"Sind glücklich, haben aber noch nichts erreicht"

sv98.de hat die Stimmen zum 3:0-Auswärtssieg bei Jahn Regensburg zusammengefasst.

Foto: Hübner/Ulrich

Dirk Schuster:
Ich glaube, wir mussten nach der Partie erstmal durchschnaufen. Der Gegner hat uns alles abverlangt, guten Fußball gespielt und uns arg in Bedrängnis gebracht. Mit Glück haben wir dann das Gegentor vermieden. Aber wir waren von Anfang an auf dem Platz, haben gut dagegen gehalten, doch Regensburg hat das bestätigt, was wir erwartet haben: Eine Mannschaft, die den Gegner immer bedrängt und nie Ruhe gibt. Wir waren stellenweise zu weit weg vom Mann, haben zu viele Zuspiele in die Spitze zugelassen und die Flanken schlecht verteidigt. Von der Mentalität, Einsatzbereitschaft und Moral haben wir alles abgerufen, uns in jeden Schuss geworfen und versucht die Führung zu verteidigen. Das ist uns nicht immer sauber gelungen, und auch in den Statistiken war uns der Gegner in vielen Belangen überlegen. Trotzdem bin ich froh, dass wir hier heute drei Punkte mitnehmen können. Das war heute ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, doch noch haben wir nichts erreicht und wir sind gut beraten, die Woche hochkonzentriert zu beschreiten. Am nächsten Wochenende müssen wir dann alles abrufen, um dann dort vielleicht den Klassenerhalt einzutüten. Das wird nochmal ein schwieriges Stück Arbeit.

Achim Beierlorzer:
Ich habe gerade die Statistik überflogen und die spricht Bände. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir wollten alles investieren, um die drei Punkte hier zu behalten, wir haben aggressiv verteidigt, kaum Torchancen zugelassen, uns aber selbst nicht belohnt. Wir hatten viele hochkarätige Chancen, doch entweder stand der Pfosten oder eine starke Parade von Heuer Fernandes im Weg. Wir hätten heute noch lange spielen können und hätten kein Tor erzielt. Die Niederlage macht uns jetzt traurig, trotzdem bin ich stolz auf die Mannschaft und die Leistung in diesem Jahr.

Felix Platte:
Wir waren vielleicht spielerisch nicht die bessere Mannschaft, aber vom Kämpferischen her kann man uns überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir hatten sicherlich auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite, aber haben uns den Sieg trotzdem verdient, weil wir alles reingeworfen haben. Wir sind alle glücklich über die eingefahrenen drei Punkte. Aber wir rechnen jetzt nicht, sondern wollen auch das Spiel nächste Woche gewinnen und genau so weiter machen. Die Fans waren Gänsehaut pur, sie stärken uns den Rücken enorm. Zusammen mit ihnen und dem ganzen Verein werden wir alles reinwerfen, auch in die Trainingswoche. Wir gehen in jedes Spiel als Mannschaft und bestreiten es als Mannschaft.

Aytac Sulu:
Das war erst ein kleiner Schritt Richtung Klassenerhalt. Für uns war wichtig zu wissen, dass sich etwas in der Tabelle tun kann, wenn wir punkten. Nichtsdestotrotz haben wir nächste Woche ein Finalspiel, so wie wir es wollten. Darauf haben wir die ganze Zeit hingearbeitet. Wir blenden weiter die Tabelle aus, denn es kann so schnell in alle Richtungen gehen. 

Vor der Halbzeit wurde es einmal brenzlig, und direkt nach der Pause hatten die Regensburger eine Phase, wo sie uns mit den zwei Pfostentreffern in Bedrängnis gebracht haben. Da hatten wir auch Glück. Wenn man die 90 Minuten betrachtet, haben wir es defensiv aber gut gemacht. Und vorne ist es super, dass wir uns mit Toren belohnen. Es ist gut zu wissen, dass wir uns das Glück tatsächlich auch erarbeiten können. Wir wissen, dass wir auf uns schauen müssen - und wir wollen das Heimspiel nächsten Sonntag gewinnen, dann ist alles gut. Wir werden nicht spekulieren oder rechnen, das macht in dieser Liga keinen Sinn. Wir haben in dieser Woche gut gearbeitet und werden das auch weiter tun.

Tobias Kempe:
Wir haben noch ein wichtiges Spiel und schauen weiterhin nicht auf die Tabelle. Es wird ein Finalspiel gegen Aue. Wir haben zwar gerade eine gute Phase, aber dürfen das nicht zu lässig sehen, sondern müssen genau so weiter machen und hart arbeiten. Wir haben heute die Chancen eiskalt genutzt, die wir in den letzten Wochen nicht immer verwandelt haben. Trotzdem war es ein sehr schweres Spiel gegen eine gute Mannschaft. Wir sind glücklich über den Sieg, aber wir haben noch nichts erreicht, alles ist weiterhin eng. Es ist sehr emotional dieses Jahr und bleibt weiter ein harter Weg. Diese Fans waren mit ein Grund, dass ich wieder hier her wollte. Sie tragen uns und wir setzen alles daran, es gemeinsam mit ihnen zu packen. Beim Freistoß von Joevin Jones lag der Ball mehr auf seiner Seite, ich habe ihm einfach gesagt, er soll ihn reinhauen, er meinte "Ok, mach ich..." Der Junge hat keinen Puls, ein überragendes Tor.