"Bekommen viel zu leichte Gegentore"

sv98.de hat die Stimmen zur Auswärtsniederlage bei Holstein Kiel zusammengefasst.

Foto: Holtzem

Dirk Schuster:
Ich denke, wir haben ein intensives Spiel gesehen. In der ersten Halbzeit war die Partie ausgeglichen, und wir hatten durchaus Möglichkeiten, um Tore zu schießen, Kiel war jedoch einfach effektiver. Wir haben etwas die Liebe am Verteidigen vermissen lassen und brutal einfache Gegentore kassiert. Von der spielerischen Komponente war das kein schlechtes Spiel, aber defensiv haben wir zu viel liegen lassen und zu viele Gegentore bekommen. Mit einem Mann mehr habe ich durchaus erwartet, dass wir neben der Dominanz auch mehr Zielstrebigkeit und Tempo an den Tag legen, um Kiel in Verlegenheit zu stürzen - das Gegenteil war aber leider Fall. Wie es dann meistens so ist, macht der Gegner in Unterzahl einen Schritt mehr als vorher, das Publikum ist da, und das hat dann auch ein bisschen den Ausschlag gegen uns gegeben. Auch nach dem 2:4 haben wir alles versucht, um zurück zu kommen. Serdar Dursuns Kopfball, der am Pfosten vorbei strich, hätte noch mal für Unruhe sorgen können. Aber wer so viele Fehler in der Defensivarbeit macht, hat es auch nicht verdient, hier Punkte mitzunehmen, deshalb ist es letztendlich ein verdienter Sieg.

Tim Walter:
Ich glaube, wir hatten eine sehr intensive Woche. Wir haben uns fußballerisch weiterentwickelt und leider in Berlin wenig mitgenommen, obwohl wir dort unser bestes Spiel gezeigt hatten. Wir haben heute versucht, da weiter zu machen. Wir waren effektiver im Chancen verwerten und haben unsere Chancen überragend herausgespielt – beim zweiten hatten wir natürlich auch etwas Glück, aber auch das gehört dazu. Wir waren aber nicht konsequent genug im Verteidigen, sonst wären die Gegentore nicht passiert. In der zweiten Halbzeit haben wir uns mehr gestrafft, eine Top-Teamleistung gezeigt und auch noch in Unterzahl Dinge kreiert, daher ist es ein verdienter Sieg.

Sandro Sirigu:
Nach vorne haben wir es in der ersten Halbzeit gut gemacht, hatten viel Chancen, wahrscheinlich sogar mehr als der Gegner. Defensiv bekommen wir aber viel zu leichte Gegentore, da verpassen wir es einfach, den Fuß vorzustellen, uns reinzuwerfen und geil darauf zu sein, Tore zu verhindern. In der zweiten Liga werden Fehler bestraft, insbesondere von so einer offensivstarken Mannschaft wie Kiel. In Überzahl haben wir es verpasst, geduldig weiterzuspielen. Da haben wir es viel zu früh mit der Brechstange versucht. Es waren zu viele lange Bälle drin, da müssen wir die Überzahl ruhiger ausspielen. Stattdessen bekommen wir dann sogar noch das vierte Gegentor. Die englische Woche müssen wir ganz schnell abhaken. Wir bekommen in den letzten Spielen zehn Gegentore, und der Großteil wäre zu verteidigen gewesen.

Tobias Kempe:
Kiel war heute brutal effektiv. Aber wir haben auch schlecht verteidigt, keine Frage. Die Tore fallen viel zu einfach. Dann fällt noch eine Flanke hinten rein, da kommt vieles zusammen. Im Strafraum verteidigen wir nicht gut, sind zu weit weg von den Männern - so kannst du kein Spiel gewinnen, selbst wenn du zwei Auswärtstore erzielst. Die ersten zwei Flanken gegen uns führen direkt zu Toren, das ist brutal. Nach der Pause stand Kiel dann sehr tief und wir waren zu ungeduldig. Es war klar, dass sie hinten dicht machen und die Bälle rausschlagen würden und vorne auf Konter lauern. Wir haben nach dem 2:4 auch in Überzahl keinen Weg zurück gegen diesen guten Gegner gefunden.