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Wir Lilien. Aus Tradition anders
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Die fehlende Zutat

„We fight together“ – die Aufschrift des Banners, den Mannschaft und Fans gemeinsam vor Anpfiff an der Südkurve befestigten, gab die Richtung vor. Und Spieler und Anhänger füllten die Botschaft des textilen Wegweisers anschließend mit Leben. „Wir haben alles investiert“, fasste Dirk Schuster nach Abpfiff zusammen, was sein Team an Mentalität, Einsatz und Bereitschaft auf den Platz gebracht hatte. Allein die mangelnde Chancenverwertung sorgte schlussendlich dafür, dass sich der oft beschworene Hebel weiterhin beständig gegen das vollständige Umlegen wehrte – und der Gast aus Kaiserslautern die Punkte entführte.

Torschüsse, Passquote und Ballbesitz – in all diesen Bereichen waren die Lilien den Roten Teufeln deutlich überlegen, dazu kam eine nahezu ausgeglichene Zweikampfbilanz (Schuster: „Beide Teams haben sich nichts geschenkt“). Leider sind es aber die Tore, die im Fußball schlussendlich für Zählbares sorgen - und diese entscheidende Kategorie gewann der FCK, dank einer Effektivität, die den Lilien am Mittwochabend abging.

„Die Fans haben anerkannt, dass wir alles reingeworfen haben"

„Man kann uns nicht viel vorwerfen, nur, dass wir aus vielen Chancen zu wenig Zählbares gemacht haben“, brachte Markus Steinhöfer auf den Punkt, was schlussendlich für die konträren Stimmungslagen bei beiden Mannschaften sorgte. Denn alle anderen Zutaten, die es für einen Heimsieg braucht, hatten die Lilien zuvor reichlich in den (Hexen-)Kessel Böllenfalltor geworfen. Ein Umstand, der trotz des bitteren Spielausgangs von allen Beobachtern gewürdigt wurde: „Die Fans haben anerkannt, dass wir alles reingeworfen haben. Wir müssen weiterhin gemeinsam gehen. Irgendwann kommt der Schalter, den wir umlegen können.“

Zu spät fand Felix Platte am Mittwoch diesen Schalter und damit das fehlende Puzzlestück im ansonsten passenden Gebilde des SV 98. „Wir hatten uns viel mehr erhofft“, zeigte sich der Torschütze am Donnerstag dementsprechend enttäuscht, ließ sich aber von den vielen vergebenen Möglichkeiten nicht entmutigen: „Das Glück müssen wir uns erarbeiten, da sind wir auf einem guten Weg. Dass die Fans hinter uns stehen, tut dabei wahnsinnig gut.“

Auch am Sonntag: "We fight together"

Am Sonntag findet die englische Woche mit dem Heimspiel gegen Heidenheim ihren Abschluss. „We fight together“ wird dann erneut am Zaun vor dem S1-Block prangen und wieder werden die Lilien alles versuchen, um diesen Kampf auch mit Torerfolgen zu krönen. Der geringen Zeit bis zum nächsten Anlauf können die Lilien dabei viel Positives abgewinnen: „Es tut uns gut, dass wir am Sonntag wieder spielen und uns nicht so lange mit dem Spiel beschäftigen müssen“, erklärte Immanuel Höhn mit Blick auf das nächste Heimspiel, für das der 26-Jährige eine klare Marschroute ausgab: „Wir müssen schnell wieder in die Spur kommen.“

Auch Platte richtete das Augenmerk bereits auf das Duell mit dem 1. FC Heidenheim, ohne dem Gegner dabei eine allzu große Bedeutung zuzuschreiben: „Es ist völlig Wurst, gegen wen wir in unserer Situation spielen. Wir müssen versuchen, gegen jeden Gegner irgendwie Punkte einzusammeln. Egal wie.“

Dafür müssen die vorhandenen Chancen in Tore umgemünzt werden. Egal wie.