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12.07.2025 / Profis

„Hoffe, dass meine kommende Saison noch besser wird“

Seit knapp einem Jahr trägt Killian Corredor die Lilie auf der Brust. Für den Franzosen, der im August 2024 nach Südhessen gewechselt war, ist es die erste Sommer-Vorbereitung mit dem SV 98. Wir haben den 24-Jährigen im Trainingslager in Bad Wörishofen getroffen, um mit ihm über sein erstes Jahr als Lilie zu sprechen. Im Interview mit sv98.de äußert sich Corredor über seine starken Scorer-Werte, die Unterschiede zwischen Fußball in Frankreich und Deutschland sowie die laufende Vorbereitung. Außerdem verrät er, warum er es mag, gefoult zu werden, und die Bedeutung von Cheftrainer Florian Kohfeldt für seine Entwicklung.

sv98.de: Killian, bevor wir über die vergangene Saison und die jetzige Vorbereitung sprechen. Wer deine  Urlaubsbilder gesehen hat, der konnte das Gefühl bekommen, dass du ganz Frankreich mit Corredor-Trikots versorgt hast… 

Killian Corredor: (lacht) Das stimmt, meine komplette Familie und mein ganzer Freundeskreis besitzen Darmstadt-Trikots und tragen sie häufig in der Freizeit. Ich habe bestimmt schon 100 besorgt. Und nun haben wir das neue Trikot, das mir extrem gut gefällt, weil es diesen Vintage-Style hat. Davon werde ich wahrscheinlich 200 besorgen müssen. (lacht) Es macht mich sehr glücklich, wenn Familie und Freunde das Trikot tragen und damit zeigen, dass sie stolz auf mich sind und mich auf diese Weise unterstützen wollen.

Generell scheint die Unterstützung aus deiner Heimat groß zu sein. Auch deine Eltern sind häufiger in Darmstadt zu sehen…

Genau, meine Eltern und meine Freunde sind regelmäßig in Darmstadt und sie haben auch drei Heimspiele besucht. Meine Freundin wohnt sowieso mit mir zusammen in Darmstadt. Meine Familie ist sehr fußballbegeistert, mein kleiner Bruder ist ebenfalls Profi. Wir sprechen jeden Tag miteinander, für ihn bin ich auch so etwas wie ein Vorbild.

Wie zufrieden war deine Familie denn mit deiner ersten Saison in Darmstadt?

Schon sehr zufrieden. Es war mein erstes Jahr außerhalb von Frankreich, dafür war es ordentlich.

Du bist also selbst auch durchaus einverstanden mit deiner Premierensaison? 14 Scorerpunkte sind schließlich eine starke Ausbeute.

Ja, es war eine gute Saison für mich. Ich habe mich auch sehr darüber gefreut, dass ich nach meinem Wechsel in allen Spielen zum Einsatz gekommen bin. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass meine kommende Saison noch besser wird. Acht Tore und sechs Assists sind zwar eine gute Ausbeute, aber warum sollte ich nicht auch zehn Treffer und zehn Vorlagen machen können? (lacht)

Worüber freust du dich denn mehr: Tor oder Assist?

Ich liebe beides. Also gibt es keinen Favoriten.

Welches Tor war dein schönstes für Darmstadt bislang?

Der Treffer gegen Fürth. Ein schönes Tor und zudem mein erster Treffer für Darmstadt.

Welche Unterschiede hast du generell zwischen dem Fußball in Frankreich und Deutschland wahrgenommen?

Die Intensität ist eine andere. Die Spieler sind physisch stärker als in Frankreich, es geht sehr robust zur Sache. Allerdings finde ich auch die Schiedsrichter in Deutschland besser. Und die Stadien sind natürlich unglaublich.

Du sprichst die Körperlichkeit an. In der vergangenen Saison warst du der Spieler, der am zweithäufigsten gefoult wurde in der Liga. Nervt so etwas nicht manchmal?

Nein, ich mag das. (grinst) Ich liebe das Dribbling und wenn ich gefoult werde, dann fühlt es sich immer wie ein kleiner Sieg an. Weil ich in diesem Duell dann gezeigt habe, dass ich besser bin.

Schauen wir nun nach vorne. Du absolvierst erstmals eine Sommervorbereitung mit Darmstadt. Wie fühlen sich die bisherigen Wochen an?

Ich genieße es. Ich fühle mich sehr gut und bin zufrieden. Manchmal ist man ein wenig müde, aber das ist normal in dieser Phase. Viel größer ist die Vorfreude auf die nächste Saison.

Gemessen am vergangenen Sommer hat sich im Kader nicht so viel verändert, ein paar Spieler sind gegangen, einige kamen dazu. Wie blickst du persönlich auf die Mannschaft?

Es ist eine sehr gute Mannschaft. Ich finde es wichtig, dass der Großteil der Mannschaft zusammengeblieben ist. Und die Neuzugänge sind wirklich gute Spieler.

Du verbringst viel Zeit mit Merveille Papela und Jean-Paul Boëtius, die beide auch französisch sprechen. Ihr scheint immer viel Spaß zu haben…

Die beiden sind gute Freunde geworden und haben mir sehr dabei geholfen, mich noch besser in die Mannschaft integrieren zu können. Meine Anfangszeit hier war aufgrund der Sprache nicht ganz einfach, das gebe ich zu. Aber das hat sich auch durch die Hilfe von Mey und dann Djanga geändert. Zudem ist mein Englisch besser geworden, ich verstehe jetzt viel mehr und kann mich leichter mit allen Spielern unterhalten. Es ist also nicht so, dass ich nur mit den beiden rede (lacht).

Mit Djanga teilst du auch das Zimmer. Ist da überhaupt mal Ruhe?

Nein, nie. (lacht) Er ist verrückt, aber ein überragender Typ.

Auch Florian Kohfeldt spricht französisch. Wie wichtig ist er insgesamt für dich und deine Entwicklung?

Es hilft mir sehr, dass der Trainer französisch spricht. Das macht es deutlich einfacher, seine Vorgaben und Tipps zu verstehen. Insgesamt hat er mir schon sehr bei meiner Entwicklung geholfen. Ich war vor meinem Wechsel immer ein zentraler Stürmer, hier spiele ich eine andere Rolle. Aber das funktioniert gut, insbesondere, weil der Trainer mir sehr viel hilft.

Nun sind die ersten Tage des Trainingslagers absolviert. Woran wollt ihr hier noch arbeiten?

An allem. Es gibt noch viel zu tun. Sowohl für jeden einzelnen Spieler, aber natürlich auch für das gesamte Team. Wir wollen bereit sein für den Saisonstart und arbeiten dafür hart. An den Abläufen in der Defensive. Und am Offensivspiel.

Was machst du zwischen den intensiven Einheiten?

Ich schlafe viel. (lacht) Aber ich gucke auch Wimbledon und natürlich die Tour de France.

Wer ist dein Lieblingsfahrer?

Pogacar. Er ist unglaublich.

Seit ein paar Wochen wisst ihr auch, dass es zum Saisonstart direkt gegen den Bundesliga-Absteiger aus Bochum geht. Wie blickst du auf den Auftakt?

Voller Vorfreude. Ich freue mich auf unser Stadion und unsere Fans. Wir wollen mit einem Sieg in die Saison starten.

Wie wichtig wären drei Punkte zum Auftakt?

Drei Punkte sind immer das Ziel. Zum Start in die Saison würde ein Sieg natürlich ein gutes Gefühl geben. Deswegen tun wir alles, um an diesem Tag unsere beste Leistung abrufen zu können.

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