"Die richtige Mischung ist sehr wichtig"

Sonne, Strand und Meer. Ein Großteil der Lilien lädt aktuell rund um die Welt die Akkus für die neue Saison auf. Neben der reinen Erholung steht allerdings auch schon wieder die sportliche Betätigung mit Blick auf den Vorbereitungsstart auf dem Programm. So auch bei Wilson Kamavuaka, der in Griechenland weilt und Zeit für ein kurzes Gespräch hat. Mit seinem täglichen Mix aus Anstrengung und Entspannung entspricht der Mittelfeldabräumer dabei genau den Vorstellungen von Dirk Schuster, der mit Blick auf Kamavuaka und seine Mitspieler erklärt: "Wir freuen uns, dass Wilson und auch alle weiteren Spieler, die in der kommenden Saison in unseren Planungen eine Rolle spielen, ihre freie Zeit genießen, sich aber dennoch so akribisch auf die anstehende Spielzeit mit den Lilien vorbereiten."

sv98.de: Wilson, wo erreichen wir dich gerade?

Wilson Kamavuaka: Ich bin aktuell auf Santorin in Griechenland, nachdem ich zuvor ein paar Tage auf Mykonos verbracht habe. Beides sind traumhafte Inseln, das Wetter ist super, teilweise etwas windig, aber immer mit viel Sonnenschein und klarem Himmel. Ich bin mit Freunden hier, habe auch noch ein paar Jungs getroffen, wie beispielsweise Peniel Mlapa von Dynamo Dresden. Terrence (Boyd) kommt wohl auch in ein paar Tagen, allerdings fliege ich heute schon zurück nach Deutschland.

sv98.de: Die ersten Tage war sicherlich Ruhe angesagt…?

Kamavuaka: Ja, da habe ich einfach nur entspannt und abgeschaltet. Es war eine enorm anstrengende Saison, sowohl für den Körper als auch für den Kopf. Da war die komplette Pause einfach gesund und wichtig, um auf andere Gedanken zu kommen. Einfach durchatmen, um dann wieder die Gier bei der Arbeit und auf die anstehende Vorbereitung zu entwickeln.

sv98.de: Mittlerweile hast du aber wieder mit dem Training angefangen…

Kamavuaka: Genau. Wir haben alle unsere Pläne von Kai (Kai Peter Schmitz, Athletiktrainer) bekommen und daran halte ich mich natürlich. Läufe, Stabilisation und Kräftigung. Dazu kommen noch Übungen, die ich zusätzlich mache. Außerdem sind die griechischen Inseln teilweise sehr bergig, da kommt noch die ein oder andere Wanderung dazu (lacht). Aber ich versuche alle Übungen und Läufe direkt morgens zu absolvieren, wenn es noch nicht so heiß ist. Dann habe ich mein Pensum für den Tag hinter mir und kann die restlichen Stunden genießen. Die richtige Mischung aus Anstrengung und Entspannung ist in der jetzigen Phase sehr wichtig.

sv98.de: Hast du dabei den 19. Juni und den Vorbereitungsstart im Hinterkopf? Den Gedanken, dann schon möglichst fit zu sein?

Kamavuaka: Ich habe zum Glück selten Probleme im athletischen Bereich und eine gute Grundausdauer und Kondition. Von daher vertraue ich meinem Körper mit Blick auf den Start, aber ich absolviere natürlich das volle Programm, um mich selbst in einen guten Zustand zu bringen, wenn es dann wieder losgeht.

sv98.de: Kannst du aktuell überhaupt an Fußball denken, oder ist die Lust auf Urlaub noch zu groß?

Kamavuaka: Ich habe immer Lust auf Fußball. Auch hier am Strand wird Fußballtennis gespielt oder einfach nur ein wenig hochgehalten. Das gehört dazu, die enge Bindung zum Fußball besteht auch in der Sommerpause. Klar ist es schön, aktuell Sonne und Meer zu genießen, aber ich freue mich auch wieder auf den Vorbereitungsstart und darauf, die anderen Jungs wieder zu sehen. Wir haben die Sommerpause alle auf unterschiedliche Weise verbracht, da gibt es erstmal viel zu erzählen. Und dann ist es auch immer wieder ein gutes Gefühl, gemeinsam die Strapazen einer Vorbereitung zu überstehen. Manchen fällt es leichter, anderen schwerer, aber als Team lässt es sich immer am besten meistern.

sv98.de: Du sprichst die harte Vorbereitung an. Dirk Schuster und das Trainerteam sind nicht wirklich für lockere Einheiten bekannt.

Kamavuaka: Das stimmt (grinst) Ich hatte schon viele Trainer und war bei verschiedenen Vereinen, aber die Wintervorbereitung unter Dirk Schuster zählte sicherlich mit zu den härtesten meiner Karriere. Und da hatten wir noch das Glück, dass es nur eine kurze Vorbereitungszeit gewesen ist (lacht). Jetzt wird es sicherlich noch einmal härter, weil es über einen langen Zeitraum ans Eingemachte geht. Aber genau deswegen absolvieren wir alle unser Programm, damit es vielleicht weniger Tage werden, an denen wir extrem weit über die eigene Grenze hinausgehen müssen. Dass wir an unsere Grenzen kommen werden, das steht ohnehin fest. Die Vorbereitung ist immer die unangenehmste Zeit für einen Fußballer, aber auch die, von der wir über die gesamte Saison zehren werden.

sv98.de: Zumal ihr auch die Grundlage für eine sorgenfreiere Saison als die letzte legen wollt…

Kamavuaka: Natürlich, wobei man da differenzieren muss. Wir waren auch in der vergangenen Saison immer fit und in der Lage, über 90 Minuten Gas zu geben. Da gab es andere Gründe, die im Saisonverlauf dazukamen und denen man in einer Vorbereitung nur zum Teil vorbeugen kann. Aber wir alle wollen nicht wieder bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen. Die Basis für eine möglichst erfolgreiche Saison wird ab dem 19. Juni gelegt. Trotzdem denke ich auch, dass uns der Saisonausgang der letzten Saison helfen wird. Wir haben als Mannschaft immer daran geglaubt, auch als es duster wurde und von links und rechts andere Stimmen kamen. Dass es schlussendlich geklappt hat, gibt uns Selbstvertrauen und Stärke für das kommende Jahr.

sv98.de: Du selbst bist in großen Teilen der Rückrunde unter Dirk Schuster regelmäßig zum Einsatz gekommen und bist auch Teil der Planungen für die kommende Saison. Tut es gut, ein gewisses Vertrauen des Trainerteams zu spüren?

Kamavuaka: Zum Fußball gehören immer verschiedene Seiten und es kann auch passieren, dass man mal auf der Bank sitzt. Aber es ist immer schön, die Rückendeckung des Trainerteams zu haben und zu wissen, dass sie mich als Spieler wertschätzen. Ich habe meine Einsätze bekommen, der Trainer hat mich immer wieder gepusht und angetrieben. Und ich denke auch, dass ich mit Leistungen zurückzahlen konnte. Speziell auch in den unglaublich wichtigen Spielen in Nürnberg und dann gegen Düsseldorf fast die komplette Spielzeit auf dem Platz zu stehen, war ein schönes Signal und gibt mir auch ein gutes Gefühl für den Vorbereitungsstart.