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"Der Fleißige wird immer belohnt"

Wer seinen ursprünglich freien Tag am Arbeitsplatz verbringt, der wird im Volksmund gerne als „Workaholic“ bezeichnet. Folgt man dieser überspitzten Bezeichnung, so verfügt der SV 98 über eine Vielzahl an Vertretern dieser „Berufsgruppe“. Denn obwohl der Trainingsplan der Lilien einen trainingsfreien Freitag auswies, tummelte sich ein Großteil des Kaders am Böllenfalltor, um individuell in verschiedenen Bereichen zu arbeiten. Ein Umstand, den Dirk Schuster mit Wohlwollen registrierte. Nicht nur, weil der 50-Jährige mit seinem Team selbst am Stadion weilte, sondern auch, weil der Cheftrainer an den zusätzlichen Ertrag für abgeleistete „Überstunden“ glaubt.

Foto: Stefan Holtzem

"Der Fleißige wird grundsätzlich immer belohnt", zeigte sich Schuster auf der Pressekonferenz zuversichtlich, dass sich "Intensität und Aufwand" im Arbeitspensum seiner Mannschaft schon bald auszahlen werden. Der Übungsleiter betonte zudem, wie wichtig es sei, den eigenen Weg trotz der "kleinen Nackenschläge" der letzte Spiele weiterzugehen: "Wir werden die Punkte einfahren, weil wir sehr viel in das Projekt Klassenerhalt investieren. Wir müssen weiter daran glauben, das leben wir vor und das hat auch die Mannschaft verstanden."

An Leistung gegen Kaiserslautern anknüpfen

Zwar blieben die Punkte und damit der oft zitierte Preis, für den sich jeder Fleiß irgendwann lohnt, gegen Kaiserslautern noch aus, die 90 Minuten gegen die Pfälzer bestätigten aber auch Schuster in der Auffassung, schon gegen den 1. FC Heidenheim gute Chancen auf ein Erfolgserlebnis zu besitzen: "Ich habe mir die Werte des Lautern-Spiels im Nachgang angeguckt, die waren alle im oberen Bereich. Das hat alles gepasst", verwies der Trainer auf die positiven Statistiken vom Mittwochabend, ergänzte dann aber auch, in welchem Punkt seine Elf am Sonntag einen Schritt nach vorne machen müsse: "Die letzte Gier vor dem eigenen Tor, unbedingt alles zu verhindern, und die letzte Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor sind uns ein wenig abgegangen. Das müssen wir entwickeln."

Im besten Fall gelingt diese Entwicklung schon bis zum Sonntag, denn mit den Heidenheimern reist nach Schusters Ansicht eine "gewachsene Mannschaft" nach Darmstadt, die den Lilien "alles abverlangen wird" und die mit einem Auswärtssieg einen großen Schritt in Richtung frühzeitigen Klassenerhalt machen würde. "Heidenheim ist absolut gefestigt, verfügt über sehr gute Standards, spielt sehr kampfkräftig und hat eine gute Mentalität. Dazu kommt mit Schnatterer ein überragender Fußballer und Einzelkönner", teilte Schuster einige seiner Erkenntnisse über den kommenden Gegner mit den Journalisten.

Vorbild Heidenheim

Auch die Art und Weise, wie sich der FCH nach schwierigem Saisonstart (8 Punkte nach 11 Spielen) in der Tabelle nach oben arbeitete, imponiert Schuster, der dem nächsten Gegner dafür großen Respekt zollte: "An Heidenheim hat man zu Saisonbeginn gesehen, dass man schwierige Situationen lösen kann, wenn man ruhig und sachlich bleibt und die eigenen Fehler aufarbeitet. Da können sie sicherlich ein Vorbild für uns sein."

Um nach drei Unentschieden in den bisherigen Zweitligapartien mit dem FCH nun die volle Punkteausbeute einzufahren, setzt Schuster zudem auf einen umfangreichen Samstag, den Trainerteam und Mannschaft "gemeinsam verbringen" werden: "Wir werden gemeinsam frühstücken, dann im Stadion die Zeit auch prophylaktisch und für Gespräche nutzen. Im Training werden wir speziell auf Heidenheim eingehen, uns aber auch unserer eigenen Stärken weiter besinnen."

Es wartet also noch viel Arbeit, bevor das 24. Spiel der Saison angepfiffen wird. Arbeit, die der SV 98 investieren muss, wenn er schon am Sonntag die erste Belohnung erhalten möchte.