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26.03.2026 / Business,Verein

Werte und Performance

Eine Delegation rund um Lilien-Präsident Markus Pfitzner nutzt die aktuelle März-Länderspielpause für eine Reise nach San Antonio, um die Verbindung mit Kooperationspartner San Antonio FC weiter zu vertiefen, einen tieferen Einblick in die Ökonomie vor Ort zu bekommen und auch in die Kultur und Historie der Darmstädter Partnerstadt einzutauchen. Wir begleiten die Tage in Texas auf dieser Seite.

Wer mit offenen Augen durch San Antonio läuft, der findet immer wieder Hinweise auf den deutschen Einfluss in der texanischen Metropole, die von deutschen Einwanderern bereits in den 1840er Jahren durchaus geprägt worden ist. Wer möchte, der kann durch das König-William-Viertel schlendern, den Beethoven Männerchor besuchen oder im Hotel Emma residieren, das nach Emma Köhler, einer deutschen Einwanderin und langjährigen Geschäftsführerin der Pearl Brewery, benannt wurde. Die Querverbindungen nach Deutschland sind dabei bereits auf dem Weg nach San Antonio unübersehbar, im Umkreis von einhundert Kilometern befinden sich die Städte Fredericksburg, New Braunfels, Boerne und Luckenbach. Und doch ist es selbstredend eine andere Welt, in die die Delegation der Lilien in diesen Tagen eintauchen wird.

Seit 2017 sind Darmstadt und San Antonio durch eine offizielle Städtepartnerschaft verbunden, seit Juli 2024 kooperiert der SV 98 mit dem San Antonio FC, dem ortsansässigen Zweitliga-Team, das zur Spurs Sports & Entertainment (SS&E) gehört, jener Organisation, die auch das NBA-Team der San Antonio Spurs in ihrem Portfolio hat.

Große Wertschätzung im City Tower of San Antonio

Der Besuch der südhessischen Delegation in der 1,5-Millionen-Stadt startet an diesem Montagmorgen mit dem ersten offiziellen Termin im Large Conference Room, im 18. Stock des City Towers. Neben Präsident Markus Pfitzner nehmen die Präsidiumsmitglieder Anne Baumann und Roy Reinelt-Peter sowie die Geschäftsführer Michael Weilguny, Martin Kowalewski und Tom Eilers in dem großen Besprechungsraum Platz.

Begrüßt werden sie dort von Shahrzad Dowlatshahi, Chief Diplomacy & Protocol Officer für die City of San Antonio. Dowlatshahi, die von allen Sherry genannt wird, blickt in ihren eröffnenden Worten auf die Verbindung beider Städte zurück, hebt die Beziehung der Universitäten von San Antonio und Darmstadt hervor und spricht über die Kooperation der Lilien mit der SS&E, die das sportliche Aushängeschild der Stadt darstellt. Es sind einleitende Worte, die verdeutlichen, dass beide Seiten eine sehr große Wertschätzung für die bestehenden und bereits gewachsenen Verbindungen besitzen. Dowlatshahi erklärt zudem, warum sich San Antonio vor neun Jahren für die Städtepartnerschaft mit Darmstadt entschieden hat. Die Gründe dafür liegen noch ein wenig weiter zurück. Im Sommer 2015 reist Sherry mit der damaligen Bürgermeisterin Ivy Taylor nach Deutschland, um verschiedene Städte zu besuchen, Termine wahrzunehmen und dabei auch über eine mögliche Städtepartnerschaft zu sprechen. Das beste Gefühl bekommen sie dabei in Darmstadt. „Das warme Willkommen hat einen Unterschied gemacht“, so Dowlatshahi, die in ihrem Rückblick weiter ausführt: „Es waren sofort menschliche Verbindungen vorhanden. Wir haben Darmstadt verlassen und gesagt: ‚Das ist die Stadt, die sich richtig anfühlt.“

Foto: SV 98
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Aus diesem Gefühl wird 2017 eine offizielle Partnerschaft beider Städte, auf die sieben Jahre später auch die neu-geschlossene Kooperation der Lilien mit der SS&E aufbaut.

„Unsere Sport-Partnerschaft war und ist eine großartige Möglichkeit, der übergeordneten Städtepartnerschaft einen zusätzlichen Mehrwert hinzuzufügen“, sagt Markus Pfitzner, bevor er alle Anwesenden mit einer Präsentation durch die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des SV 98 führt. Der SV 98 möchte die Tage in der texanischen Sonne auch nutzen, um „ökonomische Möglichkeiten zu erkennen“, wie es Pfitzner ausdrückt. Aus diesem Grund übernimmt im Anschluss Sarah Morales das Wort. Morales ist Senior Vice president, Business Engagement for greater:SATX, einem Unternehmen, das sich der Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze in der Region San Antonio widmet. Morales gibt einen Überblick über die Ökonomie in San Antonio und präsentiert beeindruckende Zahlen, die unterstreichen, was immer wieder zu lesen ist. Die Wirtschaft in Texas boomt. Natürlich liegen zwischen diesen Zahlen und dem SV Darmstadt 98 nicht nur kilometermäßige Welten und doch finden sich immer wieder Anknüpfungspunkte, beispielsweise auf dem Sponsorennetzwerk der Lilien, die verfolgt werden können. Ökonomische Möglichkeiten eben.

Foto: SV 98
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Eintauchen in die Geschichte der Stadt

Der Nachmittag steht im Zeichen der Historie. Der Lilien-Tross begibt sich zu „The Alamo“, um dank einer Führung tief in die Geschichte von San Antonio, Texas, den USA und Mexiko einzutauchen. The Alamo zählt zu den bekanntesten historischen Stätten in den Vereinigten Staaten. Berühmt wurde der Ort durch eine Schlacht im Jahre 1836, bei der eine kleine Gruppe texanischer Verteidiger die Festung rund zwei Wochen lang gegen die mexikanische Armee verteidigte, bevor sie eingenommen wurde. Long story short: Diese Niederlage wurde später zu einem Symbol für Widerstand und Freiheit – den Satz „Remember the Alamo“ kennt in San Antonio noch heute jedes Kind – und motivierte die texanischen Truppen, die später ihre Unabhängigkeit von Mexiko erkämpfen konnten.

Dieser Abend mit euch verdeutlicht, dass diese Partnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht, sondern gelebt wird.

Martin Kowalewski, Geschäftsführer des SV 98

Für die Lilien bietet sich nach Ökonomie und Geschichte am Abend die Chance, all den bisherigen und zukünftigen Wegbegleitern rund um die US-Kooperation einmal offiziell „Danke“ zu sagen. Auf der Dachterrasse des Hotels „The Monarch“ in Downtown San Antonio empfängt der SV 98 insgesamt rund 30 Gäste. 30 Personen, die in knapp zwei Jahren der bestehenden Kooperation einen Teil dazu beigetragen haben, dass bis dato alle mit einem Lächeln auf die südhessisch-texanische Verbindung blicken. „Dieser Abend mit euch verdeutlicht, dass diese Partnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht, sondern gelebt wird“, erklärt Martin Kowalewski zu Beginn des Empfangs und Pfitzner ergänzt: „Für uns ist es etwas ganz Besonderes, hier mittlerweile auf so viele bekannte Gesichter und sogar Freunde zu treffen. Als wir diese Kooperation gestartet haben, hätten wir uns nicht vorstellen können, wie schnell sich alles entwickelt.“

Es ist beeindruckend zu sehen, welche Leute diese Kooperation zusammenbringt. Natürlich ist an diesem Abend der San Antonio FC vertreten, ebenso wie die SS&E und die City of San Antonio. Aber auch Vertreter der University of Texas oder von San Antonio Sports sind anwesend, genau wie Reagen Smith von Craft US, dem US-Office des Lilien Ausrüsters Craft. Sport verbindet. Das wird auch an diesem Abend deutlich. Und in diesem Fall reicht die Verbindung sogar über den Atlantik hinaus. 

Foto: SV 98
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San Antonio hat ein großes Herz

Ein „Barge Ride“ ist eine Sache, die zu einem Besuch in San Antonio dazugehört. Das Internet wirft einen „Lastenkahn“ als Übersetzung für dieses Fortbewegungsmittel zu Wasser aus, der Norddeutsche würde wohl von einer Barkasse sprechen. Unabhängig von der exakten Begrifflichkeit, nutzte die Lilien-Delegation den Vormittag am Dienstag für eine Fahrt auf dem San Antonio River, an dessen Ufer sich der San Antonio Riverwalk über insgesamt 15 Meilen quer durch die Stadt erstreckt. Vom Wasser aus bekommt man einen hervorragenden Einblick in verschiedene Viertel und Bezirke der Stadt, dank der riesigen Expertise von Martha Henry Martha (International Relations Specialist, City of San Antonio), die an diesem Tag als Tour Guide agiert, lernt man extrem viel über die Geschichte der Stadt, die unterschiedlichen Bauwerke und deren Architektur oder die großen Unterschiede mit Blick auf die Miet- und Quadratmeterpreise in San Antonio.

Die Fahrt endet bei „The Pearl“. The Pearl ist das revitalisierte Gelände einer ehemaligen Brauerei, das sich mittlerweile zu einem absoluten Kultur- und Kulinarik-Hotspots der Stadt entwickelt hat. Auch für die Abgesandten des SV 98 dreht sich an diesem Ort zunächst viel um die Esskultur in San Antonio, die insbesondere von den zahlreichen mexikanischen Einflüssen lebt. In ganz San Antonio gibt es wohl keinen besseren als Chefcoach Johnny Hernandez, der die Darmstädter Gäste und Vertreter der City of San Antonio in seinem Restaurant „La Gloria“ empfängt. Den 57-Jährigen verbinden besondere Erinnerungen mit Darmstadt. Hernandez war Teil der Reisegruppe, die 2017 nach Darmstadt reiste, um dort die Städtepartnerschaft offiziell zu machen. Er kochte auf dem Heinerfest, er bewirtete den Oberbürgermeister und nahm viele Eindrücke mit zurück nach Texas. Mit einem breiten Grinsen zeigt der Küchenboss, den alle nur „Chef“ oder „Chef Johnny“ nennen, einen großen Text über seinen Besuch im Darmstädter Echo.

Foto: SV 98
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„Es war mein erster Besuch überhaupt in Deutschland, ich habe ausschließlich gute Erinnerungen an Darmstadt und es ist wundervoll, heute diese Gruppe in meinem Restaurant empfangen zu dürfen.“ Auch dieser Mittag unterstreicht, wie stark die Verbindungen zwischen Darmstadt und San Antonio sind und woraus die Partnerschaft der Lilien mit dem San Antonio FC gewachsen ist.

Auf Kulinarik folgt Business. Der besondere Ort für das Zusammenkommen mit San Antonio Sports ist der Alamadome im Herzen der Stadt. Die Mehrzweckarena fasst mehr als 70.000 Plätze und wird für besondere Events wie Konzerte, College-Footballspiele oder Shows genutzt. Und der Alamodome ist Heimat für die Non-Profit-Organisation San Antonio Sports, deren Hauptziel es ist, die Gemeinschaft durch die Kraft des Sports zu verändern. Der Zugang zu Sport ist in den USA oft mit hohen Kosten verbunden, San Antonio Sports sorgt dafür, dass insbesondere Kinder und Jugendliche aus zahlreichen Angeboten wählen können. Aus Sicht des Breitensportvereins SV Darmstadt 98 ist der Austausch an diesem Nachmittag ein unglaublich spannender. Jenny Carnes, Präsidentin und CEO bei San Antonio Sports, gibt einen sehr ausführlichen Überblick über die Arbeit, die Projekte und die Finanzierung innerhalb ihrer Organisation. Im Anschluss erhalten die Lilien eine Tour durch den Alamadome. Ein beeindruckender Nachmittag. In vielerlei Hinsicht.

Seinen Ausklang findet der zweite Tag in San Antonio im Beethoven Männerchor. Der Biergarten liegt im wunderschönen King-William-District und beherbergt den ältesten deutschen Männerchor westlich des Mississippi. Seit 1867 besteht der Chor, zählt 400 Mitglieder, darunter rund 60 aktive Sänger, die auch an diesem Abend eine Kostprobe ihrer Kunst abliefern. Eingeladen zu diesem „Deutschen Abend“ fernab der Heimat hat Claus Heide, der seine Gäste in Lilien-Trikot und mit Fanschal begrüßt. Darmstadt ist in dieser Stadt überall willkommen, ebenso wie der SV 98. Eine Erkenntnis, die immer klarer wird. San Antonio und seine Menschen haben ein großes Herz.

Foto: SV 98
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Willkommen beim San Antonio FC

9.45 Uhr. Treffpunkt Toyota Field. Der Mittwoch steht ganz Im Zeichen des Sports und der Kooperation mit dem San Antonio FC und der Spurs Sports & Entertainment. Empfangen wird die Lilien-Delegation am Morgen von Jose Lizardo, Director of Toyota Field and Star Soccer Complex. „Es ist schön, meine Freunde wiederzusehen“, sagt Lizardo, der den SV 98 bereits in Darmstadt besucht hat und Vertreter der Lilien zu verschiedenen Gelegenheiten begrüßen konnte.

Der morgendliche Treffpunkt ist an die Trainingszeit des San Antonio FC angepasst. Mit sieben Punkten aus drei Spielen ist der SAFC hervorragend in die neue Saison gestartet, an diesem Mittwoch beginnt das Team mit der Vorbereitung auf das anstehende Heimspiel gegen Lexington. Auch Landry Walker absolviert die Einheit unter der morgendlichen Sonne, der 16-Jährige war vom 9. bis zum 18. März in Darmstadt zu Gast, um im NLZ der Lilien an den Trainingseinheiten von U17 und U19 teilzunehmen. „Eine unvergessliche Erfahrung“, nennt Walker seine Visite in der Rückschau und freut sich sehr über das schnelle Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern.

Mit Walker auf dem Trainingsplatz steht auch Mitchell Taintor, Kapitän des SAFC und unser Interviewgast am frühen Nachmittag. „Wir freuen uns jetzt schon sehr auf das Testspiel im September“, verrät der 31-Jährige, bevor er anfügt: „Es wäre schön, wenn ein Teil des Stadions blau-weiß sein wird und wir eine tolle Partie für beide Fanlager erleben.“

Auch Lizardo blickt voller Vorfreude auf den Termin im September: „Wir können es kaum abwarten, das Stadion wird sehr gut gefüllt sein. Das Spiel wird ein absoluter Höhepunkt unserer Saison werden.“

Im Vorfeld seiner Worte zum Aufeinandertreffen im September verdeutlichte Lizardo anhand einer Präsentation das Leitbild und die Werte der SS&E sowie des SAFC. „Wer diese Werte nicht lebt, der kann kein Spieler unseres Vereins sein.“ Auffällig dabei: Viele Punkte überschneiden sich mit den Dingen, für die auch der SV 98 steht. „Das macht diese Partnerschaft noch einfacher, weil die vergleichbare Wertebasis dabei hilft, den jeweils anderen in seinem Tun zu verstehen.“

Lilien besuchen "The Rock"

Am Nachmittag verlassen die Lilien das Gelände des SAFC. Lizardo begleitet sie auf die rund 25-minütige Fahrt in Richtung Norden. Der Zielort? Das „Victory Capital Performance Center“, auch als „The Rock“ bekannt und das hochmoderne Trainingszentrum der San Antonio Spurs. Es ist etwas Besonderes, die heiligen Hallen des 5-fachen NBA-Champions betreten zu dürfen. Ein Ort für tägliches Arbeiten auf Weltklasse-Niveau und gleichzeitig ein Ort der Begegnung zwischen vielen Abteilungen aus dem sportlichen Bereich der Spurs bis hin zu den Spielern des Vorzeigeteams.

In den beeindruckenden Räumlichkeiten bekommt die Lilien-Delegation verschiedene Einblicke. Welche Rolle spielen Daten und KI? Wie spezifisch bereitet sich das Team bei insgesamt 82 Spielen auf den jeweiligen Gegner vor? Welches Athleten-Management-System nutzen die Spurs? Es sind Themen, die auch den SV 98 stets beschäftigen und es ist spannend zu sehen, dass sich viele Überlegungen und Ideen ähneln. Wobei die Spurs bei der Umsetzung, Weiterentwicklung und Finanzierung selbstverständlich ganz andere Möglichkeiten besitzen. Zur Einordung: Die Baukosten für „The Rock“ betrugen 500 Millionen Dollar. Dieser Mittwoch bildet die Facetten der SS&E ab. Und verdeutlicht gleichzeitig: Ob deutscher Zweitligist, USL-Team oder Spitzenteam der NBA. In dieser Partnerschaft werden die gleichen Werte gelebt.

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