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Positiv - auch ohne Punkte

Die Quintessenz der vorausgegangenen 90 Minuten formulierte Cheftrainer Dirk Schuster bereits wenige Minuten nach Abpfiff. „Vom Ergebnis her ist es ein sehr schlechtes Gefühl, von der Leistung aber ein sehr positives“, erklärte der Cheftrainer auf der Pressenkonferenz und traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn obwohl die Anzeigetafel eine 0:3-Niederlage des SV 98 auswies, konnten alle Lilien das Spielfeld erhobenen Hauptes verlassen. Und viele positive Ansätze mit in die Kabine nehmen.

Foto: Stefan Holtzem

Eine knappe Stunde lang war Schusters Team dem Aufstiegsfavoriten aus Köln mindestens auf Augenhöhe begegnet und hatte speziell in der ersten Halbzeit „ein geiles Spiel“ gemacht, wie der Übungsleiter selbst zu Protokoll gab. "Wir sind sehr gut angelaufen, haben stark verteidigt, waren mutig und haben uns nicht versteckt", zählte Marcel Heller auf, was seine Farben an diesem Tag auszeichnete und die Kölner lange Zeit vor Probleme stellte.

Effektive Spitzenmannschaft

"Mutiges Auftreten", hatte Dirk Schuster vor der Begegnung von seiner Elf eingefordert und war dann selbst mit einer risikobehafteten Spielweise in das Duell gegangen. "Wir haben quasi 1-gegen-1 über das ganze Feld gespielt", erklärte Tim Rieder am Sonntagmorgen mit Blick auf den Vortag und auf eine Taktik, die nur funktionieren konnte, weil nahezu jeder Spieler diese direkten Duelle auch für sich entschied. Die Statistik (56 Prozent gewonnene Zweikämpfe) unterstrich diesen visuellen Eindruck, den auch Offensivspieler Johannes Wurtz bestätigte: "Wir waren eng dran, haben dem Gegner die Lust genommen und keinen Kombinationsfußball zulassen", resümierte der 26-Jährige, der dann aber auch die Gründe ansprach, warum schlussendlich zwar ein gutes Gefühl, aber eben keine Punkte in Darmstadt blieben. „Wir hatten Möglichkeiten, die wir besser nutzen müssen“, bilanzierte Wurtz speziell mit Blick auf die Offensivaktionen vor der Pause und richtete dann auch den Blick in die Reihen des Gegners: "Wir haben gegen eine Spitzenmannschaft verloren, die brutal effektiv war."

Die Diskrepanz in der Chancenverwertung wertete auch Schuster als entscheidenden Unterschied im Duell mit der vielleicht besten Mannschaft der Liga. "Wir sind heute etwas an der Effizienz und der Qualität der Einzelspieler gescheitert", so der gebürtige Chemnitzer, der schon im Vorfeld der Partie von zahlreichen Akteuren auf "Bundesliga-Niveau" bei den Kölnern gesprochen hatte.

Diese enorme Qualität sorgte für die maximale Punktausbeute der Gäste aus der Domstadt, doch bei den Lilien überwog auch am Folgetag das gute Gefühl der eigenen Leistung: "Wir haben gesehen, dass wir auch solche Mannschaften bis an ihre Grenzen bringen können", verdeutlichte Rieder nach dem obligatorischen Auslaufen und sprach von "einer Leistung, auf die wir aufbauen können."

"Dann werden wir noch einige Spiele gewinnen"

Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel bei Union Berlin die nächste "schwere Hürde" (Heller), die der SV 98 aber durchaus selbstbewusst angehen kann. "Union hat eine Wahnsinns-Serie, ist aber auch schlagbar. Ab Dienstag bereiten wir uns darauf vor", erklärte Rieder mit Blick auf den kommenden Spieltag und Wurtz ergänzte: "Wir wollen immer so auftreten wie gegen Köln. Dann werden wir noch einige Spiele gewinnen."

Umso mehr, wenn sich die starke Mannschaftsleistung noch um eine gewisse Effektivität im Offensivspiel erweitern lässt.