„Eine hochverdiente Niederlage“
Wir haben die Stimmen nach der deutlichen Auswärtsniederlage beim KSC zusammengefasst.
6., 3., 4. – So lesen sich sich die Tabellenplatzierungen der Fortuna in den vergangenen drei Zweitliga-Spielzeiten. Entsprechend gelten die Düsseldorfer auch dieser Saison als heißer Anwärter auf die Aufstiegsplätze. Dafür sprechen auch die sieben Punkte, die der kommende Lilien-Gegner an den letzten drei Spieltagen sammelte und damit nach leichten Anlaufschwierigkeiten (Zwei Spiele, null Punkte) ihre Form gefunden hat. Vor dem direkten Duell (21.9./13.30 Uhr) haben wir die Fortuna unter die Lupe genommen.
Schaut man auf die ewige Tabelle der 2. Bundesliga, so erblickt man hinter dem Namen der Fortuna aus Düsseldorf eine besondere Zahl. Die Flingeraner weisen exakt 1000 Punkte in dieser Spielklasse auf und stehen damit auf Tabellenplatz 17. (Darmstadt steht auf Platz 6). Und trotz der 641 Spielen, die F95 in dieser Liga bereits absolviert hat, sind die Fortunen kein ewiger Zweitligist. 854 Bundesliga-Spielen stehen in der Vita der Düsseldorfer geschrieben, die ewige Tabelle weist hier 1024 Punkte aus.
Von 1971 bis 1987 spielte die Fortuna ununterbrochen im Oberhaus des Deutschen Fußballs, bevor in den Folgejahren immer wieder ein Wechsel zwischen 1. und 2. Bundesliga stattfand. Sportlich herausfordernde Zeiten prägten die zehn Jahre zwischen 1999 bis 2009, in denen die Rheinländer sowohl in der Regionalliga als auch in der viertklassigen Oberliga spielten. Seit der Rückkehr in die Zweitklassigkeit zur Saison 2009/10 gehörte die Fortuna regelmäßig zur Spitzengruppe der 2. Liga und konnte zwei Aufstiege in die Bundesliga feiern. Ein weiterer soll möglichst in dieser Spielzeit folgen, wir haben uns die Fortuna in unserem Gegnercheck genauer angeguckt.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| Cedric Itten (Mittelstürmer) | Shinta Appelkamp (Zentrales Mittelfeld) |
| Florent Muslija | Valgeir Lunddal (Rechter Verteidiger) |
| Christian Rasmussen (Rechtsaußen) | |
Daniel Thioune
Cheftrainer bei Fortuna DüsseldorfDie Fortuna zeichnet sich in dieser Saison besonders durch ihr präzises Flankenspiel aus. Immer wieder schaffen es die Außenbahnspieler, mit viel Tempo hinter die Kette zu kommen und gefährliche Bälle in den Strafraum zu schlagen. Düsseldorf gehört zu den Teams, mit vielen angekommenen Hereingaben. Das ist ein ständiger Gefahrenherd für jede Defensive. Besonders Stürmer wie Itten profitieren von der hohen Qualität dieser Zuspiele. Für den SV 98 bedeutet das: konsequentes Verteidigen der Flügel und gutes Stellungsspiel in der Box sind Pflicht, um die Stärke der Fortuna zu neutralisieren.
Wenn in Darmstadt die Tribünen beben, wenn blau-weiße Fahnen wehen und die „Lilien“ ihr Böllenfalltor in eine Festung verwandeln, dann ist die Stimmung eine besondere. Und zwischen all den Gesängen hört man manchmal auch ein zweites Echo – das der Freunde aus Bern. Die Fanfreundschaft zwischen dem SV Darmstadt 98 und den Young Boys Bern ist längst ein fester Bestandteil der Kurvenkultur. Und genau von dort kommt ein Spieler, der im Sommer 2025 seinen Weg nach Deutschland fand: Cedric Itten.
Für einige Fans des SVD dürfte er also ein bekannter Name sein. Itten stürmte drei Jahre lang für YB, erzielte 33 Tore und war ein entscheidender Faktor in Meisterschaftskämpfen und Pokalnächten. Er stand für Durchschlagskraft, Kopfballstärke und den unbedingten Willen, Spiele zu entscheiden – Qualitäten, die ihn nun auch in Düsseldorf auszeichnen.
Geboren wurde Cedric Itten am 27. Dezember 1996 in Basel. Dort begann auch seine sportliche Laufbahn beim FC Basel, einer der größten Talentschmieden der Schweiz. Schon früh zeigte sich sein Torriecher, seine Körperlichkeit und sein Talent.
Mit dem FCB konnte der Angreifer in seiner ersten Saison den Meistertitel feiern und kam dabei zu elf Einsätzen. Als Meister und mit dem Wunsch nach regelmäßiger Spielpraxis, wurde Itten in der Folgesaison an den FC Luzern ausgeliehen. Itten wusste durchaus zu überzeugen und stand so ab September 2017 wieder im Kader des FC Basel. Für den endgütligen Durchbruch bei seinem Heimatverein reichte es allerdings nicht, sodass der aktuelle Schweizer Nationalspieler erneut verliehen wurde. Sein neuer Verein: Der FC St. Gallen.
Im Spiel am 23. September 2018 gegen den FC Lugano verletzte sich Itten schwer. Er zog sich einen Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie zu und fiel nahezu für die komplette Saison aus. Zurück aus der Verletzung entwickelte sich Itten zum absoluten Leistungsträger und Torjäger, der heute auf 36 Treffer in 63 Pflichtspielen zurückblicken kann.
Seine Leistungen ebeneten ihm den Weg nach Schottland, genauer zu den Glasgow Rangers. Mit den Rangers wurde der Schweizer Meister und Pokalsieger und kam in der Europa League zum Einsatz. Trotz der beiden Trophäen und knapp 30 Pflichtspieleinsätzen für die Schotten, schlug Itten im darauffolgenden Sommer ein neues Kapitel auf und wechselte auf Leihbasis zu Bundesliga-Aufsteiger Greuther Fürth. Die Leihe endete bereits nach einem halben Jahr, Itten kehrte zurück zu den Rangers, die er wiederum im Sommer 2022 endgültig verließ und sich den Young Boys anschloss, um dort die vielleicht persönlich erfolgreichsten Jahre seiner Karriere zu verbringen.
Vor dieser spielzeit folgte dann der nächste Schritt: Fortuna Düsseldorf verpflichtete den 1,85 Meter großen Mittelstürmer. Die Fortuna suchte einen Angreifer, der nicht nur als Wandspieler die Bälle festmacht, sondern auch mit seiner Präsenz im Strafraum Torgefahr ausstrahlt. Itten bringt genau dieses Paket mit.
Für die 2. Bundesliga ist er damit ein Stürmer, der jede Defensive vor Herausforderungen stellt. Laufstark, clever im Stellungsspiel und mit einem Torriecher ausgestattet, der oft den Unterschied ausmachen kann. Drei Saisontore hat der 28-Jährige bereits erzielt, die Lilien sollten ihn definitv auf der Rechnung haben.