FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Ein Unentschieden im Volksparkstadion, 2:2. Auswärts beim HSV, einem der Top-Favoriten in der 2. Bundesliga, wenn es um den Aufstieg ins deutsche Fußball-Oberhaus geht. Und doch wurde in den Szenen nach Spielende offenkundig: Vollends zufrieden waren die Südhessen nicht mit dem Zähler. Wer die Lilien kurz nach Abpfiff sah, fühlte eine gewisse Portion an Enttäuschung, die in der hanseatischen Luft lag. Mit begeisterndem Offensivfußball hatten sich die Lilien vor allem in der ersten Halbzeit, aber auch gegen Ende der Partie zahlreiche Chancen erspielt. Und trauerten daher durchaus den zwei weiteren möglich gewesenen Punkten hinterher. Eine Sichtweise, die für die Gier und den Willen spricht, die die forsche Mannschaft von Torsten Lieberknecht bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison entwickelt hat.
„Man hat in jedem Gesicht gesehen, dass jeder Spieler heute unbedingt drei Punkte aus Hamburg mitnehmen wollte“, begann Phillip Tietz sein Statement nach Ende der Partie: „Und uns hat nicht viel dazu gefehlt.“ Ein Sieg war stets im Bereich des Möglichen – für beide Teams. Dass es am Ende eine Punkteteilung wurde, hing aus Darmstädter Sicht an Kleinigkeiten, die fehlten, um den Hausherren den entscheidenden Punch zu verpassen.
Von Enttäuschung und Zufriedenheit
„Daher spüre ich leichte Enttäuschung“, lieferte auch Torsten Lieberknecht Einblicke in seine Gefühlswelt, aber auch die des Teams. Eine gierige Mannschaft, die sich wehrhaft zeigt und gemeinsam als Team immer im Zurückschlagen-Modus unterwegs ist – etwas, das sich über die vergangenen Wochen immer stärker herauskristallisierte. Und genau dies zeigt allein der Umstand, dass sich die Lilien eben zuerst über die verpasste Chance eines Auswärtssieges beim Hamburger SV ärgerten, ehe sie das Unentschieden als Punktgewinn anerkannten. „Zufriedenheit ja, leichte Enttäuschung aber auch“, fasste der Cheftrainer zusammen. Fabian Holland unterstrich in einer virtuellen Medienrunde am Montag (23.8.): „Wir wären noch zufriedener, wenn wir mit drei Punkten nach Hause gefahren wären.“
Denn der SV 98 investierte im Volksparkstadion extrem viel. Nicht nur an Einsatz, Mentalität und Willen. Sondern erneut auch spielerisch. Eine Leistung, die von den mitgereisten Darmstädter Fans dafür mit mächtig Applaus honoriert wurde. „Jeder hat gekämpft und auch die Meter gemacht, die wehtun“, erklärte Klaus Gjasula, der bei seiner Aussage die Unterstützung des zweifachen Torschützen bekam. Tietz: „Wir wollten uns auch für die Fans den Hintern aufreißen, die diese lange Anreise auf sich genommen haben.“
Harte Arbeit zahlt sich aus
Und auch untereinander pushten sich die Blau-Weißen ans Maximum. „Wenn ich mir allein Emir Karic angucke, wie der die Seite hoch und runter läuft“, sagte Tietz. Dann sporne genau dies ihn sowie alle anderen Jungs an, es ihm gleichzutun – weder defensiv noch offensiv keinen einzigen Laufweg auszulassen und bis an die Schmerzgrenze zu gehen. Doch nicht nur diese Grundtugenden stimmten, die den SV Darmstadt 98 seit jeher auszeichnen. Die Lilien zeigten Offensivfußball, waren mutig. Die zahlreichen sowie hochkarätigen Chancen vor allem im ersten Durchgang untermauerten dies, auch wenn die Mannschaft hier und da noch die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse vermissen ließ. Dennoch: Die spielerische Entwicklung der letzten Wochen stimmt, die Lilien entwickeln im Angriff viel Power und Chancen. „Für den Aufwand, den wir betrieben haben, hätten wir uns sogar noch mit einem Sieg belohnen können. Aber der Punkt fühlt sich insofern gut an, weil sich unsere harte Arbeit heute ausgezahlt hat“, analysierte Gjasula.
Das Unentschieden in Hamburg, es ist ein weiterer Fingerzeig dafür, dass die Lilien immer besser in die Saison kommen. Was sich im Pokal gegen 1860 München schon andeutete, bestätigte der SV 98 sowohl gegen Ingolstadt als auch nun gegen den HSV. Und doch sind nach den Herausforderungen der vergangenen Wochen noch immer nicht alle Spieler bei einhundertprozentiger Fitness. Vor allem die anstehende Länderspielpause sei wichtig, um in einigen Bereichen aufzuholen, wie Lieberknecht verriet.
Besonderer Teamgeist
Doch bevor das möglich ist, müssen sich die Lilien noch einmal strecken. Vor den Darmstädter Fans im heimischen Merck-Stadion am Böllenfalltor empfängt der SV 98 am kommenden Samstag (28.8., 13.30 Uhr) die Mannschaft von Hannover 96 – die nächste schwierige Aufgabe. Die Südhessen, sie sind allerdings erprobt im Meistern von Herausforderungen. Das haben die letzten schwierigen Wochen eindrucksvoll bewiesen. Und das gemeinsame Durchstehen dieser herausfordernden Phase schweißt das Team nur noch enger zusammen. Tietz: „Jeder ist für jeden da, wir wachsen als Mannschaft jede Woche weiter zusammen. Wir sind eine wahre Gemeinschaft. Und das sage ich nicht einfach so, sondern aus vollem Herzen.“ Der Cheftrainer des SV 98 konnte das im Volksparkstadion nur unterstreichen, wählte aber noch stärkere Worte. „Ich liebe diese Mannschaft, wie sie mit all den Herausforderungen umgeht“, sagte Lieberknecht. Aus vollem Herzen.