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13.04.2025 / Profis

Analyse: Gute Defensive & überragende Fans

Am Ende war es eines dieser Spiele, nach dessen Ende sich alle Beteiligten auf das Ergebnis einigen konnten. Das 1:1 des SV 98 bei Hertha BSC war das gerechte Produkt einer Partie, in der die Lilien lange Zeit sehr stabil agierten, in Isac Lidberg einen Torjäger mit dem richtigen Riecher besaßen und erst in der Schlussphase ein wenig ins Wackeln gerieten. In unserer Analyse blicken wir noch einmal auf einige Aspekte des 29. Spieltags und genießen noch einmal die Bilder der Lilienfans im Berliner Sonnenschein.

Foto: SV 98

Szene des Spieltags:

In unserer heutigen Analyse ändern wir den Namen dieser Kategorie ein wenig ab. Aus der „Szene des Spiels“ wird die „Szene des Spieltags“. Aus dem einfachen Grund, dass der Spieltag auch die Momente vor und nach dem Abpfiff umfasst. Und die wohl eindruckvollsten Bilder des Gastspiels der Lilien im Olympiastadion entstanden beim obligatorischen Gang in die Fankurve nach Spielende. Rund 2300 Lilienfans erwarteten im Berliner Sonnenschein ihre Mannschaft, um gemeinsam den Punktgewinn in der Haupstadt zu beklatschen. Es war ein ehrlicher Applaus, ein honorierender Beifall, ein Moment der beidseitigen Anerkennung. Sowohl Fans als auch Mannschaft hatten über die komplette Spielzeit Vollgas gegeben, am Ende wurden beide Parteien für ihren Aufwand mit einem Auswärtszähler belohnt. 

„Ich bin richtig stolz auf unsere Fans, die diesen weiten Weg auf sich genommen haben und uns nicht nur während des Spiels, sondern auch danach supportet haben. Ihnen gebührt großer Respekt“, erklärte Clemens Riedel, der an vorderster Stelle gestanden und mit den südhessischen Anhängern interagiert hatte. In den vergangenen Wochen hatte Florian Kohfeldt immer wieder das „starke Band“ zwischen Mannschaft und Lilienfans betont, der Samstagnachmittag lieferte den nächsten Beweis. Die große Gemeinschaft ist ein wichtiges Faustpfand für den SV 98 in dieser finalen Phase der Saison. Und die Bilder aus Berlin machten deutlich: Als Einheit sind diese Lilien auf einem sehr guten Weg, die verbleibenden Punkte für den Klassenerhalt einzusammeln. 

Das lief gut:

Die Kontrolle in der ersten Halbzeit: „Wir waren im Ballbesitz locker und geduldig“, resümmierte Jean-Paul Boëtius mit Blick auf den ersten Durchgang. Mehr als 60 Prozent Ballbesitz verzeichneten die Lilien vor dem Pausenpfiff, auch Hertha-Trainer Stefan Leitl hob das „gute Positionsspiel“ des SV 98 hervor. Die Südhessen legten eine hohe Ballsicherheit an den Tag, die Offensivreihe aus Killian Corredor, Boëtius und Philipp Förster schaffte es immer wieder, in freie Räume zu stoßen und den Berlinern so den Zugriff zu erschweren. „Ein ganz wichtiger Teil unseres Defensivverhaltens war der Ballbesitz“, verriet Florian Kohfeldt, der anmerkte, dass seine Mannschaft über die hohe Qualität im eigenen Ballbesitz dem Gegner über einen langen Zeitraum die Energie raubte. Entsprechend zufrieden zeigte sich auch der Cheftrainer mit diesem Teilaspekt des eigenen Spiels. Allein die Durchschlagskraft im finalen Drittel ließ etwas zu wünschen übrig, sodass die beiden Großchancen vor dem Seitenwechsel auf Standardsituationen entsprangen. 

Die Defensivarbeit: Eine Flanke von Fabian Reese, die sich zum Torschuss entwickelte und Marcel Schuhen zu einer Parade zwang. Diese Szene sollte der einzige Abschluss der Hertha im ersten Durchgang bleiben. Der einzige Gegentreffer entsprang dann einem unglücklichen Eigentor. „Bis dahin haben wir nichts zugelassen“, erklärte daher auch Kohfeldt, der seine Mannschaft insbesondere für „die Arbeit gegen den Ball“ in den ersten 70 Minuten lobte. Auch Kapitän Riedel zeigte sich zufrieden damit, dass er und seine Teamkollegen nur wenige gefährliche Situationen zugelassen hatten und das Gehäuse von Schuhen erst in den letzten Minuten noch einmal in Gefahr geriet. Auch der xGoals-Wert der Hertha von 0,5 verdeutlicht, dass der SV 98 im Olympiastadion eine stabile Leistung auf den Platz brachte. 

Lidbergs Stürmer-Gen: Der Fürhungstreffer von Isac Lidberg in der 48. Minute war ein typischer Abstauber. Hertha-Keeper Tjark Ernst konnte einen Versuch von Fabian Nürnberger nicht festhalten, der schwedische Angreifer stand parat und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Sicherlich kein spektakuläres Tor, aber ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Lilien auf ihre Nummer sieben verlassen können. 14 Saisontore hat der 26-Jährige nun auf dem Konto, die Chancen stehen nicht schlecht, dass in den kommenden Wochen weitere dazu kommen. 

Das lief nicht gut:

Der Ausgleich: Keinen Torchschuss zugelassen und plötzlich steht es 1:1. Der Ausgleich der Hertha hatte sich wahrlich nicht angedeutet. Umso bitterer, dass ihn ein Darmstädter erzielte. Aleksandar Vukotić grätschte eine scharfe Hereingabe nach 62 Minuten in die eigenen Maschen. Ein kleiner Trost: Herthas Fabian Reese wäre ansonsten ebenfalls zur Stelle gewesen und hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit das Tor erzielt. Das Tor sorgte in der Folge für sichtlich Auftrieb bei den Gastgebern, die spätestens ab der 75. Minute immer druckvoller aufspielten und in der Nachspielzeit beinahe sogar noch zum Siegtreffer gekommen wären. „Das Gegentor ist unglücklich“, so Jean-Paul Boëtius, bevor er anfügte: „Natürlich ist man immer etwas enttäuscht, wenn man nach einer Führung nur einen Punkt mitnimmt, grundsätzlich können wir aber mit der Leistung zufrieden sein.“

Die 5. Gelbe Karte für Philipp Förster: In der 31. Minute herrschte eine gewisse Verwunderung bei den Lilien. Andreas Müller hatte den Berliner Maza in einem Zweikampf gefoult, doch plötzlich zeigte Schiedsrichter Timo Gansloweit einem anderen Akteur die Gelbe Karte. Philipp Förster war zwar ebenfalls in der Nähe des Zweikampfs, aber keineswegs ursächlich für das Foulspiel gewesen. Die Gelbe Karte also definitv falsch. Besonders bitter: Es war die fünfte Verwarnung für den Kreativspieler, der damit nun am Ostersonntag gegen Hannover 96 fehlen wird.

Zitat des Tages

Ich bin richtig stolz auf unsere Fans, die diesen weiten Weg auf sich genommen haben und uns nicht nur während des Spiels, sondern auch danach supportet haben. Ihnen gebührt großer Respekt.

Clemens Riedel über die Unterstützung der Lilienfans

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