Mit Selbstvertrauen an die Bohrmaschine

Kampfbetont, intensiv, risikoarm und extrem ausgeglichen. So lauten die Adjektive, die gemeinhin der 2. Liga zugeschrieben werden. Viele dieser Begriffe nutzte auch Dirk Schuster am Freitag, um den MSV Duisburg zu beschreiben. „Sie haben den Charakter der 2. Liga angenommen“, fasste der 50-Jährige die bislang beeindruckende Saison der Zebras zusammen und schlussfolgerte auch deshalb mit Blick auf den Sonntag: „Das wird ein ganz dickes Brett, das wir zu bohren haben.“

Foto: Huebner/Ulrich

Mit 30 Punkten steht der Aufsteiger nach 20 Spieltagen auf Platz 5, allein 17 Zähler sammelte der MSV auf fremden Plätzen. „Sie stehen sehr kompakt und gehen wenig Risiko in der eigenen Hälfte ein. Sie machen die Räume eng und pflegen ein schnelles Umschaltspiel“, skizzierte Schuster die Erfolgsformel der Duisburger, die den Meidericher Spielverein für den Cheftrainer der Lilien zu einer „typischen Zweitligamannschaft“ macht. Und damit zu einem „kampfstarken und robusten“ Kontrahenten für die Lilien.

Bei dem Versuch, ebendiesem Gegner die Stirn zu bieten, setzt Schuster auch auf das „größere Selbstvertrauen“, das er nach dem Sieg auf St. Pauli in den eigenen Reihen feststellen konnte. „Das Erfolgserlebnis war notwendig und sehr wichtig für uns“, blickte Schuster noch einmal auf den vergangenen Sonntag zurück und ergänzte mit Blick auf das kommende Wochenende: „Wir wollen den Sieg vergolden.“

Für eine erfolgreiche Veredlung der Kiez-Punkte benötigt der SV 98 einen Auftritt „an der Leistungsgrenze“, wie Schuster betonte. „Im kämpferischen Bereich müssen wir die Leistung von Pauli abrufen, in spielerischer Hinsicht haben wir noch Luft nach oben gelassen. Daran haben wir in dieser Woche gearbeitet“, hofft der Übungsleiter des SV auf die richtige Mischung für den 21. Spieltag.

Eine weitere wichtige Komponente in den Planspielen des früheren Nationalspielers spielen auch die Lilienfans, denen er auch für Sonntag eine tragende Rolle zuspricht: „Wir hoffen auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung, und ich würde mich sehr freuen, wenn die restlichen Karten noch weggehen würden. Vor vollem Haus lässt es sich sehr gut Fußball spielen. Wir wollen einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.“

Rund 900 Tickets für die Sitzplatzbereiche stehen aktuell noch zur Verfügung, sodass auch Kurzentschlossene die Lilien auf dem Weg zum lang ersehnten Heimsieg begleiten können.

Personell kann Dirk Schuster auf den Großteil des Kaders zurückgreifen, einzig hinter den Einsätzen von Joevin Jones (Schwellung am Knie) und Tobias Kempe (Schwellung am Sprunggelenk) stehen noch zwei Fragezeichen.