Foto: Eibner 16.10.2025 / Verein
Danke und alles Gute, Rüdiger Fritsch!
In den vergangenen 13 Jahren war er zweifellos das Gesicht des SV Darmstadt 98. Nun kandidiert Rüdiger Fritsch nicht mehr für das Amt des Lilien-Präsidenten. Die Bilanz seiner Amtszeit lässt sich in drei verschiedene Bereiche unterteilen: den sportlichen, den wirtschaftlichen und den baulichen. Alle drei Bereiche lassen sich heute nicht mehr mit dem Zustand des Vereins im Jahr 2012 vergleichen, als Fritsch als Nachfolger von Hans Kessler das Ruder übernahm.
Unter der Ägide von Steuermann Fritsch gelang der Wandel vom abstiegsbedrohten Drittligisten zum ambitionierten Zweitliga-Klub mit Bundesliga-Aufstiegen und dortigem Klassenerhalt als Höhepunkten. Einst von Schulden in Millionenhöhe geplagt, präsentiert sich der SV 98 heute genesen und finanziell seriös aufgestellt. Unter Fritschs Regie stieg der Umsatz des Vereins von knapp fünf auf nahezu 50 Millionen Euro, also um das Zehnfache. Doch die Lilien sind nicht nur als Steuerzahler längst kein kleines Licht mehr, sondern auch als Arbeitgeber, denn mittlerweile werden am und ums Böllenfalltor nicht 80, sondern rund 350 Mitarbeitende entlohnt.
Besonders auffällig sind die Fortschritte an der Nieder-Ramstädter Straße beim Blick auf das Stadion, das heute nicht mehr wiederzuerkennen ist. Kein Wunder, hat der SV 98 doch in den letzten Jahren massiv in „Steine“ investiert: Stadion-Umbau und -Renovierung, Funktionsgebäude, Trainingsplätze und das Merck-Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) standen hier im Mittelpunkt.
So kann Rüdiger Fritsch heute zufrieden Abschied nehmen von einem Amt, das viel Kraft gekostet hat: „Es war gewiss keine permanente Party, sondern oft auch Ballast und Bürde, auf jeden Fall harte Arbeit und jede Menge Stress!“ So freut er sich jetzt am meisten auf einen Zugewinn an Lebensqualität: „Freizeit- und Urlaubsplanung ohne Blick auf die DFL-Terminliste werde ich genießen.“ Seine Amtszeit im DFL-Aufsichtsrat ist bereits beendet, die Tätigkeit als Wirtschaftsanwalt in einer Frankfurter Kanzlei wird der 64-jährige Jurist weiterführen.
So schließt sich in diesen Tagen der Kreis für Rüdiger Fritsch vom einstigen Mittelfeld-Regisseur des damaligen Landesligisten TSV Heusenstamm bis zum überregional erfolgreichen Funktionär im Profi-Fußball. Er wird – nach einer bereits von ihm angekündigten Pause – auch künftig bei den Spielen des SV 98 am Böllenfalltor bestimmt mal auf der Tribüne anzutreffen sein. Mitglieder und Fans der Lilien werden ihm dann sicherlich ein „Danke, Rüdiger“ zurufen. Er hat es verdient!
Text: Vereinshistorisches Referat