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08.10.2026 / Profis

Energie Cottbus im Gegnercheck

Zum ersten Mal überhaupt gastiert Energie Cottbus am Samstag (10.10.) am Böllenfalltor. Zwölf Jahre mussten die Lausitzer auf ihre Rückkehr in die 2. Bundesliga warten. Nun führt sie der Weg erstmals nach Darmstadt. Möglich wurde das durch Jannis Boziaris, der Cottbus am letzten Spieltag in Regensburg mit seinem Treffer zurück in die zweithöchste deutsche Spielklasse schoss. Doch der Weg dorthin begann lange zuvor.

Fabio Deinert/Bundesliga via Getty Images

Samstag, 16. Mai 2026, Regensburg. Der Schlusspfiff ertönt und auf den Rängen gibt es kein Halten mehr. Die Cottbuser Fans stürmen den Platz. Nach zwölf Jahren ist der FC Energie Cottbus zurück in der 2. Bundesliga. „Nie mehr 3. Liga“ schallt es durch das Stadion, später empfängt die Stadt ihre Aufstiegsmannschaft mit einem Feuerwerk auf dem Altmarkt.

Der Weg zurück war allerdings alles andere als geradlinig. In dem Jahr 2014 musste sich Energie Cottbus als Tabellenletzter aus der 2. Bundesliga verabschieden. Ein Jahr darauf folgte der Absturz in die Regionalliga. Zwar gelang zwischenzeitlich die Rückkehr in die 3. Liga, doch auch dort konnten sich die Lausitzer nicht dauerhaft halten. Erst vor zwei Jahren schaffte Cottbus erneut den Aufstieg in die 3. Liga. Ein Jahr später fehlte am letzten Spieltag nicht viel zum direkten Durchmarsch.

In der Saison 2025/26 sollte sich die lange Reise schließlich auszahlen. In Regensburg machte Cottbus am letzten Spieltag den entscheidenden Schritt. Nach der Führung in der 28. Minute und einem gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit war es geschafft. Claus-Dieter Wollitz führte den FC Energie nach zwölf Jahren zurück in die 2. Bundesliga.

Formkurve

Aus den ersten Spielen der Saison konnten sich die Cottbuser fast immer Punkte mitnehmen. Mit insgesamt acht Punkten aus den ersten sechs Spielen stehen die Lausitzer nun auf Platz sieben in der 2. Bundesliga.

Gegnerische Mannschaft Endergebnis Punkteausbeute
FC St. Pauli (H) 1:1 1
Karlsruher SC (A) 3:0 3
VFL Wolfsburg (A) 4:4 1
SpVgg Greuther Fürth (H) 3:4 0
FC Augsburg (H) (Pokal) 0:2 Ausgeschieden

TOP SCORER - 2. Bundesliga

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Tolcay Cigerci – 4 Tore Moritz Hannemann – 3 Assists
Justin Butler – 3 Tore Leonardo Bittencourt – 2 Assists
Dmytro Copado – 2 Tore Tolcay Cigerci – 1 Assist
Lucas Copado – 1 Tor Justin Butler – 1 Assist
Lukas Michelbrink- 1 Tor Luca Erlein – 1 Assist
   

   

Der Trainer

Claus-Dieter Wollitz

Cheftrainer vom FC Energie Cottbus
  • Geburtsdatum (Alter): 19.07.1965 (61)
  • Geburtsort: Brakel
  • Nationalität: Deutsch
  • Im Amt seit: 01.07.2021
  • Vorherige Trainerstationen: 1.FC Magdeburg, Energie Cottbus, Viktoria Köln, VfL Osnabrück, KFC Uerdingen

Prunkstück

An Toren mangelt es bei Energie Cottbus derzeit nicht. In den vergangenen sechs Spielen erzielten die Lausitzer insgesamt 14 Treffer und rangieren damit auf Platz drei der Torschützenliste. Nur Hertha BSC und Nürnberg haben in diesem Zeitraum noch häufiger getroffen. Auch bei den Torschüssen gehört Cottbus zu den auffälligsten Teams der Liga. Insgesamt 98 Abschlüsse stehen bislang zu Buche. In Kombination mit der hohen Trefferquote bedeutet das die aktuell beste Abschluss-Effizienz der 2. Bundesliga. Damit zählt der Aufsteiger auch offensiv zu den stärksten Teams der Liga. Auch bei Spielen mit Cottbuser Beteiligung ist einiges geboten. In den bisherigen sechs Partien fielen insgesamt 27 Tore, im Schnitt also 4,5 Treffer pro Spiel. Keine andere Mannschaft kommt aktuell auf einen höheren Schnitt.

All Eyes on Tolcay Cigerci

Sonntag, 9. August 2026, erster Spieltag der neuen Saison. Zwölf Jahre haben die Menschen in der Lausitz auf diesen Moment gewartet. Nun steht Energie Cottbus wieder in der 2. Bundesliga auf dem Platz. Tolcay Cigerci sorgt für den ersten Höhepunkt: Gegen Hannover 96 bringt er seine Mannschaft in Führung. Ein Tor, das einmal mehr zeigt, warum der mittlerweile 31-Jährige in Cottbus längst zum Publikumsliebling geworden ist.

Dabei war Cigerci auf seinem Weg in den Profifußball keineswegs der direkte Weg vorgezeichnet. Mit der U19 des VfL Wolfsburg gewann der gebürtige Nordenhamer in der Saison 2012/13 die A-Junioren-Bundesliga. Anschließend führte ihn seine Karriere über verschiedene Stationen in der Regionalliga. In 2024 folgte schließlich der Wechsel zur VSG Altglienicke und von dort der nächste Schritt nach Cottbus.

Dort wusste Cigerci von Beginn an zu überzeugen. In seiner ersten Saison für Energie erzielte er 15 Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. In der folgenden Spielzeit legte er noch einmal nach. 17 Tore und 13 Vorlagen standen am Ende zu Buche, insgesamt also 30 Scorerpunkte. Eine Bilanz, die auch bei den Fans Eindruck hinterließ. Nach einer Vorauswahl durch Kapitäne und Trainer wählten sie Cigerci zum Spieler der Saison in der 3. Liga.

Seine Treffer waren dabei auch ein wichtiger Teil des Cottbuser Aufstiegslaufs. Bis zum letzten Spieltag blieb Energie im Rennen um die Rückkehr in die 2. Bundesliga. In Regensburg machte die Mannschaft schließlich mit einem 1:0-Erfolg den Aufstieg perfekt.

Cigerci ist für Energie Cottbus längst mehr als nur ein torgefährlicher Offensivspieler. Als Spielmacher sucht er immer wieder das Eins-gegen-Eins, bringt mit seinen Dribblings Gefahr und übernimmt auch in entscheidenden Situationen Verantwortung. Seine Bedeutung für die Mannschaft zeigt sich dabei nicht nur in seinen Toren und Vorlagen.

Besonders ist die aktuelle Saison auch aus familiärer Sicht. Zum ersten Mal steht Cigerci gemeinsam mit seinem Bruder Tolga für Energie Cottbus auf dem Platz. Auch Trainer Claus-Dieter Wollitz setzt bislang auf das Brüderpaar und gibt beiden regelmäßig die Möglichkeit, gemeinsam für die Lausitzer aufzulaufen.

Für die Cottbuser Fans ist Cigerci längst zum „Fußballgott“ geworden. Nach dem Aufstieg verlängerte er seinen Vertrag und blieb Energie damit auch für die Rückkehr in die 2. Bundesliga erhalten. Dass ausgerechnet er dann auch das erste Tor der langersehnten Zweitligasaison erzielte, passt zu seiner Geschichte. Für Cigerci und Energie Cottbus schließt sich damit ein besonderer Kreis.

Foto: Eibner-Pressefoto/Jan-Niclas Groemling

Blick in die Cottbus-Vitrine

  • Meister Regionalliga Nordost: 23/24, 22/23, 17/18
  • Landespokal-Brandenburg-Sieger: 23/24, 22/23, 21/22, 18/19, 17/18, 16/17, 14/15, 96/97, 95/96, 94/95

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