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Einsicht, Analyse und der Blick nach vorn

Nach Abpfiff herrschte Einigkeit. Darüber, dass der 1. FC Heidenheim die Heimreise verdientermaßen mit drei Punkten im Gepäck antreten durfte. Darüber, dass die Lilien zwei einfache Gegentore kassiert hatten. Und darüber, dass es schwer ist, ständig einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Einsichten, die dem SV 98 zwar keine Punkte mehr brachten, aber zumindest als Grundlage für eine umfassende Analyse herhalten können.

Foto: Stefan Holtzem

"Alle machen sich Gedanken und sind enttäuscht darüber, wie es gelaufen ist", erklärte Marcel Franke knapp 20 Stunden nach Abpfiff beim gemeinsamen Auslaufen am Montag. "Unsere Leistung hat nicht gereicht, um einem richtig guten Gegner Paroli zu bieten", so der 25-Jährige, der in seiner ehrlichen Nachbetrachtung weiter ausführte: "Bei den Gegentoren waren es teilweise die Basics, die wir nicht hinbekommen haben. Ob es das Absichern des Mitspielers ist, oder vielleicht ein taktisches Foul."

"Nicht möglich, in jedem Spiel einen Rückstand aufzuholen"

Tatsächlich war es dem SV 98 am Vortag in den entscheidenden Szenen nicht gelungen, die spielstarken und extrem selbstbewussten Heidenheimer vom eigenen Tor fernzuhalten. "Wir bekommen die Gegentore zu einfach", hatte Fabian Holland bereits kurz nach Abpfiff moniert und angesichts des Spielverlaufs ergänzt: "Es ist nicht möglich, in jedem Spiel einen Rückstand aufzuholen. Wir können nicht davon ausgehen, dass es immer in letzter Minute noch zu einem Punkt oder sogar dem Sieg reicht."

Wie schon in Duisburg genügte die Schlussoffensive der Lilien nicht, um nach Spielende etwas Zählbares in der Hand zu halten. Doch während die Darmstädter an der Wedau als spielbestimmende Mannschaft insbesondere an der enormen Effizienz der Gastgeber scheiterten, fanden sie am Sonntag lange Zeit "keinen Zugriff" (Dirk Schuster) auf den griffigen FCH.

Und so konnte Schuster dem Kontrahenten auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nur ein großes Lob aussprechen ("Mit das Beste, was diese Saison als Gast am Bölle gespielt hat"), bevor er die Mängel im eigenen Spiel ansprach: "Wir haben die Umschaltaktionen nicht genutzt und kein Tempo in die Partie bekommen. Erst mit dem 1:2 hatten wir wieder die Hoffnung, noch etwas hier zu behalten, doch ein Punkt wäre heute auch nicht verdient gewesen."

Sandhausen vor der Brust

Ehrliche Analysen, mit denen sich bei den Lilien der Blick nun aber auch schon auf den kommenden Freitag richtet, wie Franke ausführte: "Natürlich beschäftigt uns die Niederlage und es gibt einiges zu tun, aber wir müssen die Köpfe hochkriegen, weil es nicht lange bis zum nächsten Spiel dauert. Dann geht es wieder um Punkte und mit einem Sieg in Sandhausen können wir einen Schritt machen."

Zumindest die Schlussphasen der zurückliegenden Partien lassen den Innenverteidiger mit einem gewissen Selbstbewusstsein in Richtung Hardtwald blicken: "Die Moral stimmt, das haben wir gesehen. Wir sind immer rangekommen und haben gefightet, das müssen wir jetzt Sandhausen von der ersten Minute an bringen."

Und auch die Gedanken des Kapitäns kreisten nach dem Rückschlag gegen Heidenheim schon um das schwere Auswärtspartie beim SVS: "Wir wissen, wie wichtig dieses Spiel ist. Dafür gilt es, alle Kräfte zu mobilisieren."

Und die richtigen Schlüsse aus der ehrlichen Analyse zu ziehen.