FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Die Fragen haben sich gewandelt über die vergangenen Wochen. Mittlerweile heißt es bei den Pressekonferenzen nicht mehr "War es das nun endgültig mit dem Klassenerhalt?", sondern "Glauben Sie noch an das Wunder?". Und auch die Frage nach der mangelnden Torausbeute wird nicht mehr gestellt. Stattdessen werden nun die Gründe für die forsche Spielweise abgeklopft. Die Fragen ändern sich, doch die Antworten bleiben die gleichen.
"Wir haben auch vor den Siegen schon richtig guten Fußball gespielt", betonte Torsten Frings am Donnerstag (4.5.) vor dem Spiel bei Bayern München. Bereits vor der Siegesserie ackerten die Lilien unermüdlich und erspielten sich zahlreiche Chancen. Doch dem Team fehlte die nötige Fortune vor dem gegnerischen Tor. Oder, wie Frings es nüchtern beschrieb: "Das ist der Unterschied zu jetzt. Jetzt drücken wir den Ball über die Linie, deshalb punkten wir auch." Die Belohnung für den kontinuierlichen, wöchentlichen Aufwand in den Partien und den Trainingseinheiten.
(Die Vorschau zum Spiel im Video)
Seit drei Wochen stürmt sein Team von Sieg zu Sieg – Vereinsrekord. Aber ob im Misserfolg oder Erfolg: Ein Merkmal des SV 98 im Jahr 2017 lautet, dass er einfach seinen Stiefel runterspielt. Kämpferisch, mutig, mit viel Zug zum Tor. Und seit drei Wochen auch mit der nötigen Torausbeute. "Trotz so vieler Punkte Rückstand das Maximum abzurufen, ist nicht selbstverständlich", äußerte sich Frings: "Davor kann man nur den Hut ziehen."
Ziel: teuer verkaufen und punkten
Nicht nur der Spielstil der Südhessen weist Konstanz auf, auch die Herangehensweise bleibt stets die gleiche. Man schaut nicht auf die Konkurrenz, sondern nur auf sich und die eigenen Leistungen. Einfach nur punkten, so viel wie möglich. Und auch jetzt, wo die Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt von "komplett unwahrscheinlich" auf möglicherweise "sehr unwahrscheinlich" upgegradet wurde, bleibt man diesem Mantra treu.
"Wir haben drei riesige Brocken vor uns, trotzdem wollen wir uns so gut wie möglich verkaufen und noch Punkte holen", schilderte Frings die Ziele für die restlichen Spieltage: "Aber davon zu reden, dass wir noch das Klassenerhalts-Wunder schaffen können, wäre vermessen."
Schließlich hängt den Lilien seit Wochen der rechnerische Abstieg im Rückspiegel. Und doch wird einfach frech aufs Gaspedal gedrückt und nach vorne gebraust. Auch gegen die Bayern will man diese Spielweise wieder an den Tag legen – ist aber selbstredend gewarnt.
"Wir freuen uns auf das Spiel"
"Selbst wenn die Bayern ein bisschen weniger auf den Platz bringen sollten, haben sie immer noch mehr PS als wir", betonte Frings angesichts der feststehenden Meisterschaft: "Ich glaube aber nicht, dass sie ein Prozent nachlassen werden. Wir müssen sehr auf der Hut sein und uns strecken, damit wir nicht unter die Räder kommen."
Aber: So wenig man sich im Lilien-Lager vor dem drohenden Abstieg beeindrucken lässt, so wenig läuft dem Team der Angstschweiß vor dem Rekordmeister über die Stirn. "Wir freuen uns auf das Spiel", blickte Hamit Altintop auf die Partie in der Allianz Arena voraus. "Es ist ein Erlebnis für uns."
Auch sein Cheftrainer beschrieb es als "coole Sache", vor so vielen Zuschauern beim feststehenden deutschen Meister aufzulaufen. Es werde eine "unheimlich" schwierige Aufgabe, so Frings, "trotzdem wollen wir uns nicht im Vorfeld freiwillig ergeben, sondern alles, was in uns steckt, abrufen und dann sehen, was dabei herauskommt."
So wie schon in der vergangenen Partie. Und im Spiel davor, und davor…