Gegner im Fokus: VfL Bochum

Tief in den Westen fahren die Lilien bereits am Freitag -zum VfL Bochum. Der Verein aus dem Ruhrgebiet gehörte lange Zeit zum Inventar der 1. Bundesliga und brachte Spieler wie Michael "Ata" Lameck, Lothar Woelk oder Torhüter Ralf Zumdick hervor, die für in Bochum gelebte Kontinuität standen.



Allgemeines
Genauso wie für Darmstadt 98 war 1993 ein Schicksalsjahr für den VfL: Die Bochumer, die lange als „die Unabsteigbaren“ galten, mussten erstmals den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Anders als die 98er, die lange von der Profibühne verschwanden, nahm der VfL aber in der Folge Anlauf zu seinen erfolgreichsten Zeiten. 

Unter Trainer Klaus Toppmöller qualifizierte sich das Team 1996/97 für den UEFA-Pokal, Kollege Peter Neururer konnte dies in der Saison 2003/04 wiederholen. Obwohl der VfL zu dieser Zeit mehrmals eine Etage tiefer gehen musste, gelang immer der direkte Wiederaufstieg. Für die Darmstädter Talente Ivo Ilicevic und Mergim Mavraj war Bochum zu dieser Zeit die erste Anlaufstation für ihre Profikarrieren.

Im Sommer 2010 hieß es dann vorerst zum letzten Mal Abschied nehmen aus dem Oberhaus -der VfL spielt momentan seine fünfte Zweitligasaison in Folge und möchte selbstredend wieder an Bundesligazeiten anknüpfen. Hierzu steht mit Chefcoach Peter Neururer seit April 2013 der Vater der früheren Erfolge wieder auf der Kommandobrücke.


Kader

Unter Trainer Neururer krempelte der VfL seinen Kader im Sommer um und verpflichtete vor allem Spieler mit einiger Erfahrung im Profibereich. So kamen als Verteidiger Stefano Celozzi von Eintracht Frankfurt, Timo Perthel von Eintracht Braunschweig und Jan Simunek vom 1. FC Kaiserslautern. Das Mittelfeld wurde mit Anthony Losilla von Dynamo Dresden ergänzt. Im Angriff liegen neben Routinier und Rückkehrer Stanislav Sestak nun alle Hoffnungen auf Marco Terrazzino (SC Freiburg) und Simon Terodde (Union Berlin).

Das Bochumer Urgestein Paul Freier, der beim VfL zum Nationalspieler reifte, beendete seine Karriere. Neben ihm verließen unter anderem Marcel Maltritz, Richard Sukuta-Pasu oder Felix Bastians den Verein. Weitere bekannte Namen stellen sicherlich Kapitän Andreas Luthe oder Verteidiger Heiko Butscher dar. Mit Ex-Lilie und Mittelfeldspieler Danny Latza gibt es ein Wiedersehen, während Florian Jungwirth wieder auf alte Bochumer Kameraden trifft.

Saisonverlauf
Dem Abstieg knapp entronnen, legte der VfL einen Traumstart in die Saison hin und hatte teilweise die Tabellenführung inne. Neben der Treffsicherheit eines Simon Terrodde, der bisher acht Treffer erzielen konnte, bewies Bochum mit drei Siegen seine Auswärtsstärke. Allerdings versetzte Heidenheim den Westdeutschen zuletzt einen herben Dämpfer, der VfL verlor mit 0:5. Es ist bisher die einzige Saisonniederlage.

Zu Hause endeten kurioserweise alle Spiele 1:1, wie zuletzt gegen den 1. FC Nürnberg. Die erste DFB-Pokalrunde ist eine erfreuliche Ausnahme für die Blau-Weißen, gelang ihnen im Rewirpowerstadion mit einem 2:0 der einzige Heimerfolg und das Weiterkommen über den Bundesligisten VfB Stuttgart.

Bilanz
Beide Teams treffen zum ersten Mal in der 2. Bundesliga aufeinander. Vier Begegnungen datieren aus der Bundesligazeit, als Bochum noch am Mythos der Unabsteigbaren schmiedete. Im Ruhrstadion an der Castroper Straße, eines der ältesten reinen Fußballstadien Deutschlands, erklang damals noch nicht das bekannte Bochum-Lied eines Herbert Grönemeyer, als die Lilien im Juni 1979 bei ihrer letzten Saisonauswärtsfahrt einen Dreier holten. Den Führungstreffer der Bochumer durch Heinz-Werner Eggeling konnten die Lilien in der Schlussphase durch Tore von Walter Bechtold und Gerhard Kleppinger noch in einen Sieg ummünzen. Drei Jahre später gewann Bochum vor heimischer Kulisse mit 1:0, Wolfgang Patzke netzte als einziger an diesem Tag ein.

Eine Serie wird am Freitag reißen: Entweder es kommt zum ersten Unentschieden beider Teams -oder für Bochum endet die erwähnte Remis-Serie.