Foto: Alfred Harder 15.10.2025 / Verein
Danke und alles Gute, Wolfgang Arnold!
Bei der Mitgliederversammlung des SV Darmstadt 98 am 21. Oktober 2025 wird Wolfgang Arnold nach vielen Jahren aus dem Präsidium ausscheiden. Wolfgang wurde am 03. Oktober 1950 in Darmstadt geboren, wuchs im Martinsviertel auf und ist somit ein waschechter Heiner. Zum Abschluss einer wechselvollen Schulzeit machte er 1973 Abitur am Abendgymnasium in Darmstadt, um anschließend Wirtschaftspädagogik in Mainz und Frankfurt zu studieren. Im Anschluss arbeitete er mehrere Jahre in einer Möbelspedition – eine Zeit, die sein weiteres berufliches Leben prägen sollte und in der er zum Geschäftsführer avancierte. Ab 1990 wollte er sein umfangreiches Wissen aus der Praxis an junge Menschen weitergeben. Er wurde deshalb Lehrer für Spedition und Logistik an der Martin-Behaim-Schule am Berufsschulzentrum Nord in Darmstadt, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2017 blieb.
Wolfgang ist seit 1973 mit seiner Ehefrau Jutta verheiratet, die sich ebenfalls seit Jahren für den Sportverein engagiert, ihm während seiner Zeit als Funktionär immer mit Rat und Tat zur Seite stand und die ihm stets den Rücken freihielt. Wie es sich für eine 98er-Familie gehört, ging die gesamte Hochzeitsgesellschaft am Tag nach der Vermählung ins Stadion. Der SV 98 war frischgebackener Süddeutscher Meister und spielte in der Aufstiegsrunde gegen Rot-Weiß Essen 2:2 – ein Spiel, das allen Zeitzeugen noch heute im Gedächtnis ist. Das Ehepaar Arnold hat drei Adoptivkinder (zwei Jungs, ein Mädchen), die heute längst erwachsen sind.
Wolfgang ist seit Kindes Beinen an mit dem Sportverein verbunden. Sein Vater spielte aktiv Feldhandball, die Familie besuchte regelmäßig die Spiele und ging anschließend in die Vereinsgaststätte zu Heinrich Jung. Für den SV 98 aktiv wurde Wolfgang Arnold 1990 als Fußballvater und Trainer der F-Jugend. Er wurde alsbald stellvertretender Jugendleiter und (da er als studierter Diplom-Handelslehrer als sehr akribisch bekannt war) Kassenprüfer. Dadurch wurde man auf ihn aufmerksam und holte ihn 1996 als Nachfolger von Jochen Woebke ins Präsidium.
Dort fungiert er seitdem als Vorstand der Amateurabteilungen (und der Fan- und Förderabteilung). Dieses Amt hat er bis heute inne und wird es aus Altersgründen am 21. Oktober diesen Jahres abgeben. „Irgendwann muss man den Platz für jüngere Kräfte freimachen und den Generationenwechsel vollziehen“, sagt er selbst. Er bekleidete dieses Amt stets pflichtbewusst und mit engagierter Gelassenheit. Wolfgang war nie der große Zampano im Vordergrund sondern eher ein stiller Schaffer, der einem Tellerakrobat im Varieté gleichend, die teils unterschiedlichen Interessen der Amateurabteilungen stets in der Balance hielt. Er ist „der getreue Eckart“ des Vereins, ein loyaler Mann, auf den man sich immer verlassen kann und hat schon fast alles im Verein gemacht, was man machen kann: Vom Aufbau der Torwand beim Stadionfest über die Mitorganisation des blau-weißen Samstages in der Innenstadt bis hin zum Fanartikelverkauf aus einem klapprigen Bauwagen in der Vorweihnachtszeit auf dem Luisenplatz, bei dem wir Ende der 90er 10.000 D-Mark einnahmen (eine für die damalige Zeit unvorstellbare Summe).
Seine schlimmste Zeit waren die Jahre der Fastinsolvenz ab 2007, in denen die Steuerfahndung auch zu den Arnolds nach Hause kam. Aber wie immer hat alles Schlechte auch etwas Gutes: Wolfgang ist nach wie vor angetan von der damaligen Resonanz in der Stadtgesellschaft und dem resultierenden Imagewechsel des SV 98. Sein schönstes Erlebnis war mit Abstand das berühmte „Wunder von Bielefeld“, an das er noch heute begeistert zurückdenkt.
Wolfgang wird auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt dem Sportverein die Treue halten, Fan sein, ab und an als Trainingskiebitz vorbeischauen und sofern gewünscht mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Lieber Wolfgang, herzlichen Dank und alles Gute, bei hoffentlich bester Gesundheit!
Text: Vereinshistorisches Referat