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19.03.2026 / Profis

Der FC Schalke 04 im Gegnercheck

Allgemein ist bekannt, dass Pep Guardiola in seiner Zeit bei den Bayern den Tiki-Taka-Fußball in die Bundesliga brachte. Viele Top-Klubs machten sich das bestechende Kurzpassspiel zu eigen, das über viele Jahre von vielen Trainern in Barcelona entwickelt wurde. Doch in Deutschland war Guardiola nicht so ganz der erste, der genau diese Spielweise in die Liga brachte. Vor über 90 Jahren war es das Team aus Gelsenkirchen, das den Ursprung des Tiki-Taka in Deutschland legte – nur eben unter einem anderen Namen.

Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Als „Schalker Kreisel“ bekannt, spielten sie mit vielen kurzen Pässen ihre Gegner schwindelig. Dabei auch variierend mit Quer -und Steilpässen, erspielten sich die Knappen in den 1930er und 1940er Jahren sechs Deutsche Meisterschaften. Es waren damals die Gebrüder Ballmann, die den besagten Spielstil aus Großbritannien in den Pott brachten.

Doch auch wenn sich der Fußball des Malocher-Clubs aus Gelsenkirchen über die Jahre und Jahrzehnte gewandelt hat, so gehört der „Schalker Kreisel“ fest zur Tradition bei Königsblau. Mehr als 50 Jahre lang trugen die gedruckten Vereinsnachrichten von S04 diesen Titel. Und auch heute noch bekommen alle Mitglieder eine digitale Ausgabe des „Schalker Kreisel“.

In unseren Gegnercheck wollen wir mit Beginn dieser Zeilen aber nicht nur in traditionsreichen Erinnerungen schwelgen, sondern viel mehr auf die Gegenwart blicken. Wir nehmen den FC Schalke 04 vor dem Spiel am Samstagabend (21.3./20.30 Uhr) beim SV Darmstadt 98 genauer unter die Lupe.

TOP SCORER - 2. Bundesliga

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Kenan Karaman – 11 Tore Soufian El-Faouzi – 5 Assists
Edin Dzeko – 6 Tore Kenan Karaman – 4 Assists
Hasan Kurucay – 4 Tore Edin Dzeko – 3 Assists
Moussa Sylla – 4 Tore Adil Aouchiche – 3 Assists
Bryan Lasme – 2 Tore Nikola Katic – 3 Assists

 

Der Trainer

Miron Muslic

Cheftrainer des FC Schalke 04
  • Geburtsdatum (Alter): 14.09.1982 (43)
  • Geburtsort: Bihac (ehemals Jugoslawien)
  • Nationalität: Österreich
  • Im Amt seit: Mai 2025
  • Vorherige Trainerstationen: Floridsdorfer AC, SV Ried, Cercle Brügge, Plymouth Argyle

Prunkstück

„Die Offensive gewinnt die Spiele, die Defensive die Titel.“ So lautet sie, eine alte Fußballweisheit. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich dahinter? Der FC Schalke ist in dieser Saison auf dem besten Wege, diese alte Stammtisch-Phrase zu belegen. Mit 37 Saisontoren stellt der Ruhrpott-Verein eine in der Liga eher durchschnittliche Offensive, ähnliche Torausbeuten finden sich auch bei Mannschaften im Tabellenkeller wieder. Das Schalker Prunkstück ist in dieser gesamten Spielzeit allerdings die Defensive. Nicht nur in der Gesamttabelle der 2. Bundesliga stehen sie auf dem ersten Platz, auch bei den Gegentoren unterbietet sie keiner. Lediglich 23-mal konnten die Gegner das runde Leder im Schalker Kasten unterbringen. Starke elfmal spiele S04 zudem zu Null. Überaus beeindruckend ist vor allem die Defensivbilanz der Hinrunde – mit nur zehn Gegentoren in 17 Spielen. Dass es mittlerweile einige mehr geworden sind, ist vielleicht auf das mutigere Offensivspiel der Königsblauen in der Rückrunde zurückzuführen. Und trotzdem spricht die Statistik eine klare Sprache: Im Schnitt kassiert die Mannschaft von Miron Muslic nur 0,88 Tore pro Spiel.

All Eyes on ...

Im Wintertransferfenster machten die Schalker auf sich aufmerksam. Vor allem Edin Dzeko sorgte medial für große Aufmerksamkeit. Doch der mittlerweile 40-jährige Stürmer ist für das Spiel bei den Lilien gesperrt. Ein anderer Winterneuzugang ist dagegen ebenso verheißungsvoll samt interessanter Vita: Adil Aouchiche. Kein Spieler erzielte seit jeher mehr Tore bei einer Europameisterschaft (von Jugend -bis Profi-Bereich), er war früherer Kapitän von gleich mehreren U-Nationalmannschaften Frankreichs und ehemaliger Teamkollege von Kylian Mbappe, Edinson Cavani, Thiago Silva und Neymar. Erst Anfang Februar kam er auf Schalke an und stand bis jetzt in jedem Spiel auf dem Platz. Aouchiche ist in Gelsenkirchen direkt eingeschlagen. Das Schalker Offensivspiel profitiert unmittelbar von seiner Kreativität, die er mit bereits drei Vorlagen unter Beweis stellte.

Die französische Presse versuchte einst, seine Zukunft vorherzusagen: Künftiger Kapitän der A-Nationalmannschaft könnte er werden, wiederum andere betitelten ihn als den nächsten Zidane. Das ehemalige Wunderkind aber, es ging seinen eigenen Weg – wenn auch nicht immer ganz gradlinig. Der heute 23-jährige trug in den vergangen sechs Jahren insgesamt sieben Trikots verschiedener Vereine. Doch diese turbulente Phase ist ein Teil von ihm. „Mir ist am wichtigsten, dass ich mich als Fußballer und Mensch weiterentwickle. Wenn ich dafür neue Herausforderungen benötige, gehört das dazu“, erklärte der Algerier und gebürtige Franzose in einem Interview mit der WAZ.

Die Jugendzeit verbrachte er beim amtierenden Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain. Bis zu den Profis arbeitete sich der Neu-Schalker hoch und lernte dort auch Kylian Mbappe kennen. Der Weltstar gab Aouchiche sogar einen Tipp mit auf seinen Weg, wie der Flügelspieler einst verriet: „Er hat mir immer gesagt, ich soll an mich glauben, meinen Qualitäten vertrauen und dabei bescheiden bleiben – aber mich nicht verstecken.“

Seine Qualitäten konnte der noch junge Algerier bereits in Frankreich, England und auch in Schottland unter Beweis stellen. Seit Winter steht er in Deutschland für die Knappen auf dem Rasen und fühlt sich sichtlich wohl. Und mit seinen Leistungen trägt er einen wichtigen Teil zu Schalkes aktuellem Erfolg bei. Leistungen, die auch der algerischen A-Nationalmannschaft nicht verborgen blicken. Algergien nominierte den 23-Jährigen für die anstehenden Länderspiele. Schließlich hat Aouchiche von seinen bisherigen sechs Partien mit S04 noch keine einzige Begegnung im Trikot der Blau-Weißen verloren – drei Siege, drei Remis, so lautet seine Bilanz.

Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Blick in die S04-Vitrine

  • Deutscher Meister: 57/58, 41/42, 39/40, 38/39, 36/37, 34/35, 33/34
  • Deutscher Pokalsieger; 10/11, 01/02, 00/01, 71/72, 37
  • UEFA-Cup-Sieger: 96/97
  • Deutscher Zweitligameister: 21/22, 90/91, 81/82
  • UI-Cup-Sieger: 94/95, 03/04
  • Deutscher Superpokalsieger: 11/12
  • Deutscher Ligapokalsieger: 05/06
  • Landespokal-Westfalen-Sieger: 43/44, 42/43
  • Westdeutscher Pokalsieger: 53/54

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