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"Wir wollen natürlich eine gute Saison spielen"

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Im Rahmen der "Digitalen Saisoneröffnung" des SV 98 beantworteten am Dienstag (8.9.) Carsten Wehlmann, Markus Anfang, Fabian Holland und Lars Lukas Mai die Fragen der Lilienfans. Wir haben die Aussagen des Quartetts noch einmal verschriftlicht.

Fragen an Markus Anfang:

Wie ist die Vorbereitung verlaufen?
Ich glaube schon, dass wir gut unterwegs sind. Die Jungs hängen sich rein und haben auch richtig gute Spiele gezeigt. Wir wollen die Jungs weiterbringen und guten Fußball spielen – davon war schon viel zu sehen. Schade sind die Verletzungen. Einige Spieler sind dadurch ein wenig zurückgefallen. Diese müssen wir jetzt nach und nach auf Level bringen.

Wie ist der Stand bei den Verletzten?
Mathias Wittek ist aufgrund der schweren Knieverletzung noch für einen längeren Zeitraum raus, die Reha läuft aber gut und er ist mittlerweile auch im Lauftraining. Matze Bader war schon wieder auf dem Trainingsplatz, aber natürlich noch nicht wieder im Mannschaftstraining. Mathias Honsak ist wieder eingestiegen und Aaron Seydel soll nächste Woche langsam wieder dazustoßen. Die Jungs kommen nach und nach wieder, ich hoffe, dass sie auch nachhaltig wiederkommen. Wir brauchen diese Nachhaltigkeit in dieser langen Saison ohne Winterpause. Wir werden jeden Spieler in einem guten Zustand benötigen.

Haben die jungen Nachwuchsspieler die Chance auf Spielzeit?
Zunächst einmal waren wir sehr froh, dass wir die Jungs aus der U19 in der Vorbereitung mit dazunehmen konnten. Gerade gegen Norwich haben sie es auch gut gemacht, viele haben da das erste Mal überhaupt länger gegen eine Profimannschaft auf dem Platz gestanden. Aber jede Mannschaft braucht ein funktionierendes Gerüst. Wenn diese Achse funktioniert, dann ist es für die jungen Spieler leichter, dort hineinzurutschen. Wie viel Spielzeit sie dann bekommen, das liegt dann daran, wie eine Saison läuft. Es bringt nichts, einen Spieler in ein Spiel zu bringen, in dem er für sich selbst nichts gewinnen kann. Wir wollen diese Spieler in gute Situationen bringen. Da haben wir eine Verantwortung gegenüber dem Verein und allen Spielern.

Wie sind die Eindrücke von den Neuzugängen?
Wir haben Spieler geholt, denen wir auch Zeit geben müssen. Wir haben keine fertigen Spieler geholt, sondern Jungs, die sich weiterentwickeln möchten und die wir weiterentwickeln wollen. Vom Charakter passen alle sehr gut hier rein und fühlen sich wohl. Sicherlich wird das ein oder andere auch nicht direkt funktionieren, das gehört aber zu einer Entwicklung dazu. Deswegen müssen wir da auch geduldig sein.

Welches System wird bevorzugt?
Anfang: Es gibt bestimmte Systeme, die gespielt werden können. Die Frage ist aber eher, wie sie interpretiert werden. Heutzutage gibt es nicht mehr das eine 3-5-2 oder das eine 4-4-2 mit Raute. Am Ende geht es um eine Positionierung auf dem Feld, die uns Überzahl bringt. Wie kannst du Überzahl schaffen, Gleichzahl schaffen, Linien bilden und Lösungen kreieren? Darum geht es. Dasselbe gilt für das Spiel gegen den Ball. Das hat weniger mit einer festen Grundordnung zu tun als eher mit verschiedenen Abläufen. 

Welcher Typ Trainer bist du an der Seitenlinie?
Das liegt an den Jungs (lacht) Ich sehe mich als Hilfesteller. Wir sitzen alle in einem Boot. Wir sind eine Einheit und wenn ich das Gefühl habe, ich kann durch Hinweise von außen weiterhelfen, dann mache ich das natürlich. Momentan muss ich noch vermehrt coachen, im Laufe der Zeit sollte das weniger werden, weil die Abläufe immer klarer werden. Am liebsten lobe ich natürlich von der Seitenlinie aus. Aber insgesamt gehören immer Emotionen dazu.

Auf welchem Stand ist die Mannschaft?
Veränderung und Entwicklung brauchen immer Zeit. Dafür braucht es auch Spiele. Je mehr Spiele man macht, desto mehr Abläufe und Sequenzen haben wir, die wir mit den Jungs besprechen können und die sich bei ihnen einprägen. Wir sind auf einem guten Weg, die Jungs sind alle willig, die Dinge umzusetzen. Wir wollen gemeinsam etwas entwickeln, womit sich die Spieler gut fühlen. Dieser Prozess wird immer laufen, das braucht Zeit, Spiele und Geduld.

Fragen an Carsten Wehlmann:

Wie lauten die Ziele für diese Saison?
Wir wollen natürlich eine gute Saison spielen. Die vergangene Spielzeit haben wir mit dem 5. Platz abgeschlossen, in diesem Jahr sind es aber ganz andere Voraussetzungen. Speziell durch die Corona-Situation wollten und mussten wir den Kader verkleinern, das haben wir auch getan. Wir müssen schauen, dass wir gut in die Saison kommen. Ein guter Start ist sehr wichtig bei dieser langen und harten Saison. Aber ich bin insgesamt optimistisch, dass wir eine gute Saison spielen werden.

Wird es weitere Neuzugänge geben?
Das Transferfenster ist noch bis zum 5. Oktober geöffnet. Wir wollten den Kader frühzeitig zusammenhaben, das ist uns gelungen. Aber natürlich kann noch etwas passieren und wir haben Augen und Ohren offen. Wenn sich etwas Sinnvolles ergibt, dann könnten wir nochmal tätig werden.

Wie sind die Eindrücke von den Neuzugängen?
Nicolai Rapp war bereits in der Rückrunde Teil des Teams, aber auch alle anderen Jungs haben sich bereits sehr gut integriert. Alle sind gut aufgenommen worden und verstärken uns sportlich. Ich bin zufrieden, dass wir die Jungs bei uns haben.

Bleibt Serdar Dursun dem SV 98 erhalten?
Nach aktuellem Stand ist er unser Spieler und wir sind sehr glücklich darüber, dass er bei uns ist. Wir haben mit Serdar gesprochen und auch gesagt, dass wir uns darüber unterhalten, wenn etwas passieren sollte. Bislang ist nichts passiert und wir gehen daher davon aus, dass er bei uns bleibt. Die Transferperiode läuft aber noch bis zum 5. Oktober.

Wie geht es Dimo Wache?
Dimo hatte zwei Operationen, ist aber natürlich weiterhin fester Bestandteil des Trainerteams. Wichtig ist aber erstmal die Gesundheit, die absolut im Vordergrund steht.

Mit was für einem Spiel rechnet ihr in Magdeburg?
Wir freuen uns darauf, wieder vor einigen Zuschauern zu spielen. Es wird sicherlich kein leichtes Spiel. Es wird ein enges Match, wir wollen aber in die nächste Runde einziehen. Und da sind wir alle zuversichtlich.

Fragen an Fabian Holland

Wie ist es, erneut der Kapitän der Mannschaft zu sein? Und ist es noch schöner, von der gesamten Mannschaft gewählt worden zu sein?
Natürlich ist das eine schöne Bestätigung. Aber wir haben viele Spieler, die den Mund aufmachen und etwas sagen. Ich muss mich als Typ nicht verändern, es gibt noch andere, die ebenfalls eingreifen und das Kommando übernehmen können.

Hast du noch Kontakt zu den Mitspielern, mit denen du den Aufstieg in die erste Liga feiern konntest?
Ja, zu Toni Sailer, Sandro Sirigu, Jerome Gondorf oder auch Aytac Sulu. Da besteht schon noch Kontakt zu vielen Spielern nach dieser überragenden Zeit.

Wie groß ist die Vorfreude auf das Spiel in Magdeburg?
Natürlich groß. Wir freuen uns einfach, dass es wieder losgeht. An Magdeburg haben wir gute Erinnerungen, auch an das Pokalspiel. Damals war einiges los, diesmal dürfen natürlich nicht so viele Fans in das Stadion. Speziell der letzte Pokalauftritt dort ist bei mir hängengeblieben. Die Lautstärke nachdem wir in der ersten Minute den Elfmeter bekommen haben – das könnte der lauteste Moment meiner Karriere gewesen sein.

Warum spielen wir in der ersten Halbzeit meistens in Richtung der Südtribüne?
Wir haben das in der Vergangenheit immer so gemacht und ich habe es dann dabei belassen. Das war aber auch schon in der vergangenen Saison mal ein Thema und dann haben wir es auch mal geändert. Eventuell setzen wir uns da nochmal zusammen und nehmen die Fans mit ins Boot und besprechen, was am besten für unser Spiel ist.

Fragen an Lars Lukas Mai:

Warum hast du dich für den Wechsel nach Darmstadt entschieden?
Es waren sehr gute Gespräche. Markus Anfang, Carsten Wehlmann und Tom Eilers haben mich in München besucht und wir haben gemeinsam drei oder vier Stunden geredet. Danach habe ich zu meinem Berater und zu meinem Vater gesagt, dass ich nach Darmstadt möchte. Hier wird Fußball gespielt und hier kann ich mich entwickeln.

Bist du eher ein lautstarker oder ein ruhiger Spieler?
Neben dem Platz eher ruhig, auf dem Platz möchte ich schon lautstark sein. Das fordert meine Position auch ein. Wenn man als Innenverteidiger ruhig ist, dann wird es für die Vorderleute sehr schwer.

Auf welches Spiel freust du dich am meisten?
Es gibt keinen Lieblingsgegner. Ich möchte jedes Spiel gewinnen.

Wie waren die ersten Spiele mit dem Team?
Ich habe mich gut gefühlt. Die Art des Fußballs liegt mir, das macht richtig Spaß. Wir haben viel Ballbesitz und es ist automatisch einfacher, wenn Fußball Spaß macht. In der Abwehrkette verstehen wir uns auch sehr gut und bilden eine gute Einheit.

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