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"Eine große Willensleistung"

sv98.de hat die Stimmen zum Punktgewinn (2:2) der Lilien in Aue zusammengefasst.

Foto: Huebner/Ulrich

Dirk Schuster
Ich habe ein Spiel gesehen, das gefühlsmäßig schwer zu verarbeiten ist. In der ersten Halbzeit war es kampfbetont, intensiv und teilweise hart, ohne dabei unfair zu sein. Beide Mannschaften sind ans Maximum gegangen, ohne viele Chancen zuzulassen. Da haben auch wir defensiv gut gestanden. Kurz vor der Pause sind wir das erste Mal massiv unter Druck geraten. Leider waren wir zur Pause schon zum zweiten Wechsel gezwungen, da Yannick Stark gelb-rot gefährdet war und Johannes Wurtz eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Das hat uns taktisch etwas eingeschränkt, dennoch sind wir sehr gut in die zweite Halbzeit gestartet mit der Möglichkeit von Sulu und dem Pfostentreffer von Dursun. Wie aus dem Nichts kassieren wir zwei Gegentore, haben aber den Glauben nie verloren, dass hier was mitzunehmen ist. Das macht mich stolz auf meine Mannschaft, dass wir so viel Herz gezeigt haben. Besonders, weil Aue eine starke Mannschaft hat und das 5:0 in Fürth im Rücken hatte. Wir haben gezeigt, dass wir das Spiel noch gewinnen wollten. Dafür war aber der ein oder andere Pass am Ende zu ungenau. Der Punkt ist in meinen Augen hochverdient.

Daniel Meyer
Die erste Halbzeit war eher einschläfernd. Darmstadt war darauf bedacht, dass wenig Schwung aufkommt und wir haben nicht da weitergemacht, wo wir in Fürth aufgehört haben. Unser Selbstbewusstsein war groß, aber vor der Pause lief wenig. Wir haben keinen Druck aufbauen können bis kurz vor Pause. Das war zu wenig, was wir auch in der Halbzeit besprochen haben. Danach sind wir aggressiver angelaufen und machen die zwei Tore. Bis dahin war es in Ordnung, dann mussten wir zweimal wechseln und haben so die Ordnung verloren. Danach folgt der Doppelschlag, den wir besser verteidigen können. Am Ende bin ich froh, dass wir den Punkt mitnehmen. Es war dann vogelwild. Es ist gut, dass die Mannschaft gewinnen will, aber das war völlig kopflos. Nach einer 2:0-Führung war sicher mehr drin, aber wir hatten nach den Wechseln keine Ordnung mehr und nehmen den Punkt gerne mit – auch im Hinblick auf die anderen Ergebnisse. 

Immanuel Höhn
Wenn man nach einem 0:2 in Aue wiederkommt, dann ist das definitiv ein Punkt der Moral. Bei einer guten Mannschaft, das Spiel noch rumzureißen, zeugt vom absoluten Willen der Mannschaft. Wir wollten unbedingt noch etwas holen. Auch vor dem Anschlusstreffer hatten wir einige Möglichkeiten. Nach dem 2:2 war sogar der Sieg noch möglich. Wir haben uns den Punkt am Ende verdient, da wir sehr ordentlich und nach dem Rückstand sehr mutig Fußball gespielt haben. So wie das Spiel gelaufen ist, können wir insgesamt mit dem Punkt absolut zufrieden sein. Auch wenn ich am Ende das Gefühl hatte, dass wir das Spiel noch komplett drehen, aber da hat vielleicht das letzte Quäntchen Glück gefehlt. Mein Tor freut mich natürlich, es tut gut der Mannschaft zu helfen. Ich habe kurz überlegt, ihn volley zu nehmen, etwas überlegter abzuschließen war dann aber die richtige Entscheidung. 

Aytac Sulu
Der Punkt geht für beide Seiten in Ordnung. Natürlich war nicht eingeplant, dass wir mit 0:2 in Rückstand geraten, zumal wir zuvor selbst große Möglichkeiten auf die Führung hatten. So bekommen wir 15 Sekunden nach Serdars Pfostenschuss den Gegentreffer und wenig später den zweiten. Aber wir sollten das herausheben, was die Mannschaft danach geleistet hat. Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen und überhaupt nicht die Fassung verloren. Wir waren mutig, haben uns Torchancen erarbeitet und uns dann schlussendlich selbst belohnt. Es war eine große Willensleistung, für die jeder Einzelne heute ein Lob verdient. Wir mussten früh zwei Mal wechseln, auch diese Komponenten haben wir sehr gut verkraftet. Zum Schluss wäre dann vielleicht sogar der Dreier möglich gewesen, ob es verdient gewesen wäre, das sei dahingestellt. Wir können mit so einem Punkt nach so einem Spielverlauf sehr gut leben.