Nach dem Seitenwechsel zeigte Darmstadt 98 ein anderes Gesicht. Die Mannschaft trat mutiger auf, setzte immer wieder offensive Akzente und hatte zwei große Möglichkeiten, um das Spiel wieder spannend zu machen. Zweimal tauchten die Lilien frei vor Siljevic auf, scheiterten jedoch am Frankfurter Torhüter oder an der eigenen Präzision. Ein möglicher Foulelfmeter an Mika Schlosser wurde nicht gegeben – eine Entscheidung, die für viel Diskussionen sorgte. Daniel Petrowsky, Trainer der U21 der Lilien, brachte es später auf den Punkt. „Welcher Stürmer lässt sich denn fallen, wenn er frei durch ist?“, fragte er und ergänzte: „Wir sind in einer schwierigen Phase, aber die Jungs haben sich nicht aufgegeben. Wir sind hier nicht auseinandergefallen.“
Und genau das war der Kern: Trotz Rückstand, trotz Frankfurts Standardschärfe zeigte Darmstadt Moral, blieb stabil und gab die Partie bis zum Schluss nicht auf. Im Laufe der zweiten Halbzeit neutralisierte Darmstadt immer mehr Frankfurter Angriffe, fand bessere Lösungen im Ballbesitz und arbeitete sich immer wieder vor. Frankfurt blieb zwar gefährlich, vor allem über Ochojskis präzise Hereingaben, doch die Darmstädter Defensive hielt nun entschlossener dagegen. Die Blau-Weißen mussten sich schlussendlich dem Spitzenreiter geschlagen geben, zeigten aber insbesondere in der zweiten Halbzeit einen starken Charakter.
Die Winterpause kommt nun zur rechten Zeit: Kräfte sammeln, Köpfe freibekommen, Resettaste drücken – und dann in der Rückrunde wieder angreifen.