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24.02.2025 / Profis

Analyse: Ein Sieg der Gemeinschaft

Die Lilien feiern ihren ersten Sieg in 2025. Ein früher Doppelschlag von Isac Lidberg ebnete den Weg zu den drei Punkten. Die beiden Tore des Schweden waren sicherlich der Schlüsselmoment im Duell mit dem FC Schalke. Welche Dinge sind zudem positiv gelaufen? Welche Rolle spielten die Lilienfans? Und wo gibt es Verbesserungsbedarf? Unsere Analyse zum Spiel.

Szene des Spiels:

Der frühe Doppelschlag: Keine drei Minuten waren gespielt, da versenkte Isac Lidberg das Spielgerät per Schlenzer in der langen Ecke. Ein Moment, den die Lilien in den vergangenen Wochen herbeigesehnt hatten. Vier Spiele lang waren die Südhessen ohne eigenen Treffer geblieben, nun sorgte der Schwede für den Frühstart in der Partie gegen den FC Schalke 04. Und damit nicht genug. Bereits in der 5. Minute war der 26-Jährige erneut zur Stelle und erhöhte per Heber auf 2:0. Das Stadion explodierte förmlich, die Mannschaft bejubelte ausgelassen diesen doppelten Glücksmoment. „Es tut unfassbar gut, wenn man nach fünf Minuten 2:0 führt. Einfach ein geiler Start“, so Clemens Riedel, während Marcel Schuhen von einem „Feuerwerk in den ersten Minuten“ sprach. 

Dieses Feuerwerk sorgte beim SV 98 in der Folge sichtlich für Selbstvertrauen und auch für die notwendige Energie, die das Team von Florian Kohfeldt an diesem Sonntag in vielen intensiven Duellen benötigte. 55 Prozent der Zweikämpfe gewannen die Lilien sicherlich auch deshalb, weil der Lidberg-Doppelschlag allen Akteuren ein positives Gefühl verlieh. Der Torschütze selbst erklärte nach Spielende, in beiden Szenen „nicht lange nachgedacht zu haben.“ Was logisch klingt, hatten die Darmstädter in den Vorwochen teilweise durchaus als eine Problematik rund um den gegnerischen Strafraum ausgemacht. Zu viele Gedanken in der Entscheidungsfindung, die dafür sorgten, dass die richtigen Momenten für Abschluss oder Abspiel verpasst wurden. Nun führte die ‚Gedankenlosigkeit‘ Lidbergs zur Basis für einen erfolgreichen Nachmittag. Und damit zum ersten Sieg in 2025. 

Das lief gut:

Das Zusammenspiel mit den Fans: Schon beim Auwärmen vor dem Spiel war die besondere Atmosphäre im Merck-Stadion greifbar. Eine Mischung aus Anspannung und Vorfreude auf dieses Duell zweier Traditionsmannschaften, gepaart mit der Sehnsucht nach dem ersten Erfolg des Jahres und dem Bewusstsein für die sportliche Situation. Umgekehrt war es auch den Akteuren mit der Lilie auf der Brust ein Anliegen, bereits vor Anpfiff ein noch stärkes Band mit den Anhängern zu formen. „Wir wollten sie noch mehr mitnehmen, sind auch deswegen vor dem Spiel nochmal in die Kurve und vor die Gegengerade“, verriet Kapitän Riedel. „Wir brauchen jeden, der Sympathien für die Lilien in sich hat.“, so Marcel Schuhen, der mit Blick auf die Fans anfügte: „Das war genau die richtige Stimmung für dieses Spiel. Außergewöhnlich gut.“

Völlig zurecht sprach Florian Kohfeldt von einem „tollen Zusammenspiel“ zwischen Mannschaft und Lilienfans, die Symbiose zwischen Feld und Tribünen wurde zu einem ganz wichtigen Mosaikstein im Gesamtbild des Heimsieges. In der zurückliegenden Woche hatten sich der sportliche Bereich und Fanvetreter ausgetauscht und Punkte bennant, um das Stadionerlebnis noch weiter optimieren zu können. Unter anderem mit kleinen Gesten, die eine große Wirkung entfachten. Und dann auch ihren Teil dazu beitrugen, dass nach Abpfiff gemeinsam gefeiert werden konnte. 

Die Defensivarbeit: 0,09. So lautete der xGoals-Wert des FC Schalke 04 am Sonntag. Unisono sprachen Kohfeldt und Riedel davon, sich an keine große Möglichkeit der Königsblauen erinnern zu können. Die Lilien erledigten defensiv über die komplette Spielzeit ihren Job und wurden mit dem zweiten zu Null dieser Saison belohnt. „Wir haben in der Box gut verteidigt. Wir haben bei Standards gut verteidigt“, bilanzierte Kohfeldt. Zwar schlugen die Gäste ingesamt elf Ecken in den Strafraum des SV 98, brenzlig wurde es aber nach keiner dieser Situationen. „Es tut sehr gut“, verriet Riedel angesichts der weißen Weste und bezog in seine Analyse ganz speziell auch die Offensivspieler ein, die der Defensive mit ihrer Arbeit gegen den Ball immer wieder Ruhepausen bescheren konnten.  

Die Entwicklung einiger Spieler: „Das war heute ein Sieg einer Mannschaft.„ Mit diesen Worten gab Cheftrainer Kohfeldt dem Heimsieg eine Überschrift. Und der 42-Jährige hob in seiner Analyse diejenigen hervor, die über weite Phasen der Saison häufiger in der zweiten Reihe standen. „Ich freue mich total über die Entwicklung derer, die jetzt im Team sind. Die Jungs, die zuletzt ihre Zeiten gekriegt haben, die entwickeln sich. Bueno hat heute ein überragendes Spiel gemacht, Papela hat ganz viele wichtige Dinge für uns getan. Das möchte ich heraustellen.“ 

 

Zitat des Tages

Ich freue mich total über die Entwicklung derer, die jetzt im Team sind. Die Jungs, die zuletzt ihre Zeiten gekriegt haben, die entwickeln sich. Das möchte ich heraustellen.

Florian Kohfeldt

Das lief nicht gut:

Phasen im eigenen Ballbesitz: „Wir waren sehr gut im Umschalten, aber nicht gut im ruhigen Ballbesitz“, resümierte Florian Kohfeldt nach Abpfiff. Mit Sicherheit gab es in dieser Saison schon eine ganze Reihe an Spielen, in denen der SV 98 mit der Kugel am Fuß eine größere Sicherheit und Dominanz ausstrahlte, allerdings fehlte es in diesen Begegnungen – häufig gegen tiefstehende Gegner – manchmal an der letzten Durchschlagskraft. Am kommenden Sonntag in Magdeburg dürfte der Qualität im eigenen Ballbesitz eine hohe Bedeutung zukommen. Gegen sehr pass- und ballsichere Magdeburger wird es Phasen des eigenen Ballbesitzes brauchen, um sich nicht das Spiel des FCM aufzwingen zu lassen. Gleichzeitg darf das hohe Level im Umschalten gerne beibehalten werden – denn darin liegt mit Sicherheit eine Chance gegen den aktuellen Tabellenvierten. 

Die 5. Gelbe Karte für Clemens Riedel: Bislang stand der Innenverteidiger in allen 26 Pflichtspielen in der Startelf. In Magdeburg wird der 21-Jährige nun erstmals zusehen müssen. „Es nervt“, so der Innenverteidiger angesichts seiner fünften Verwarnung in dieser Spielzeit. Doch die Lilien haben in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt, dass sie Ausfälle kompensieren können. Kohfeldt sprach bereits am Sonntag von „verschiedenen Optionen“, um das Fehlen Riedels aufzufangen. 

 

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