln und für den Verein durch das Feuer zu gehen."

Der nächste Schritt soll dabei schon am kommenden Sonntag erfolgen, wenn der MSV Duisburg im Merck-Stadion am Böllenfalltor gastiert. Egal, wie viele Kilometer zwischen An- und Abpfiff liegen.