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14.01.2019 / Allgemein

„Aufregend“ und „Unbeschreiblich“

Mit Leon Müller (18) und Carl Leonhard (18) gehören auch zwei U19-Spieler zum Trainingslager-Tross des SV 98. Mit uns haben die beiden Junglilien über die Belastung in den Einheiten, den ständigen Lerneffekt und Feedback aus dem eigenen Umfeld gesprochen.

sv98.de: 5 Einheiten liegen bereits hinter euch. Was sagt der Körper nach zwei vollständigen Trainingstagen?
Leon Müller: Noch ist alles in Ordnung. Aber natürlich werden die Beine schwerer und die Belastung ist zu spüren, speziell nach einem Tag mit drei Einheiten wie gestern.  
Carl Leonhard: Noch bin ich bereit für weitere Aufgaben und Einheiten (lacht) Belastung und Umfang sind zwar ungewohnt für mich, aber es macht mir großen Spaß, hier dabei zu sein.
sv98.de: Leon, du warst bereits im Sommer dabei und kennst die Strapazen. Hast du Carl ein wenig davon erzählt, was auf ihn zukommt?
Müller: Natürlich gibt es da auch Unterschiede zwischen den Feldspielern und Torhütern, daher kann ich gar nicht so viel weitergeben. Aber ich habe ihn ein wenig von den Abläufen und Umfängen erzählt, so hat ihn beispielsweise der morgendliche Lauf nicht mehr überraschen können (grinst).
sv98.de: Du warst bereits im Sommer im Schwarzwald dabei. Gehst du das zweite Trainingslager dann schon "entspannter" an?
Müller: Es ist immer noch aufregend, hier dabei zu sein. Aber die Erfahrungen aus dem Sommer helfen natürlich. Ich kenne die Abläufe und weiß, wie ich die Ruhephasen nutzen kann. Und natürlich fühlt es sich immer noch sehr gut an, mit den Profis ins Trainingslager zu dürfen.
sv98.de: Ist es generell schon zur Normalität geworden, mit den Jungs in der Kabine zu sitzen? Schließlich trainierst du quasi schon die ganze Saison mit dem Team…
Müller: Es ist schon normaler für mich geworden. Aber ich merke jeden Tag den Unterschied zu den anderen Spielern. Sowohl auf dem Platz als auch in der Kabine. Ich spiele ja weiterhin in der U19, wo wir alle ein Alter sind und hier haben fast alle Jungs eine Frau und Familie, da kann ich noch nicht mithalten (lacht).
sv98.de: Carl, bei dir war die Teilnahme am Trainingslager eine recht kurzfristige Entscheidung. Wie sehr hast du dich über die Nachricht gefreut?
Leonhard: Das Gefühl ist für mich unbeschreiblich. Als Jugendspieler, sogar als jüngerer Jahrgang, diese Erfahrung machen zu dürfen, ist einfach überragend. Ich bin extrem glücklich und weiß es sehr wertzuschätzen.
sv98.de: Lassen euch die anderen Jungs spüren, dass ihr die beiden Jüngsten im Team seid?
Leonhard: (lacht) Das merken wir schon, speziell wenn es darum geht, wer die Materialien trägt. Aber das ist auch selbstverständlich, dass wir beide da anpacken. Und darüber hinaus fühlen wir uns absolut integriert und finden immer wieder Gesprächsthemen mit den anderen.
sv98.de: Du bist mit Flo Stritzel auf dem Zimmer. Geht es da dann speziell um das Torwartspiel oder worum kreisen die Gespräche?
Leonhard: Wir reden über alles Mögliche und gucken auch mal eine Serie zusammen. Natürlich gibt er mir auch wertvolle Tipps, beispielsweise wie ich meine Handschuhe optimal präpariere. Es ist definitiv praktisch, mit einem anderen Torhüter auf dem Zimmer zu sein, weil ich dadurch rund um die Uhr lernen kann.
sv98.de: Leon, du hast mit Sandro ein kleines Lilien-Urgestein als Zimmerpartner gezogen. Sicherlich auch keine schlechte Mitbewohnerwahl…
Müller: Sandro ist schon so viele Jahre im Profibereich, da kann ich mir extrem viel abschauen. Wie er regeneriert, dass er auch ohne akute Probleme prophylaktisch zum Physio geht oder einfach fußballerische Hinweise. Da hilft er mir weiter, aber auch sonst quatschen wir über viele Dinge und es dreht sich nicht alles um Fußball.
sv98.de: Wo seht ihr die größten Unterschiede zum Jugendbereich?
Müller: Zwischen den Trainingseinheiten gibt es schon große Unterschiede. Das Spieltempo, die Belastung, die Intensität der Zweikämpfe, da muss ich mich weiterhin noch dran gewöhnen. Aber es wird immer besser und die anderen Jungs helfen mir ständig,
sv98.de: Ihr trainiert mit Pulsgurten, bekommt ständig aktuelle Daten und dadurch auch individuelle Verbesserungsmöglichkeiten. Sicherlich ebenfalls ein Unterschied zum Jugendbereich…
Müller: Kai (Kai Peter Schmitz) guckt genau auf die Werte und gibt mir regelmäßig Feedback. Im Jugendbereich gibt es die Technik in dieser Form nicht. Anhand der Werte haben wir beispielsweise am ersten Tag hier entschieden, mich aus dem Trainingsspiel rauszulassen und stattdessen individuelle Stabilisationsübungen zu machen. Dazu bekomme ich immer wieder auch ein Zusatzprogramm vor oder nach dem Training, um körperlich näher an die anderen heranzurücken.
sv98.de: Wie interessiert sind Freunde, die Kollegen aus der U19 und die Familie an dem, was ihr so treibt?
Leonhard: Mit der Familie bin ich natürlich im regelmäßigen Austausch. Viele Freunde haben meinen Namen jetzt in einem Text im kicker gelesen, danach sind schon einige Nachrichten und Gratulationen gekommen. Alle freuen sich, dass ich die Chance bekommen habe, speziell natürlich auch die Kollegen aus der U19.
Müller: Bei mir ist es ähnlich. Meine Eltern und meine Brüder schreiben mir jeden Tag und verfolgen genau die sozialen Medien des Vereins und gucken, ob ich dort auftauche. Wobei sie mich gerne noch öfter in der Insta-Story sehen würden (lacht). Spaß beiseite, alle Freunde fragen regelmäßig danach, wie es läuft und wie es mir geht.
sv98.de: Im Saisonverlauf hilfst du nur noch bei den Spielen in der U19 aus. Ein schwieriger Spagat zwischen beiden Teams?
Müller: Bisher hat es sehr gut geklappt. Das Training bei den Profis bringt mich unheimlich weiter und ich versuche auch, ein paar Dinge dann in der U19 weiterzugeben. Natürlich spürt man einen Unterschied zwischen den Teams, aber es ist für mich völlig normal und kein Problem, die Spiele mit der U19 zu bestreiten.
sv98.de: Was erwartet ihr von den restlichen Tagen?
Müller: Ich denke, dass die Umfänge ähnlich bleiben werden und dann haben wir ja auch noch die beiden Testspiele. Für mich wäre es natürlich schön, dort ein paar Minuten zu bekommen und mich gegen Profiteams messen zu dürfen.
Leonhard: Ich nehme jede Einheit sehr gerne mit und versuche weiterhin, mir möglichst viel abzugucken. Sicherlich wird mit jedem Tag auch die Belastung spürbarer, aber ich freue mich sehr auf die kommenden Tage.

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