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Wahrscheinlichkeitsrechnung

Fußball ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten, aber nicht der Garantien. Das belegte einmal mehr der Sonntagnachmittag in der Heimspielstätte der Düsseldorfer Fortuna. Stolze 20 Mal hatte der SV 98 auf das Tor gefeuert und wies darüber hinaus eine Ballbesitzquote von 57 Prozent auf. 59 Prozent der Zweikämpfe entschied Darmstadt sich, 13 Ecken sprangen für die Lilien heraus. Aber der Spielstand lautete eben 1:0 für Düsseldorf.

Weil – und jetzt müsste der Autor dieser Zeilen vermutlich ins Phrasenschwein einzahlen – Fußball ein Ergebnissport ist. Mit einem dominanten Auswärtsauftritt hatten die Südhessen die Wahrscheinlichkeit für drei Punkte oder zumindest einen Zähler maximal in die Höhe getrieben. Eine Sicherheit für die ergebnistechnische Belohnung gibt es jedoch nicht, wie der 28. Spieltag schmerzhaft aufzeigte. Weil hocheffizienten Hausherren zwei Chancen zur maximalen Ausbeute genügten.

„Heute hat man gesehen, warum ich kein Freund von Statistiken bin“, bekräftigte denn auch Torsten Lieberknecht: „In Nürnberg haben wir nicht aufs Tor geschossen und trotzdem gewonnen. Heute hatten wir viele Torchancen und haben trotzdem verloren.“ Sein Trainerkollege Daniel Thioune sah seine Mannschaft auf der Pressekonferenz als den „glücklichen Sieger“. In den vergangenen Partien habe man stets „optimale“ Statistiken gehabt, nur das Ergebnis habe nicht gestimmt: „Wir haben die letzten Wochen gegen viele Teams von oben gespielt, wurden aber nie so brutal eingeschnürt wie heute.“

In Nürnberg haben wir nicht aufs Tor geschossen und trotzdem gewonnen. Heute hatten wir viele Torchancen und haben trotzdem verloren.“

Torsten Lieberknecht
Fehlende Konsequenz

Die Südhessen, sie hatten vieles richtig gemacht, aber eben nicht alles. Sie müssen sich ankreiden lassen, dass sie die letzte Konsequenz und Abgezocktheit bei den Offensivaktionen vermissen ließen. Schlicht und ergreifend Pech kam hinzu, etwas beim Tor des Tages durch Düsseldorfs Emmanuel Iyoha, als Matthias Bader dessen Abschluss für Schlussmann Marcel Schuhen unhaltbar abfälschte. Doch weil das Auftreten einmal mehr stimmte, viele taktische Ansätze klappten und die Defensive abermals Sicherheit ausstrahlte, wollte im südhessischen Lager hinterher auch keiner so recht verzagen. Zumal mit dem Karlsruher SC der nächste Gegner sich bereits zeitnah zum Gastspiel im Merck-Stadion am Böllenfalltor ankündigt (21.4./18.30 Uhr).

Am Bölle seit einem Jahr ungeschlagen

Je nach Zahlenspiel könnte man nun Optimismus verbreiten oder vor dem Gegner warnen. Die Lilien sind mittlerweile seit einem Jahr daheim ungeschlagen, der KSC ist dafür in der Rückrunde sehr formstark. Seit der Winterpause konnten nur der FC St. Pauli und der SV 98 mehr Zähler erringen als Karlsruhe. Aus gut unterrichteten Quellen ist jedoch bekannt, dass Lieberknecht zumindest eine Statistik ganz besonders mag – die Punktestatistik. Und diese Bilanz wollen die Lilien zusammen mit ihrem Heimpublikum am Freitag weiter aufhübschen. Um die vor dem Spiel festgezurrte Siegeswahrscheinlichkeit von 33 Prozent nach oben zu treiben.