Sonntag, 9. August 2026, erster Spieltag der neuen Saison. Zwölf Jahre haben die Menschen in der Lausitz auf diesen Moment gewartet. Nun steht Energie Cottbus wieder in der 2. Bundesliga auf dem Platz. Tolcay Cigerci sorgt für den ersten Höhepunkt: Gegen Hannover 96 bringt er seine Mannschaft in Führung. Ein Tor, das einmal mehr zeigt, warum der mittlerweile 31-Jährige in Cottbus längst zum Publikumsliebling geworden ist.
Dabei war Cigerci auf seinem Weg in den Profifußball keineswegs der direkte Weg vorgezeichnet. Mit der U19 des VfL Wolfsburg gewann der gebürtige Nordenhamer in der Saison 2012/13 die A-Junioren-Bundesliga. Anschließend führte ihn seine Karriere über verschiedene Stationen in der Regionalliga. In 2024 folgte schließlich der Wechsel zur VSG Altglienicke und von dort der nächste Schritt nach Cottbus.
Dort wusste Cigerci von Beginn an zu überzeugen. In seiner ersten Saison für Energie erzielte er 15 Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. In der folgenden Spielzeit legte er noch einmal nach. 17 Tore und 13 Vorlagen standen am Ende zu Buche, insgesamt also 30 Scorerpunkte. Eine Bilanz, die auch bei den Fans Eindruck hinterließ. Nach einer Vorauswahl durch Kapitäne und Trainer wählten sie Cigerci zum Spieler der Saison in der 3. Liga.
Seine Treffer waren dabei auch ein wichtiger Teil des Cottbuser Aufstiegslaufs. Bis zum letzten Spieltag blieb Energie im Rennen um die Rückkehr in die 2. Bundesliga. In Regensburg machte die Mannschaft schließlich mit einem 1:0-Erfolg den Aufstieg perfekt.
Cigerci ist für Energie Cottbus längst mehr als nur ein torgefährlicher Offensivspieler. Als Spielmacher sucht er immer wieder das Eins-gegen-Eins, bringt mit seinen Dribblings Gefahr und übernimmt auch in entscheidenden Situationen Verantwortung. Seine Bedeutung für die Mannschaft zeigt sich dabei nicht nur in seinen Toren und Vorlagen.
Besonders ist die aktuelle Saison auch aus familiärer Sicht. Zum ersten Mal steht Cigerci gemeinsam mit seinem Bruder Tolga für Energie Cottbus auf dem Platz. Auch Trainer Claus-Dieter Wollitz setzt bislang auf das Brüderpaar und gibt beiden regelmäßig die Möglichkeit, gemeinsam für die Lausitzer aufzulaufen.
Für die Cottbuser Fans ist Cigerci längst zum „Fußballgott“ geworden. Nach dem Aufstieg verlängerte er seinen Vertrag und blieb Energie damit auch für die Rückkehr in die 2. Bundesliga erhalten. Dass ausgerechnet er dann auch das erste Tor der langersehnten Zweitligasaison erzielte, passt zu seiner Geschichte. Für Cigerci und Energie Cottbus schließt sich damit ein besonderer Kreis.