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02.11.2025 / Profis

Analyse: Erste Hälfte extrem gut, Chancenauswertung das Manko

Ein unterhaltsames Fußballspiel am Samstagabend. Nach einer intensiven Pokalwoche holten die Lilien ein 2:2 gegen Arminia Bielfeld. Auch wenn es aufgrund der enorm starken ersten Darmstädter Hälfte nicht das Ergebnis war, was sich die 98er erhofften, blieben sie doch auch im sechsten Ligaheimspiel in Serie ungeschlagen. In unserer Analyse zum Bielefeld-Spiel blicken wir wie gewohnt auf die Szene der Partie. Zudem beantworten wir die Fragen: Was lief gut? Und was lief nicht gut?

Mannschaftskreis nach dem 2:2 gegen Arminia Bielefeld
Foto: SV 98

Szene des Spiels:

Der erneute Ausgleich. Er fiel in die Phase der Partie, in welcher der SV Darmstadt 98 die Spielkontrolle abgab. Nach den geplanten Herausnahmen von Isac Lidberg (46.) und Luca Marseiler (63.) gesellte sich zu letzterem Zeitpunkt auch noch der ungeplante wie verletzungsbedingt Wechsel von Fraser Hornby hinzu. Und die Lilien, sie verloren fortan ein wenig die Balance in ihrem Spiel (mehr dazu weiter im Text). Zwar hatte Arminia Bielefeld nach der Pause bis etwas zur 80. Minute mehr von der Partie, doch ließen die Südhessen trotzdem kaum zwingende Chancen zu. Stattdessen verteidigten sie weiter stabil. Insgesamt 58:42 Prozent gewonnene Zweikämpfe und gar eine Luftzweikampfquote von 65:35 Prozent untermauerten die doch ordentliche Defensivleistung der Südhessen. In der 73. Minute aber waren die Lilien nicht wachsam genug. Sie ließen Bielefelds Maximilian Großer am Strafraum aus den Augen und hinderten ihn zunächst nicht am Abschluss. Matej Maglica warf sich zwar in den Schuss des Arminen, fälschte diesen aber unglücklich sowie unhaltbar für Marcel Schuhen ab. Der erneute Ausgleich.

Das lief gut:

Die erste Halbzeit. Ohne einen Wechsel in der Startelf schickte Florian Kohfeldt genau die Elf auf den Rasen, die schon beim 4:0 gegen den FC Schalke 04 im DFB-Pokal am Mittwochabend ein wahres Feuerwerk auf den Rasen brannte. In der Hoffnung, dass genau dies eben wieder passieren würde. Und lange auf den ersten besonderen Moment warten, musste die Zuschauer im ausverkauften Merck-Stadion am Böllenfalltor auch am Samstagabend nicht. Bereits nach vier Minuten brachte Fraser Hornby die Lilien in Führung. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Arminia – ein Gegentreffer aus dem Nichts, aus dem Gewühl – schlugen die Hausherren durch Isac Lidberg schnell zurück. Doch nicht nur die beiden Treffer, sondern das gesamte Auftreten der Lilien-Elf im ersten Durchgang beeindruckte. „Die erste Halbzeit war leistungstechnisch extrem gut“, bilanzierte daher Florian Kohfeldt. Mutig, energiegeladen und zielstrebig waren sie, diese ersten 45 Minuten des SV 98. „Wir haben von Anfang an wirklich guten Fußball gespielt. Das waren geplante Abläufe, wir haben die geplanten Räume gut bespielt“, so der Cheftrainer der 98er weiter. Selbst auf die taktischen Umstellungen der Bielefelder fanden die Darmstädter immer wieder passende Antworten, was auch der gegnerische Chefcoach Mitch Kniat auf der Pressekonferenz nach dem Spiel lobend hervorhob. Torchancen für den SV 98 gab es zudem zuhauf. Wo wir dann aber auch schon beim Manko des ersten Spielabschnitts wären… Mehr dazu findet Ihr unter dem Punkt, was an diesem Samstagabend nicht gut lief.

Die Schlussphase ab der 80. Minute. Bereits in unserer „Szene des Spiels“ haben wir angeschnitten, dass die Lilien zwischen dem Seitenwechsel und der 80. Minute die Spielkontrolle abgaben. Doch es spricht für die Südhessen und ihren körperlichen Zustand, dass sie gegen die laufstärkste Mannschaft der 2. Bundesliga trotz einer intensiven Englischen Woche stets dagegenhielten und in der Schlussphase die Kontrolle wieder an sich rissen.

Einschub. Der Vollständigkeit halber wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass die Arminia am Mittwochabend im DFB-Pokal auswärts bei Union Berlin sogar über 120 Minuten gehen musste. 128 gelaufene Kilometer der Bielefelder im Merck-Stadion verdienen daher ihre Anerkennung.

Die Lilien ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Selbst mobilisierten sie die letzten Körner und zeigten in der Schlussphase, dass sie dieses Spiel für sich entscheiden wollten. Ansehnlich herausgespielte Möglichkeiten von Killian Corredor oder Bartosz Bialek hätten durchaus ihren Weg ins Tor finden können. So sah es auch Kohfeldt: „Wir hatten ab der 80. Minute noch unsere Momente und Torchancen, mit denen es möglich gewesen wäre, das Spiel zu gewinnen.“

SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98
SV Darmstadt 98 vs. Arminia Bielefeld Foto: SV 98

Das lief nicht gut:

Die Chancenauswertung. „In der ersten Halbzeit hatten wir viel Glück“, gestand Mitch Kniat, Trainer von Arminia Bielefeld. Er ergänzte und betonte dann noch einmal: „Wir hätten 2:0 oder auch 3:0 hinten liegen können. Es war einfach nur Glück, dass wir kein zweites und drittes Gegentor gefangen haben.“ Allein diese Sätze des gegnerischen Coaches zeigen noch einmal eindrucksvoll, was für eine erste Hälfte der SV Darmstadt 98 auf den Platz brannte. Doch war es das Manko an diesem Abend, dass die Lilien zwar zwei Treffer in den ersten 45 Minuten erzielten, aber nicht noch weiter nachlegten. „Denn nach der ersten Halbzeit darf es keine Frage mehr geben, wer dieses Spiel gewinnt“, ärgerte sich Kohfeldt. Während sich seine Mannschaft gegen Schalke noch extrem effizient vor dem gegnerischen Kasten zeigte, ließen die 98er gegen Bielefeld gleich so einige Hochkaräter liegen. Ein Zwei- oder sogar Drei-Tore-Vorsprung hätten sich die Lilien im Merck-Stadion am Böllenfalltor im ersten Spielabschnitt erspielen müssen. Doch das taten sie nicht, kein gutes „Game-Management“ nannte es später der Darmstädter Cheftrainer. Zwar blieb der SV 98 auch im sechsten Heimspiel dieser Zweitliga-Saison ohne Niederlage und sammelte einen weiteren Punkt, ärgerte sich aber über zwei liegengelassene weitere Zähler. Fabian Holland: „In Anbetracht unserer ersten Halbzeit können wir mit dem Punkt nicht so zufrieden sein.“

Die Balance. Das Pokalspiel unter der Woche gegen Schalke 04 hatte Kraft gekostet. Isac Lidberg machte am Mittwoch seine intensivste Partie, ließ ordentlich Körner. Es war daher von vornherein klar und abgesprochen, dass er nur eine Halbzeit spielen würde. Auch für Luca Marseiler war mehr als eine gute Stunde Spielzeit nicht drin. Zwei geplante Wechsel, zu welchen sich noch ein ungeplanter hinzugesellte. Dass auch Fraser Hornby nach 63 Zeigerumdrehungen vom Feld musste, war nicht einkalkuliert. Und die verletzungsbedingte Herausnahme hinterließ ihre Spuren. „Seine Auswechslung hat die Balance in unserem Spiel wegbrechen lassen“, erklärte Kohfeldt mit Blick auf das Angriffspressing seiner Mannschaft. Und Bielefeld konnte so mehr und mehr die Spielkontrolle übernehmen.

Zitat des Tages

Die erste Halbzeit war leistungstechnisch extrem gut. Nur unser Game-Management war es nicht. Nach der ersten Hälfte darf es keine Frage mehr geben, wer dieses Spiel gewinnt

Florian Kohfeldt nach dem 2:2 gegen Arminia Bielefeld

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