"Darmstadt ist verrückt nach Fußball"

Seit dem 23. August steht Johannes Wurtz beim SV 98 unter Vertrag. Und der 26-Jährige ist schnell angekommen. Sowohl bei den Lilien als auch in der Stadt. Mit uns sprach die Nummer 9 über frühzeitige Einsätze, die aktuelle Stimmungslage und seine ersten Eindrücke von Darmstadt.

Foto: Florian Ulrich

sv98.de: Johannes, du bist noch nicht so lange Teil der Mannschaft und trotzdem hat es bereits für zwei Einsätze gereicht. Ein gutes Gefühl für dich persönlich?

Wurtz: Natürlich, dadurch habe ich direkt das Vertrauen des Trainerteams und im gesamten Verein gespürt. Dass ich jeweils eingewechselt wurde, obwohl ich noch nicht viele Einheiten mit der Mannschaft absolviert hatte, war für mich schon etwas Besonderes. Ich glaube, es gibt auch nicht viele Trainer, die einem neuen Spieler so schnell Spielzeit geben.

sv98.de: Zudem wurden beide Spiele gewonnen. Die Stimmung in der Länderspielpause dürfte relativ gut sein…

Wurtz: Zwei Siege in Folge fühlen sich natürlich gut an und sorgen für eine schöne Momentaufnahme. Aber auf der anderen Seite wissen wir genau, dass wir nicht zufrieden sein dürfen oder auch nur einen Schritt weniger machen können. Mit Sandhausen kommt ein ganz unangenehmer Gegner, der unbedingt punkten möchte. Wir müssen genauso auftreten wie gegen Duisburg und Heidenheim, um weitere Zähler zu sammeln.

sv98.de: Die Länderspielpause kam zu einem frühen Zeitpunkt der Saison. Kommt sie dir als Neuzugang dennoch sehr gelegen?

Wurtz: Es ist sicherlich nicht schlecht, wenn ich die Abläufe in den zwei Wochen noch besser kennenlernen kann. Aber auch im Spielbetrieb wachse ich immer mehr mit der Mannschaft zusammen, bin bereits super integriert, einige Jungs kannte ich auch schon vor meinem Wechsel. Laufwege, Passwege, da finden wir immer mehr zueinander. Generell ist es bemerkenswert, mit welcher Einstellung jede Übungsform im Training absolviert wird. Selbst bei Koordinationsübungen ohne Ball möchte sich jeder verbessern und motiviert die anderen. Das ist nicht selbstverständlich und macht mich zuversichtlich mit Blick auf die Saison.

sv98.de: Zumal Spielsystem und Spielidee augenscheinlich gut zu dir passen…

Wurtz: Auf jeden Fall. Schlussendlich zählen im Fußball immer Effektivität und Punkte. Ich bin kein Freund davon, im eigenen Sechzehner Tiki-Taka zu spielen, das passt auch nicht zur zweiten Liga. Trotzdem finden wir immer wieder spielerische Lösungen und verfolgen insgesamt einen guten Ansatz. Bisher hat es auch ganz gut funktioniert.

sv98.de: 127 Zweitliga-Spiele hast du in deiner Statistik stehen. Du kennst die Liga genau und weißt, wie schnell es in alle Richtungen gehen kann….

Wurtz: Genau, die Liga ist extrem ausgeglichen und es kommt immer auf die Kleinigkeiten an. Das thematisieren wir oft innerhalb der Mannschaft und auch in den Gesprächen mit dem Trainerteam. Mit Selbstvertrauen und vollem Fokus kann jedes Team in einen positiven Lauf kommen, umgekehrt sorgen Blockaden im Kopf, zu hohe Erwartungen oder eine negativere Grundstimmung schnell dafür, dass es überhaupt nicht mehr läuft.

sv98.de: Beim Heimspiel gegen Duisburg hast du die Stimmung am Bölle erstmals im Lilien-Trikot erlebt. Wie hast du die Atmosphäre empfunden?

Wurtz: Ich hatte einen sehr guten Eindruck von den Fans. Die Stimmung war richtig gut, wir wurden über 90 Minuten extrem unterstützt. Umso schöner ist es, dass es nach der Pause mit einem Heimspiel für uns weiter geht. Generell bin ich in der Stadt schon von einigen Leuten angesprochen worden und habe gemerkt, dass die Stadt verrückt nach Fußball ist. Die Menschen stehen absolut hinter dem Verein und bringen diese positive Stimmung auch mit ins Stadion.