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SV 98 als Teil der Jüdischen Kulturwochen

Seit dem 6. September veranstaltet die Jüdische Gemeinde in Darmstadt die Jüdischen Kulturwochen mit einer Vielzahl an Aktionen. Bis zum 18. Dezember gibt es Podiumsdiskussionen, Führungen über Stolpersteine, Lesungen, Konzerte oder Filmvorführungen. Der SV 98 tritt in diesem Jahr als Co-Veranstalter auf und war im September an drei Veranstaltungen direkt beteiligt.

Am 6. September wurden die Kulturwochen vor dem Haus der Geschichte auf dem Karolinenplatz offiziell eröffnet. Neben Oberbürgermeister Jochen Partsch, Daniel Neumann (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Darmstadt) und Professor Lorenz Peiffer (Sporthistoriker) war auch Rüdiger Fritsch bei der Eröffnung zugegen und richtete einige Worte an die Besucher*innen: "Für uns ist es eine große Ehre, dass wir uns in diesem Jahr als Co-Veranstalter bei den Jüdischen Kulturwochen 2022 engagieren dürfen. Die Lilien und das Böllenfalltor sind ein lebendiges Spiegelbild unserer Stadtgesellschaft, und gerade deswegen haben wir eine soziale Verantwortung und Vorbildfunktion, der wir als Partner gerade solch wichtiger Kultur-Veranstaltungen gerecht werden möchten."

Im Anschluss an die Eröffnung führte Jürgen Koch (Mitgründer Vereinshistorisches Referat des SV 98) als Moderator durch ein Podiumsgespräch mit Lorenz Peiffer und Dr. Marc Balbaschewski (Historiker Neuere Geschichte). Thema war die deutsch-jüdischen Sportgeschichte, insbesondere mit Blick auf die historische Entwicklung in Deutschland und im Besonderen am Standort Darmstadt.

Geschäftsstelle besucht Ausstellungen

Am 12. September besuchten Teile der Geschäftsstelle der Lilien zunächst die Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach" auf dem Karolinenplatz. Die Wanderausstellung zeigte 17 jüdische Spitzensportler*innen darunter Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter; gefeierte Idole, die dennoch von den Nationalsozialisten aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Vielen blieb nur die Flucht aus Deutschland. Vom Karolinenplatz ging es dann weiter in das Haus der Geschichte, wo eine weitere Ausstellung jüdische Sportler und Vereine aus Darmstadt und der Region beleuchtete, darunter natürlich auch Dr. Karl Heß (ehemaliger Vorsitzender des SV Darmstadt 98). Die Ausstellung ist das Ergebnis der intensiven Recherchearbeit des Vereinshistorischen Referats des SV 98, bei der Dr. Marc Balbaschewski als Historiker für neuere Geschichte mitwirkend agierte. 

Podiumsdiskussion am Bölle

Unter der Überschrift „Antisemitismus im Fußball“ fand am 13. September eine Podiumsdiskussion im VIP-Zelt am Merck-Stadion am Böllenfalltor statt. Moderiert von Céline Wendelgaß (Bildungsstätte Anne Frank) diskutieren Lasse Müller (Zusammen 1), Alon Meyer (Präsident Makkabi Deutschland), Juri Sladkov (Leiter CSR Hannover 96) und Tim Heubach (ehemaliger Profifußballer bei Maccabi Netanya) ausgiebig und teilten Erfahrungsberichte und Erlebnisse aus Amateur- und Profisport mit den Zuschauer*innen. Deutlich wurde dabei auch, dass speziell im Profibereich (so auch beim SV 98) eine gelebte Erinnerungskultur fest verankert ist, der Kampf gegen den Antisemitismus aber leider weiterhin ausgetragen werden muss. „Er ist die größte Provokation, die es in Deutschland gibt“, so Müller, dem Alon Meyer beipflichtete: "Das sind doch Angriffe auf die Werte von uns allen. Das müssen wir alle erkennen, wir alle müssen lauter werden."

Auch diesem Zweck dienen die Jüdischen Kulturwochen mit ihren Diskussionen, der Aufklärungsarbeit und der Erinnerung an Ereignisse der Geschichte. Eine Übersicht über das Programm bis 18. Dezember findet Ihr hier.

 

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