„Eine hochverdiente Niederlage“
Wir haben die Stimmen nach der deutlichen Auswärtsniederlage beim KSC zusammengefasst.
Unverkennbar gleitet er elegant am Himmel entlang. Und schwingt er nicht gerade durch die Lüfte, thront er auf seinem bis zu zwei Meter großen Horst. Sein überwiegend weißes Gefieder prägt sein Erscheinungsbild. Der rote Schnabel und die roten Beine bilden dazu einen auffälligen Kontrast. Gemeint, natürlich, der Storch.
Auch im Fußball spiegelten sich diese Farben lange wider. Holstein Kiel, auch bekannt als die „Störche“, lief früher in weißen Trikots und Hosen mit roten Stutzen auf. Ein Erscheinungsbild, das stark an den namensgebenden Vogel erinnerte. Heute ist das Zusammenspiel der Farben leicht verändert, doch der Spitzname ist geblieben.
Die Mannschaft aus dem Norden steht aktuell auf dem 15. Tabellenplatz. Vor dem vergangenen Spieltag waren es vier Zweitliga-Spiele in Folge ohne Sieg. Doch dann gab es auf der Trainerposition einen Wechsel. Neuer Coach = frischer Wind? Tim Walter stand für Kiel am vergangenem Wochenende für Kiel erstmals wieder an der Seitenlinie, bereits in der Saison 2018/19 hatte er das Traineramt beim KSV inne.
Bei seinem Kieler Comeback gastierte die SV Elversberg im Holstein-Stadion und die Störche sammelten gegen den Tabellenvierten gleich den ersten Punkt. Diesen Rückenwind wollen die Störche nutzen, um sich ihr Nest jenseits der Abstiegsränge zu bauen.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| David Zec – 5 Tore | Alexander Bernhardsson – 6 Assists |
| Phil Harres – 4 Tore | Phil Harres – 2 Assists |
| Ivan Nekic – 2 Tore | John Tolkin – 2 Assists |
| Alexander Bernhardsson – 2 Tore | Niklas Niehoff – 2 Assists |
| Jonas Therkelsen – 2 Tore | Adrian Kapralik – 1 Assists |
Tim Walter
Cheftrainer von Holstein KielDie Liga ist ein Marathon und kein Sprint, so lautet zumindest eine alte Fußball-Weisheit. Die Kieler spulen im Schnitt rund 122 Kilometer pro Spiel ab. Nur Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden legen noch mehr Distanz zurück. Auch bei den intensiven Läufen pro Spiel rangieren die Störche weit oben: Mit 721 an der Zahl liegen sie auf Platz drei der Liga, nur Schalke und Bielefeld erreichen hier höhere Werte. Die Spieler der KSV legen also nicht nur große Distanzen zurück, sondern bewegen sich dabei auch häufig an der Belastungsgrenze.
Comeback-Qualitäten können im Abstiegsrennen entscheidend sein. Ein Kieler lebt das vor: Alexander Bernhardsson. Der Offensivspieler verpasste unglücklicherweise elf Spiele aufgrund von Fußproblemen. Am vergangenen Wochenende durften die Fans auf der Kieler Tribüne aufatmen: In der 71. Minute war es für „Berra“, wie er auch genannt wird, so weit: Er setzte seiner dreimonatigen Zwangspause ein Ende. Zwar verließ er ohne Torerfolg den Platz, den Glauben an den Klassenerhalt hat er jedoch vergrößert. Gleich bei seiner Rückkehr gelang Holstein ein Punktgewinn gegen das Top-Team aus Elversberg.
Der Schwede steht in Kiel bei seiner ersten Station außerhalb seines Heimatlandes unter Vertrag. Bei den Störchen ist er Anfang 2024 gelandet und erlebt derzeit die Blüte seiner Karriere. Die schwedische Nationalmannschaft wurde erst in seiner Zeit bei der KSV so richtig auf den 27-Jährigen aufmerksam. Im statistisch besten Fußballalter will er aber nicht nur Hoffnungsträger sein, sondern auch als Leistungsträger auf Scorerjagd gehen.
Zwar kommt er gerade aus einer Verletzung, mit acht Scorerpunkten aus 15 Begegnungen ist Kiels Nummer elf aber immer noch der offensivstärkste Storch. Für wie viele Minuten es am Samstagmittag gegen den SV 98 reicht, bleibt abzuwarten. Dass er auch mit wenigen Minuten Gefahr ausstrahlen kann, ist klar. Nicht umsonst hat Lilien-Cheftrainer bereits vor dem Hinspiel gesagt, dass Bernhardsson „zu den Top-Spielern der Liga gehört“.