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24.09.2017 / Allgemein

„Alle zusammen das Ding noch rumgerissen“

sv98.de hat die Stimmen zum Wahnsinns-Comeback der Lilien gegen Dynamo Dresden zusammengefasst.

Uwe Neuhaus:
So kurz nach dem Spiel bin ich natürlich bitter enttäuscht. Eine 3:1-Führung musst du über die Zeit bringen und das Spiel gewinnen. Nach dem Verlauf fühlt es sich aber wie eine Niederlage an. Wir sind mächtig unter Druck geraten zu Beginn der Halbzeiten. Da haben wir keine Lösungen gefunden, um Darmstadts Pressing zu umgehen. Der Ausgleich zum 1:1 war ärgerlich, weil er haltbar war. Danach hat  die Mannschaft positiv reagiert, weiter ihr Spiel gemacht. Es war uns klar, dass die Lilien Druck machen werden. Am Ende war es schwer, die hohen Bälle zu verteidigen. Schlussendlich haben wir Lehrgeld bezahlt, Darmstadt bringt mehr Erfahrung auf den Platz und kann so ein Spiel dann noch drehen. Im eigenen Ballbesitz haben wir es nicht gut runter gespielt, die Bälle nicht gehalten. Daher wurde der Druck immer größer. Unsere Ordnung war weg, besonders beim Herausrücken. Aber der Punkt ist unterm Strich für mich verdient, vom Verlauf sind wir enttäuscht.
Torsten Frings:
Ich denke, wir waren über 90 das dominierende Team, haben uns viele Chancen erarbeitet und sie leider nicht genutzt. Gefühlt war es teilweise ein Spiel gegen 14 Mann heute. Wir bekommen einen für mich klaren Handelfmeter nicht, auch vor dem 3:1 kann man den Einsatz gegen Höhn unterbinden. Ich ärgere mich total über die Menge an zugelassenen Standards, genau das haben wir im Vorfeld in der Analyse besprochen. Da müssen wir einfach lernen, unser Tor gieriger zu verteidigen. Ein 3:3-Ausgleich in letzter Minute ist natürlich immer glücklich, aber insgesamt haben wir ein gutes Spiel gemacht und einen mehr als verdienten Punkt geholt. Die Jungs haben eine gute Englische Woche gespielt, in acht Spielen erst ein Mal verloren und 15 Punkte geholt – das ist top.
Terrence Boyd:
Es war unglaublich, das war der Charme vom Bölle. Wir haben immer weitergemacht und dran geglaubt. Das zeigt, was wir für ein geiles Team sind. Nicht nur in den Füßen, sondern auch im Kopf. Die Fans haben uns gepusht und wir haben alle zusammen das Ding noch rumgerissen. Nach dem 2:3 wussten wir, da geht noch was und Tobi hat mit seinem Hammer dann den Rest besorgt. Wir waren die komplette Zeit am Drücker, kassieren aber die Tore nach Standards, das tat natürlich weh und war ein wenig zermürbend. Aber trotzdem haben wir nie den Glauben verloren und am Ende hat dann alles perfekt gepasst.
Tobias Kempe:
Wir wären richtig sauer gewesen, wenn wir als Verlierer vom Platz gegangen wären. Wir haben von Beginn an eine gute Leistung gezeigt, haben dominiert, uns aber nicht belohnt. Dresden hat die Standardsituation eiskalt ausgenutzt. Was wir nach dem 1:3 dann für eine Moral bewiesen haben, das ist überragend. Wir haben bis zum Abpfiff mit Leidenschaft gekämpft, dran geglaubt und uns schlussendlich mit dem Punkt belohnt. Es freut mich natürlich, dass ich der Mannschaft heute mit den Toren helfen konnte. Beim Ausgleich habe ich dann auch die Wut in den Schuss gepackt. Umso schöner, dass er dann so eingeschlagen ist. 
Aytac Sulu:
Wenn man das Spiel betrachtet, war es eine sehr gute Leistung. Es ist uns gelungen, die taktischen Vorgaben gut umzusetzen. Auch spielerisch war der Auftritt überzeugend. Dann bekommt man zwei Standardgegentore, das kann man leider nicht immer verhindern und auch der Sonntagsschuss zum dritten Gegentor kommt mal vor. Insgesamt haben wir aber eine Darmstädter Mannschaft gesehen, die Moral gezeigt hat. So eine Moral hat, glaube ich, kaum eine Mannschaft. Wir  haben immer zu hundert Prozent daran geglaubt, dass für uns noch etwas geht. Als die fünf Minuten hochgehalten wurden, war ich mir sicher, dass wir es noch drehen. Das Stadion war hinter uns, das hat Dresden ein Stück weit gelähmt und uns beflügelt. Am Ende war der Ausgleich der verdiente Lohn, denn wir haben heute alles in die Waagschale geworfen, was wir hatten. Über 90 Minuten hätten wir allerdings mehr verdient gehabt als den Punkt, wenn man sieht, wie klar überlegen wir waren.  Dass wir wieder in Rückstand geraten, ist bitter, das müssen wir abstellen. Keiner macht das absichtlich, aber wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und weiter gemacht. Dass wir nie die Spielkontrolle verloren haben, ist sehr positiv.

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