Lilien werden Pate von Sozialprojekt in Jefferson-Siedlung

„In 72 Stunden die Welt besser machen“. Keine einfache Angelegenheit – doch genau unter diesem Motto stand die diesjährige 72-Stunden-Aktion. Bei der vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) initiierten Sozialaktion wurden deutschlandweit ein Wochenende lang verschiedenste Projekte angegangen. Der Gedanke, der all diese Aktionen vereinte: der gemeinsame Einsatz für oder mit anderen.

Auch in Darmstadt kamen Jugendliche an verschiedenen Orten für drei Tage zusammen, um vor dem Hintergrund von politischen oder gesellschaftlichen Themen ausgewählte Vorhaben umzusetzen. Wichtig war es den Veranstaltern dabei, dass man sich konkret im eigenen Sozialraum einsetzt, also in einer Gegend, mit deren Bedingungen und Problemen man vertraut ist.

Eines dieser Projekte fand in der Jefferson-Siedlung statt – einer ehemaligen US-Militärwohnanlage, die seit Ende 2015 als Erstwohnanlage für Geflüchtete genutzt wird. Die sich auf der Anlage befindliche Kirche wird zurzeit umgestaltet, um den Bewohnern die Möglichkeit für Sprachkurse oder Freizeitaktivitäten zu geben. Eine tolle Sache – und für den SV 98 Grund genug, die Patenschaft für das Projekt zu übernehmen. Stellvertretend für den Klub besuchte Lilien-Vizepräsident Markus Pfitzner die Pfadfinder des Stamms Liebfrauen-Darmstadt, die für das Projekt verantwortlich zeichnen. Ausgestattet mit Lilien-Schals und versorgt mit jeder Menge Verpflegung konnte die Motivation der fleißigen Jugendlichen durch den Besuch nochmal gesteigert werden.  

Allzu viel Zeit für Fußball-Fachsimpelei und Pausen ließen sich die Pfadfinder allerdings nicht – stand für sie doch auf dem Plan, neben der Restauration der Teeküche auch einen Multifunktionssportraum und ein Kinderbetreuungszimmer zu errichten. Und so wurden über drei Tage hinweg Wände und Säulen gestrichen, Böden verlegt und Schränke gestaltet. Bis tief in die Nacht wurde in Zusammenarbeit mit den Bewohnern geputzt, gemalt und geschraubt.

 Einschränkungen gab es für die jungen Helfer und Helferinnen bei der Renovierung im Grunde keine – nur hell und freundlich sollten die Räume werden. Der Kreativität waren entsprechend wenig Grenzen gesetzt, was die fertiggestrichenen Zimmer eindrucksvoll bestätigten: Geschmückt von riesigen bunten Heißluftballons, einer Sonne oder auch einem Baum, dessen Blätter von den Handabdrücken der Bewohner dargestellt wurden, machte das Kinderbetreuungszimmer nach Abschluss der Arbeiten so einiges her. Auch für Sitzmöglichkeiten, jede Menge Spiele und Bücher wurde gesorgt. Anke Haase, die pädagogische Mitarbeiterin der katholischen Jugendzentrale Darmstadt zeigte sich ob des Endergebnisses begeistert: „Es ist beeindruckend, was in nur 72 Stunden erreicht werden kann.“

Doch nicht nur das Kinderzimmer hinterließ Eindruck, auch der Multifunktionssportraum machte von sich reden. Eingerichtet mit Trampolinen, Yogamatten und Sportbänken lädt der große Raum im Keller der Kirche ab nun zu allerhand sportlicher Aktivitäten ein – und begeistert mit einem ganz besonderen Highlight: Kaum zu übersehen, findet sich an einer Wandecke eine große Lilie wieder. Gute Gründe für dieses Kunstwerk gibt es gleich zwei: Zum einen ist die Lilie Teil des Logos der Pfadfindergruppe, zum anderen symbolisiert es die Patenschaft des SV 98. „Das Engagement der Leute hier vor Ort hat uns sehr beeindruckt“, so Markus Pfitzner in Anbetracht der fleißigen Helfer. „Für die Menschen, die hier wohnen, ist es wichtig, einen schönen Lebensraum mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung zu haben – daher freuen wir uns sehr, dass wir die Patenschaft für ein so tolles und wichtiges Projekt übernehmen dürfen.“

Am Sonntag ging die Aktion in der Jefferson-Siedlung erfolgreich zu Ende. Gefeiert wurde die Fertigstellung der neuen Räume zusammen mit den Bewohnern bei einem großen Fest. Grund zum Feiern gab es allemal, denn das Ziel „in 72 Stunden die Welt besser machen“, das hat man definitiv erreicht. Und den, mitunter etwas kurz gekommenen, Schlaf – den kann man ja noch nachholen.