"Es gibt keine großen Baustellen"

Die Länderspielpause ist um, auf die Lilien warten drei Heimspiele innerhalb von 14 Tagen. Vor dem Spiel gegen den VfL Bochum (10.9./13.30 Uhr) sprach Kapitän Aytac Sulu über die bisherige Saison, den kommenden Gegner und die Entwicklung innerhalb des Teams.

sv98.de: Wie wurde die gestrige News aufgenommen, dass das gesamte Trainerteam bis 2020 verlängert hat?

Aytac Sulu: Wir haben uns alle darüber gefreut, dass sich das gesamte Team langfristig an den Verein gebunden hat und wir weiterhin mit diesem Quartett zusammenarbeiten dürfen. Es ist auch Anerkennung und verdienter Lohn für die Arbeit, die sie hier bislang geleistet haben.

sv98.de: Sowohl Trainerteam als auch Mannschaft konnten in der Länderspielpause ein wenig durchschnaufen. Ist der Akku wieder aufgeladen, oder war er nach vier Spieltagen sowieso noch nicht so strapaziert?

Sulu: So eine Pause tut aus verschiedenen Gründen gut. Manche Spieler konnten eventuelle Defizite aufarbeiten, andere brauchten eine Verschnaufphase, jeder hat das bekommen, was er gebraucht hat. Viele Spieler haben in Aschaffenburg Spielpraxis bekommen, ein Felix Platte konnte sich wieder an das Team gewöhnen, ich persönlich habe auch die Zeit mit der Familie genossen.

sv98.de: Wie groß ist nun die Vorfreude auf den Heimspiel-September? 3 Heimspiele in 14 Tagen…

Sulu: Es ist eine gute Aussicht, in diesem Monat drei Mal zuhause anzutreten. Es bedeutet aber auch, dass wir unserem Punktekonto in diesen Spielen möglichst viele Zähler hinzufügen wollen. Speziell mit der englischen Woche und dem Spiel in Heidenheim wird es ein sehr intensiver Monat, aber wir sind zuversichtlich, den September positiv zu gestalten.

sv98.de: Den Anfang macht der VfL Bochum, der mit großen Ambitionen in die Saison gestartet ist. Eine schwere Aufgabe?

Sulu: Definitiv. Bochum hat eine sehr erfahrene Mannschaft, die auch spielerisch stark ist. Mit dem Trainerwechsel kurz vor Saisonstart war es klar, dass zu Beginn noch nicht alles klappen würde. Aber sie haben gegen Dresden den ersten Sieg gefeiert und hatten jetzt durch die Pause Zeit, sich noch mehr kennenzulernen und die eigene Spielidee weiter zu verinnerlichen. Sie werden auf einem anderen Stand sein, als noch vor drei Wochen. Aber wir sind vorbereitet und gewappnet.

sv98.de: Am letzten Tag der Transferperiode nahm der VfL auch Sidney Sam unter Vertrag. Freust du dich auf das Wiedersehen?

Sulu: Vor allem freue ich mich darüber, dass Sidney nach der schwierigen Zeit auf Schalke einen neuen Verein gefunden hat. Ich freue mich auf ihn, in den 90 Minuten wird von dieser Freude aber nichts zu spüren sein (lacht)

sv98.de: Habt Ihr selbst mit dem St.Pauli-Spiel den Maßstab für die kommenden Heimspiele gesetzt?

Sulu: Wir wissen zumindest, welchen Level wir erreichen müssen. Das Pauli-Spiel sollte schon unser Maßstab sein, dort haben wir gezeigt, was wir zeigen wollen. Wenn jeder Spieler wie gegen Pauli an die Leitungsgrenze kommt, kommt unsere Spielidee zur Geltung.

sv98.de: Konntet auch Ihr Eure Entwicklung in der Pause vorantreiben?

Sulu: Nach dem Umbruch bringt uns eine Woche, in der wir ohne Druck arbeiten können, enorm weiter. Jede Einheit ist für uns wichtig. Je schneller wir uns komplett finden, desto besser werden die Leistungen und umso reibungsloser läuft unsere Kette.

sv98.de: Wie sehr helfen die bisherigen 10 Punkte bei der Entwicklung?

Sulu: Es ist auf jeden Fall einfacher als mit zwei Punkten (grinst) Es ist schön zu wissen, dass wir schon einige Punkte haben, die uns nicht mehr genommen werden können. Und es zeigt uns, dass wir nur Kleinigkeiten falsch gemacht haben bislang. Es gibt keine großen Baustellen, es müssen nur kleinere Stellschrauben festgezurrt werden.

sv98.de: Mit zwei Gegentoren stellt Ihr die beste Abwehr der Liga. Freut dich das als Abwehrchef besonders?

Sulu: Es ist immer mein Anspruch, defensiv stabil zu stehen. Das haben wir in Teilen der letzten Saison vernachlässigt. Da ist es schön, nun erst zwei Gegentore kassiert zu haben und ich hoffe, dass diese Stabilität bis zum Saisonende bleibt.

sv98.de: Und vorne sorgten sechs verschiedene Spieler für die sieben Saisontore. Eine positive Unberechenbarkeit?

Sulu: Es ist egal, wer die Tore macht. Wichtig ist, dass wir die Tore machen. Aber natürlich ist es so schwer uns auszurechnen, die Kreativität in der Offensive funktioniert, aber von mir aus kann auch ein Stürmer 15 Tore machen (lacht)