Entwicklung fortgeführt

Das gute Gefühl des Sieges hielt auch am Folgetag an. Dirk Schuster klatschte mit dem Greenkeeper ab, Terrence Boyd lobte einen Kameramann für dessen modische Kopfbedeckung und Aytac Sulu feixte im Gespräch mit Frank Steinmetz. Für die gelöste Stimmung waren dabei nicht nur die drei Punkte des Vortages verantwortlich, sondern auch das Bewusstsein, die positive Entwicklung weiter fortgeführt zu haben.

Foto: Stefan Holtzem

Bereits im Heimspiel gegen den HSV hatten die Lilien speziell defensiv einen Schritt nach vorne gemacht, nach der Länderspielpause folgte eine hervorragende erste Halbzeit in Regensburg. Gegen Fürth erklomm der SV 98 dann die nächste Stufe. "Wir haben ein Spiel geliefert, wie wir es uns vorstellen", resümierte Tobias Kempe bereits kurz nach Abpfiff und konkretisierte: "Wir waren von Beginn an aggressiv und haben Fürth zu langen Bällen gezwungen. Und nach der Pause haben wir genauso weitergemacht und den Deckel draufgesetzt."

Auch die herausragende Defensivarbeit im Mannschaftsverbund war dem Torschützen nicht verborgen geblieben. „Wir haben quasi gar nichts zugelassen. Und das über die gesamte Spielzeit.“ Exakt einen Schuss auf das Lilien-Tor verzeichnete der bis dato Tabellenzweite aus Fürth, der mit 16 erzielten Treffern zu den besten Offensiven der Liga zählt. "Regensburg war schon ein Schritt nach vorne, das Spiel heute erst recht", erklärte Kempe angesichts der kontinuierlichen Fortschritte in allen Bereichen und sprach zurecht von einem "hochverdienten Sieg" seiner Mannschaft.

"Logische Konsequenz"

Ähnliche Töne schlug auch Fabian Holland an, der am Samstag vor die Journalisten trat. Man hat schon in den vergangenen Wochen gesehen, dass es wieder besser wird. Und gestern haben wir über 90 Minuten eine gute und konzentrierte Leistung abgeliefert." Holland selbst hatte mit einem beherzten Vorstoß den Führungstreffer eingeleitet und einmal mehr verkörpert, welche Eigenschaften es für erfolgreichen Zweitliga-Fußball benötigt. Leidenschaft, Zweikampfstärke und höchste Konzentration in jeder Spielsituation – all das beherzigten die Lilien im Spiel gegen das Kleeblatt. Eine "logische Konsequenz" nannte Holland daher den ersehnten Heimerfolg angesichts der zahlreichen positiven Aspekte im Darmstädter Spiel, die sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet hatten.  

"Wir haben heute den nächsten Schritt gemacht", verdeutlichte Cheftrainer Dirk Schuster nach der zuvor bereits ansteigenden Tendenz innerhalb seines Teams. Der 50-Jährige hob speziell die "mutige Spielweise" und die "saubere Arbeit in der Rückwärtsbewegung" hervor und sprach von einer Leistung, die "die Messlatte für die nächsten Spiele höher gelegt hat". Denn auch das gehört zu einer Gesamtentwicklung dazu. Gute Leistungen zu bestätigen und eine gewisse Konstanz an den Tag zu legen.

Bonusspiel am Dienstag

Bereits am Dienstag wird dieser Entwicklungsschritt auf eine harte Probe gestellt. Im ersten DFB-Pokal-Heimspiel seit fast genau drei Jahren empfangen die Lilien den Bundesligisten Hertha BSC. Eine Begegnung, die der SV 98 nach dem Erfolg gegen Fürth mit einem guten Gefühl angehen kann. "Es ist ein Bonusspiel, auf das wir uns freuen", so Kempe mit Blick auf die Begegnung, für die der 29-Jährige eine erste Zielsetzung formulierte: "Wir wollen dafür sorgen, dass sich eine spannende Partie entwickelt."

Eine erfolgreiche Umsetzung dieser Vorgabe dürfte eine Leistung auf Fürth-Niveau voraussetzen. Und damit einen Bestätigung der aktuellen Entwicklungsstufe.