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Wir Lilien. Aus Tradition anders
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Mit Wehmut zur Grundsteinlegung

Es dürfte ein spezieller Anblick sein, der die Lilien am Samstag beim Betreten des Spielfeldes erwartet. Erstmals seit Mai 2011 und dem Aufstiegsspiel gegen Memmingen fungiert die komplette Gegengerade als Heimbereich, um zum eigenen Abschied nochmals einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Auch für Dirk Schuster ein besonderer Rahmen, den der Cheftrainer gemeinsam mit seinem Team mit einem Sieg gegen Ingolstadt veredeln möchte.

Foto: Huebner/Ulrich

In 88 Spielen nahm Schuster bislang auf seiner Trainerbank am Böllenfalltor Platz, stets mit dem direkten Blick in Richtung Gegengerade. Die 89. Partie wird dem 50-Jährigen nun letztmals dieses Panorama bescheren. "Bei mir ist auch Wehmut dabei. Es waren immer wieder Momente, in denen ich als Trainer Gänsehaut bekommen habe", verriet der Übungsleiter, der anfügte: "Es kann kein schöneres Bild zum Abschied geben, als eine Gegengerade komplett in Blau und Weiß."

Zu einem perfekten Farewell der jahrelangen Konstante würden dabei auch drei Punkte beitragen, die das erklärte Lilien-Ziel für Samstag darstellen. "Ich hoffe darauf, dass es zum Abschied nochmal ein Fußballfest geben könnte", so Schuster, der auch einige Grundvoraussetzungen für diese Hoffnung benannte: "Wir wollen das, was wir selber beeinflussen können, zu 100 Prozent abrufen und wollen in Sachen Bereitschaft und Willensstärke im Vergleich zu Berlin ein paar Schippen drauflegen."

Dabei erhofft sich der gebürtige Chemnitzer zum einen "eine gute defensive Struktur" und zum anderen "offensive Laufwege, die mit Mut gestaltet werden." Aufgabenstellungen für alle Mannschaftsteile, die bei konsequenter Umsetzung zu einem "sehr guten Spiel" führen könnten. 

"Untypisches Tabellenschlusslicht"

Keinen Zweifel ließ Schuster während seiner Ausführungen daran aufkommen, dass der kommende Gegner aus Ingolstadt alles tun wird, um die Rolle als Störenfried auf der Abschiedsparty einzunehmen. Trotz eines Saisonverlaufes, den sich die Schanzer zum Rundenstart noch anders vorgestellt hatten. "Sie wollten normalerweise um den Aufstieg mitspielen und sind jetzt massiv unter Druck, hier punkten zu müssen", erläuterte Schuster mit Blick auf den Gegner, den der frühere Nationalspieler als "untypisches Tabellenschlusslicht" benannte.

Erschwert wird die Spielvorbereitung zudem durch die Tatsache, dass auf der Trainerbank des FCI mit Jens Keller ein neuer Mann sein Debüt geben wird. "Er wird seine eigenen Gedanken und seine Philosophie einbringen", erklärte Schuster mit Blick auf den "sehr erfahrenen" Kollegen und gab gegenüber den Journalisten offen zu: "Für uns erschließt sich noch nicht so richtig, was er vorhat."

"Wir können die Hinrunde weiterhin sehr positiv gestalten"

Den eigenen Vorsatz, das Heimspieljahr 2018 mit einem Dreier zu beenden, können die Unwägbarkeiten beim Gegner aber nicht ins Wanken bringen, wie Schuster verdeutlichte: "Wir können die Hinrunde weiterhin sehr positiv gestalten, dafür müssen wir jetzt den Grundstein legen und gegen Ingolstadt den nächsten Schritt machen."

Verzichten müssen die Lilien bei diesem Vorhaben auf den gesperrten Kapitän Aytac Sulu, zudem sind die Einsätze von Slobodan Medojevic (Adduktoren) und Marcel Franke (Wade) ebenfalls fraglich.

Für das letzte Heimspiel des Jahres und die Abschiedsvorstellung der Gegengerade sind aktuell noch Restkarten für den F-Block und den umgewandelten Gästebereich (Gegengerade Spezial) auf der Gegengerade erhältlich.