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16.10.2026 / Profis

Der Karlsruher SC im Gegnercheck

Am Sonntag (18.10.) ist der SV Darmstadt 98 beim Karlsruher SC zu Gast. Der KSC blickt auf eine Vergangenheit zurück, die weit über den deutschen Fußball hinausreicht: Einst sorgten die Badener auch auf europäischer Bühne für Furore und schrieben ein Kapitel, das bis heute in Erinnerung geblieben ist. Doch wie gelang dem KSC der Sprung ins internationale Rampenlicht und was machte diesen Erfolg so besonders?

Foto: Eibner-Pressefoto/Silas Schueller

Es ist 1993: Der Karlsruher SC hat sich erstmals in seiner Vereinsgeschichte für den UEFA-Pokal qualifiziert. In der ersten Runde setzen sich die Badener gegen den PSV Eindhoven durch. Und dann wartet in der zweiten Pokalrunde mit dem FC Valencia, dem damaligen Tabellenführer der Primera División, ein echter Brocken. Was folgt, geht als „Wunder vom Wildpark“ in die Vereinsgeschichte ein.

In der 29. Minute bringt Edgar Schmitt den KSC nach Vorarbeit von Manfred Bender in Führung. Nur fünf Minuten später legt Schmitt per Volleyabnahme nach. Die Karlsruher dominieren die Partie nach Belieben und gehen mit einer souveränen 3:0-Führung in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel lassen sie nicht nach: Waleri Schmarow, Edgar Schmitt und Slaven Bilic schrauben das Ergebnis weiter in die Höhe und machen den 7:0-Kantersieg perfekt.

Heute sieht die Welt anders aus. Auf den FC Valencia trafen die Badener nach dieser Saison nie wieder. Dennoch bleibt das „Wunder vom Wildpark“ bis heute eines der wichtigsten und legendärsten Spiele der Karlsruher Vereinsgeschichte.

Formkurve

Der Saisonstart verlief für den KSC alles andere als nach Plan: Aus den ersten sieben Spielen sammelten sie lediglich fünf Punkte und rutschten auf den 17. Tabellenplatz ab.

Gegnerische Mannschaft Endergebnis Punkteausbeute
FC St. Pauli (A) 2:0 0
1. FC Nürnberg (H) 0:1 0
Energie Cottbus (H) 0:3 0
Hannover 96 (A) 2:2 1
VfL Wolfsburg (H) 2:5 0

TOP SCORER - 2. Bundesliga

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Moritz Broschinski – 2 Tore Marvin Wanitzek – 2 Assists
Shio Fukuda – 2 Tore Marcel Franke – 1 Assist
Marvin Wanitzek – 1 Tor Lilian Egloff – 1 Assist
Rafael Pinto Pedrosa – 1 To Louey Ben Farhat – 1 Assist

Der Trainer

Maximilian Senft

Cheftrainer vom Karlsruher SC
  • Geburtsdatum (Alter): 04.08.1989 (37)
  • Geburtsort: Wien
  • Nationalität: Österreich
  • Im Amt seit: 01.07.2026
  • Vorherige Trainerstationen: SV Ried, SV Ried II, Pinkafeld

Prunkstück

42,195 Kilometer. So lang ist ein Marathon, der sich bei der jungen Generation zum Trendsport entwickelt hat. Dem Karlsruher SC reicht das allerdings bei weitem nicht. Im Ranking der größten Laufdistanz pro Partie belegt der KSC Platz zwei. Im Schnitt laufen die Badener pro Spiel rund 122,3 Kilometer. Das grenzt schon an einen Ultramarathon. Doch damit nicht genug: Mit durchschnittlich 679 intensiven Läufen pro Partie führt der KSC außerdem die Tabelle in dieser Kategorie an. Ausdauer allein reicht den Badenern also nicht: sie drücken auch aufs Tempo.

All Eyes on Marvin Wanitzek

26 Jahre. In diesem Alter haben viele Fußballer bereits zahlreiche Stationen ihrer Karriere hinter sich. Marvin Wanitzek hingegen feiert erst mit 26 Jahren sein Debüt in der 2. Bundesliga. 2019 steigt er mit dem Karlsruher SC auf und aus dem Spätstarter wird eine feste Größe im deutschen Unterhaus.

Seine fußballerischen Wurzeln liegen ganz in der Nähe seiner Heimat: Beim FV Ubstadt macht Wanitzek seine ersten Schritte, ehe er über die Jugend der TSG Hoffenheim und des FC Astoria Walldorf 2013 zum VfB Stuttgart wechselt. Dort spielt er überwiegend für die zweite Mannschaft, kommt in der Saison 2015/16 aber auch einmal in der Bundesliga zum Einsatz. Der endgültige Durchbruch gelingt ihm jedoch erst in Karlsruhe.

2017 wechselt der gebürtige Bruchsaler vom VfB Stuttgart II zum KSC. Was zunächst wie eine weitere Karrierestation aussieht, entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Seitdem trägt Wanitzek das Trikot der Badener, seit drei Spielzeiten führt er die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Auch in der laufenden Saison setzt das Trainerteam auf ihn und seine Führungsqualitäten. Für die Fans ist der inzwischen 33-Jährige längst das Gesicht des KSC.

Auf der Zehnerposition zieht Wanitzek die Fäden, gibt dem Karlsruher Spiel Struktur, verteilt die Bälle und übernimmt die Standards. Dass er nicht nur vorbereitet, sondern auch selbst regelmäßig trifft, unterstreichen seine Zahlen: 13 Tore in der Saison 2024/25, 15 in der vergangenen Spielzeit.

Auch die Lilien bekamen Wanitzeks Qualitäten zu spüren. Beim 2:1-Erfolg des KSC im Mai brachte er die Gastgeber per Freistoß in Führung und unterstrich einmal mehr, wie wertvoll ihr Kapitän für die Badener ist.

Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Prihoda

Blick in die Karlsruhe-Vitrine

  • Deutscher Meister: 1908/09
  • Deutscher Pokalsieger: 54/55, 55/56
  • Deutscher Zweitligameister: 74/75, 83/84, 06/07
  • Deutscher Drittligameister: 12/13
  • UI-Cup-Sieger: 96/97
  • Intertoto-Cup-Sieger: 88/89, 92/93
  • Landespokal-Baden-Sieger: 12/13, 17/18, 18/19
  • Süddeutscher Pokalsieger: 59/60

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