Mit leeren Händen aus Kiel

Ein streckenweise offener Schlagabtausch hielt für den SV 98 keine Punkte parat: 2:4 (2:3) hieß es nach 90 Minuten gegen Holstein Kiel.

Foto: Jan Huebner/Voigt

In Kiel entwickelte sich ab der ersten Minute eine muntere Partie mit Aktionen auf beiden Seiten. Die erste Gelegenheit des Spiels hatte Marcel Heller. Nachdem die Kieler Abwehr den Ball nicht sauber klärte, zog der Mittelfeldspieler aber etwas überhastet ab, und der Ball flog deutlich über den Kasten (2.). Die Lilien waren zunächst aggressiv uns sorgten durch frühe Balleroberungen immer wieder für Gefahr.

In Führung gingen dann aber doch die Gastgeber: Nach einer Ecke parierte Heuer Fernandes noch gegen den Kopfball gegen Serra, doch Girth stand am richtigen Fleck und stocherte den Ball über die Linie (12.). Erst zehn Minuten nach der Führung für die Gastgeber kamen die Lilien gefährlich vor das Tor der Kieler: Dursun legte sehenswert in die Mitte, wo Johannes Wurtz‘ Schuss sein Ziel knapp verpasste (22.). Fast im Gegenzug schlug die KSV erneut zu: Eine abgerutschte Flanke von Mühling flog unhaltbar für Heuer Fernandes in den Winkel (23.).

Die Lilien gaben sich nicht auf, spielten weiter nach vorne - und wurden dann auch endlich belohnt: Nach einer Abwehr von Kronholm versuchte es Heller aus spitzem Winkel, doch Dehm blockte den Ball mit dem Arm – Handelfmeter für die Lilien! Tobias Kempe blieb cool und beförderte den Ball mit viel Wucht unter die Latte (29.). Kurz darauf aber der nächste Rückschlag für den SV 98: Serra köpfte eine Flanke zum 3:1 für effektive Kieler über die Linie (32.).

Aber die Lilien bewiesen weiter Moral und erzielten erneut den Anschlusstreffer: Nach einer Flanke von Heller tauchte Kempe im Strafraum auf und köpfte den Ball in die kurze Ecke. Kurz darauf hatte der SV 98 sogar noch die große Chance auf das 3:3: Serdar Dursun ging nach einem Abwehrfehler der Gastgeber auf den Strafraum zu und scheiterte mit seinem Abschluss an Kronholm (42.). So ging es nach wilden 45 Minuten mit einem knappen Rückstand für das Team von Dirk Schuster in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel gestaltete sich weiter ein offenes Spiel mit gefährlichen Aktionen auf beiden Seiten. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff waren die Lilien dann in Überzahl: Der schon verwarnte Dehm ließ gegen Fabian Holland das Bein stehen und musste mit gelb-rot vorzeitig zum Duschen. Der SV 98 nutze den Freiraum und kam so zu guten Chancen. Die größte hatte Heller, doch sein Schuss aus guter Position flog über den Kasten (57.).

Die Lilien hatten nun auch ein optisches Übergewicht, offenbarten defensiv aber auch Lücken. Etwa in der 70. Minute, als Kinsombi nach Vorlage von Mühling auf 4:2 erhöhte. Die Vorentscheidung.